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Dampier-Insel – Dan (israel. Stamm)
sich von denselben und segelte 1683 mit dem Kapitän Cook nach der Guineaküste, dann um das Kap Hoorn nach der Insel Juan Fernandez, den Galapagos-Inseln und nach der Küste von Mexiko und eroberte 1685 an der Westküste von Mittelamerika mehrere Städte. Darauf segelte er nach den Marianen, nach Mindanao und Manila, machte später auf chines. Küstenfahrer Jagd, besuchte die Molukken und erreichte 4. Jan. 1688 die Nordwestküste Australiens unter 16° 50′ südl. Br. Dann steuerte er nach Sumatra hinüber. Der Verwilderung seiner Genossen überdrüssig, trennte er sich von ihnen mit 8 andern Gefährten auf den Nikobaren und segelte von da in einem Kanoe nach Atschin auf Sumatra hinüber, wo er als Kanonier in holländ. Dienste trat. Er desertierte und begann abenteuernd in Südasien herumzuziehen, trat dann in engl. Dienste, besuchte Madras, Benkulen, Tongking, Malaka und schiffte sich endlich heimlich nach England ein, wo er 1691 ankam. Die Beschreibung seiner fast unglaublichen Abenteuer in der «New voyage round the world» (3 Bde., Lond. 1697‒1707, mit Kupfern; deutsch von Kind, 4 Bde., Lpz. 1783) erregte ungemeines Aufsehen. Dem Grafen von Oxford, Lord der Admiralität, vorgestellt, wurde er nun beauftragt, eine Entdeckungsreise nach Australien zu machen. Am 26. Jan. 1699 segelte er ab, berührte den Australkontinent zuerst an der steilen Küste von Eendrachtsland unter 27° 38′ südl. Br., entdeckte die Haifischbai und den Dampier-Archipel unter 21 und 20° südl. Br., segelte von da nach Timor und entdeckte, in östl. Richtung vordringend, zwischen dem 16. Febr. und 25. April 1700, Neubritannien, die nach ihm genannte 89 km breite Dampier-Straße und eine Menge kleiner Inseln und Häfen an der Nordwestküste Neuguineas. Man verdankt ihm die erste Kenntnis jener sehr gefährlichen Meere und manche von vielem Scharfsinn und guter Beobachtungsgabe zeugende Nachrichten über die natürliche Beschaffenheit der genannten Länder und die Luftströmungen. (Vgl. seinen Discourse of winds, breezes, storms, tides and currents.) Auf der Rückkehr nach Europa erlitt er bei der Insel Ascension Schiffbruch und kam 1701 nach London. D. unternahm, nachdem er 1705 ein Schiff in der Südsee befehligt hatte, 1708‒11 wieder als gewöhnlicher Steuermann Reisen und begleitete Woodes Roger auf seiner Reise um die Erde. Er starb im März 1715 in London. Eine von R. Brown aufgestellte Pflanzengattung, Dampiera, sowie der genannte Archipel, die Dampier-Insel an der Nordostküste von Neuguinea, die Dampier-Straße und die Halbinsel Dampier-Land erhalten sein Andenken.
Dampier-Insel (spr. dämmpihr, Kar-Kar), bedeutende Insel vor der Küste von Kaiser-Wilhelms-Land, gegenüber dem Kap Croisilles.
Dampier-Land (spr. dämmpihr), eine an der Nordwestküste Australiens, zwischen 16° 25′ und 18° südl. Br. neben King-Sund gelegene und mit dem Kap Lévêque endende Halbinsel.
