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Dachszange – Dacien
sind auf Streben aufgekämmte, horizontalliegende Hölzer) getragen werden, zeigt Fig. 31.
Im 19. Jahrh. begann man, bei den D. einzelne hölzerne Teile durch eiserne zu ersetzen, wobei sich neue Anordnungen der Teile ergaben. Für Satteldächer gelten bei diesen teilweise oder ganz aus Eisen konstruierten D. folgende durch beistehende Fig. 1‒15 veranschaulichte Dreieckssysteme. Die auf Zug beanspruchten Teile sind mit schwachen, die auf Druck beanspruchten mit stärkern Linien angedeutet. Bei kurzen Spannweiten, wo die Hauptstreben nicht versteift werden, wird eine mit dem First verbundene gerade (Fig. 1) oder ansteigende (Fig. 4) Zugstange angeordnet, die durch eine vertikale Hängestange gegen Durchbiegung geschützt ist. Bei zu versteifenden Hauptstreben unterscheidet man das englische System und das französische. Bei ersterm liegen die Druckstreben geneigt zu den Hauptstreben und sind in ihren Enden mit vertikalen Zugstangen (Hängestangen) verbunden (Fig. 2, 3, 5, 6, 7, 8); beim franz. System dagegen sind die Druckstreben senkrecht zu den Hauptstreben, während die Hängestangen geneigt sind (Fig. 9, 11). Beim Polonceausystem, einer Abart des franz. Systems, hat die Zugstange eine gebrochene Form, wobei der mittlere Teil horizontal ist (Fig. 10); für flache Dachneigung bekommt dieses System die aus Fig. 12 ersichtliche Form, die man als umgekehrtes Polonceausystem bezeichnet. Erweiterte Systeme für große Spannweiten zeigen Fig. 13, 14, 15.
Die konstruktive Durchführung dieser Systeme in verschiedenen Materialien ist aus Taf. Ⅱ zu ersehen. Fig. 1 zeigt einen Satteldachstuhl mit Hängestange aus Rundeisen; die Hauptstreben sind durch einen gußeisernen Schuh verbunden. Fig. 2, 4 u. 7 erläutern die Verwendung mehrerer Hängestangen; die Verbindungsstellen a und b (Fig. 2) sind durch die Detailfiguren 2 a und 2 b vergrößert wiedergegeben. Fig. 3 zeigt den Ersatz des hölzernen Spannbalkens durch eine eiserne Zugstange. Als Druckstreben dienen entweder gußeiserne Stangen mit kreuzförmigem Querschnitt, wie in Fig. 9 (mit Details 9 a, 9 b, 9 c, 9 d) und 10, oder man bildet sie aus Walzeisen, in welchem Falle sie mit den ebenfalls aus Walzeisen bestehenden Zugstangen an Knotenbleche fest vernietet werden (Fig. 12, 12 a, 13, 13 a, 14). Eiserne Pultdächer zeigen Fig. 5 u. 6, Sheddächer Fig. 8 u. 10. Die Satteldächer, die aus Holz und Eisen oder ganz aus Eisen gebildet sind, werden meist als Fettendächer ausgeführt, bei welchen die Schalung resp. Lattung entweder auf die Sparren oder direkt aus die Fetten befestigt wird. Aus Fig. 15 u. 16 ist die Deckung mit Wellblech ersichtlich. – Für Kuppeldächer ist als eiserne Konstruktion die Schwedlersche, als Flechtwerk bezeichnete zu erwähnen (Fig. 11), bei der alle Konstruktionsteile in der Dachhaut liegen, d. h. nicht in den innern Raum hineinragen und diesen verengen. Dieses Flechtwerksystem ist von Föppl auch für Überdachung rechteckiger Räume, wobei die Dachfläche tonnenförmig gebildet wird, in Vorschlag gebracht (Tonnenflechtwerk). ^[Spaltenwechsel]
^[Abb. Fig. 1 bis Fig. 17]
Für große Hallendächer finden auch die eisernen Sichelträger (zuerst in England für Bahnhofshallen konstruiert) vielfach Verwendung. Sie bestehen aus einem parabolisch gekrümmten auf Druck beanspruchten Obergurt und aus einer untern Zugstange, die mehrfach so gebrochen ist, daß die Ecken ebenfalls in einer Parabel liegen. Zwischen beiden Konstruktionsteilen sind senkrechte Druckstreben und geneigte Zugstangen angeordnet, die in einzelnen oder auch allen Feldern doppelt (kreuzweise) austreten (s. vorstehende Fig. 16 u. 17). Ausgeführte Sichelträger sind in Taf. Ⅱ, Fig. 17 (Centralbahnhof zu Birmingham) und Fig. 18 (Schlesischer Bahnhof zu Berlin) dargestellt.
Bei der Berechnung aller Dachkonstruktionen ist außer dem Eigengewicht und der Belastung auch der Winddruck und die Schneelast zu berücksichtigen, und zwar ist für Winddruck und Schneelast zusammen 100‒125 kg pro Quadratmeter für mittlere Dachneigung, nach der Horizontalprojektion gemessen, in Rechnung zu setzen.
Die Totalbelastung der Dächer pro Quadratmeter Horizontalprojektion der Dachfläche in Kilogramm beträgt laut Baugewerkskalender 1892:
Art der Eindeckung Verhältnis der Höhe zur Spannweite beim Satteldach
½ ⅓ ¼ ⅕ ⅙ ⅐ ⅛ ⅑ ⅒
Holzsparren: kg kg kg kg kg kg kg kg kg kg
Einfaches Ziegeldach 367 276
Doppeltes Ziegeldach 381 306
Schieferdach 331 246 213 194
Teerpappe 268 192 162 146 137 133 128 123 122
Zink- oder Eisenblech 282 204 174 157 147 143 138 133 132
Metallsparren { auf L-Eisen:
Ebenes Eisenblech 264 186 157 143 132 128 124 121 119
Zinkwellblech oder Eisenblech 263 185 156 142 131 127 123 120 117
Schiefer 299 216 185 177 160 154 149 146 144
Ein Holzcementdach wiegt bei einer Schutzdecke von 5 cm Stärke in trocknem Zustande 105 kg, in nassem Zustande 122‒127 kg pro qm.
Dachszange, eine eiserne Zange zum Herausziehen des Dachses beim Dachsgraben.
Dacht el-Meiûm, s. Bab el-Mandeb.
Dachziegel, die zur Dachdeckung (s. d.) verwendeten Ziegel: Flachziegel (Biberschwänze), Hohlziegel, Pfannen, Kremp- und Falzziegel. Eine besondere Form ist der Kappziegel (s. d.).
Dacĭen (Dacĭa), während der röm. Kaiserzeit das Land zwischen der Theiß, der Donau und den