Dampierre (spr. dangpĭähr), Auguste Henri Marie Picot, Marquis von, franz. General, geb. 19. Aug. 1756 zu Paris, wurde Lieutenant bei der königl. Garde, ging dann heimlich zur Belagerung von Gibraltar, wurde aber auf Veranlassung seiner Familie zurückgebracht. Darauf bereiste er England und Deutschland und lernte in Berlin die Einrichtungen des preuß. Heers kennen und schätzen. Beim Ausbruch der Revolution wurde er Präsident des Departements Aube, 1791 Adjutant Rochambeaus und bald darauf Oberst des 5. Dragonerregiments. Nach der Kanonade von Valmy (20. Sept. 1792) wurde D. zum Divisionsgeneral ernannt und trug durch die Energie, mit der er bei Jemappes (6. Nov. 1792) die Verschanzungen der Österreicher angriff, wesentlich zum Siege der franz. Truppen bei. Bei Neerwinden (18. März 1793) befehligte er das Centrum und wurde durch die Niederlage des linken Flügels mitgerissen. Nach der Flucht Dumouriez’ zu den Österreichern übernahm er den Oberbefehl und griff 8. Mai 1793 zum Entsatz der Stadt Condé die stärkern Österreicher an, wobei ihm durch eine Kanonenkugel der rechte Schenkel weggerissen wurde; er starb am folgenden Tage. ^[Spaltenwechsel]
Dampierre (spr. dangpĭähr), Henri Duval, Graf, österr. General, geb. 1580 im Bistum Metz, trat jung in das kaiserl. Heer, focht als Oberst unter General Basta gegen die Türken, schlug 1604 Bethlen Gabor an der Temes, wurde aber durch Stephan Bocskay aus Siebenbürgen vertrieben. 1605 mußte D. nach hartnäckiger Verteidigung Gran den Türken übergeben. Nach dem Frieden kämpfte er gegen die Venetianer und führte, als 1618 die böhm. Unruhen ausbrachen, ein kaiserl. Korps nach Böhmen. D.s Kürassiere befreiten damals den in seiner Hofburg durch die prot. Stände schwer bedrängten Kaiser Ferdinand Ⅱ. D. wandte sich hierauf nach Mähren, dann mit 10000 Mann kaiserl. Truppen nach Ungarn; dort schlug er eine Heeresabteilung Bethlen Gabors und fiel bald darauf, 9. Okt. 1620, beim Sturme auf das feste Schloß Preßburg. – Vgl. von Janko, Dampierre (Wien 1876).
Dampier-Straße (spr. dämmpihr), die Meeresstraße, welche Neupommern vom Festlande Neuguinea, speciell von der Ruk-Insel trennt. Auch die zwischen der Nordwestspitze von Neuguinea und den Papua-Inseln hindurchführende Straße heißt D.
Damrosch, Leopold, Musiker, geb. 22. Okt. 1832 zu Posen, studierte Medizin, widmete sich dann der Musik, kam als Violinvirtuose zu Liszt nach Weimar und wurde dort einer der eifrigsten Jünger der neuen Richtung (Wagner, Berlioz, Liszt). Seit 1858 wirkte er als Dirigent in Breslau, bis er 1871 als Dirigent des Männergesangvereins Arion nach Neuyork ging, wo er 1873 einen neuen Oratorienverein und 1878 einen Symphonieverein ins Leben rief, als Violinspieler, Gesanglehrer und Schriftsteller eine vielseitige Wirksamkeit entfaltete und 16. Febr. 1885 starb. Er hat Violinstücke, Lieder und einige Werke größern Umfangs veröffentlicht. – Seine Witwe Helene D., geborene von Heimburg, ist eine ausgezeichnete Liedersängerin.
Damsterdiep, s. Appingadam.
Damwild, s. Damhirsch.
Dan, Dhan (Korn), kleines Gold-, Silber-, Münz- und Edelsteingewicht in der brit.-ostind. Provinz Bengalen, 1∕384 des Tola = 15∕32 oder 0,46875 engl. Troygrän = 3,03745 cg.
Dan, israel. Stamm, nach der Sage abstammend von einem Sohne Jakobs von der Bilha, der Magd Rahels, d. h. Josephsstamm zweiten Ranges. Da der Stamm am Westabhange des Gebirges feste Wohnsitze gegen die Kanaaniter nicht gewinnen konnte, zogen 600 Daniten nordwärts, eroberten die kanaanitische Stadt Lais an den Quellen des Jordan und nannten sie nach ihrem Namen. Sie stellten dort das dem Ephraimiten Micha geraubte Gottesbild auf, das die priesterliche Familie des