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Davis (John) – Davos
der jedoch seine polit. Bestrebungen und Hoffnungen auf die dem Untergang geweihte Sklaverei gegründet hatte, mit deren Fall er von dem polit. Schauplatz abtreten mußte. – Vgl. Alfriend, The life of Jefferson D. (Cincinnati 1868), und Pollard, The life of Jefferson D. (Philad. 1869), ersteres D. freundlich, letzteres ihm feindlich gesinnt; ferner Cravens Prison life of Jefferson D. (Neuyork 1866). D. verteidigte sich und seine Sache in einem umfangreichen, aber ziemlich inhaltslosen Werke: «The rise and fall of the confederate government» (2 Bde., Neuyork u. Lond. 1881). Seine Witwe schrieb Memoir of Jefferson D. (2 Bde., Neuyork 1891).
Davis (spr. dehwiß), John, engl. Seefahrer, geb. um 1550 zu Sandridge bei Dartmouth, wurde 1585 mit zwei kleinen Barken von Dartmouth abgeschickt, die nordwestl. Durchfahrt aufzusuchen, entdeckte 20. Juli die Ostküste von Grönland, die er Desolationland nannte, und gelangte in die 180 bis 225 km breite Meerenge zwischen der südwestl. Küste von Grönland und der südöstl. Küste des Baffinlandes, welche später den Namen Davisstraße erhielt; er fuhr bis zu 66° 40′ in dieselbe hinauf und langte 29. Sept. wieder in Dartmouth an. Dann machte er noch zwei Reisen in gleicher Absicht, 1586 und 1587, wurde aber beidemal durch das Eis, widrige Winde und Not an der Erreichung seines Ziels verhindert; indes drang er doch bis Sanderson Hope (72° 42′ nördl. Br.) vor und fand und benannte die Cumberlandinseln; auch erkannte er bereits, daß Amerika sich gegen Norden in Inseln auflöse. Am 14. Aug. 1592 entdeckte er als Begleiter von Cavendish die Falklandsinseln, die zuerst Davisinseln genannt wurden. Darauf segelte er in holländ. und in engl. Diensten nach Indien und ward auf seiner letzten Fahrt 27. Dez. 1605 in der Nähe von Malaka in einem Gefechte mit japan. Seeräubern erschlagen. Er schrieb: «The world’s hydrographical description» (Lond. 1595) und «The seaman’s secrets» (ebd. 1595). Seine Werke wurden neu hg. von Markham u. d. T.: «The voyages and works of John D., the navigator» (Hakluyt Society, Bd. ⅬⅨ, Lond. 1880). – Vgl. Clements R. Markham, Life of John D. (ebd. 1889).
Davis (spr. dehwiß), Sir John Francis, engl. Diplomat und Sinolog, geb. 1795 zu London, kam 1816 mit Lord Amherst nach Peking und war seitdem in engl. Interesse in China thätig. Er wurde 1840 Generalinspektor des brit. Handels mit China und 1843 Gouverneur der Kolonie Hongkong, 1845 Baron. Nachdem er 1848 seine Gouverneurstelle niedergelegt hatte, kehrte er nach England zurück. D. schrieb: «Chinese novels, translated from the originals» (Lond. 1822), «Hien wun shoo: Chinese moral maxims, with a free and verbal translation» (1823), «The Chinese, a description of the empire of China and its inhabitants» (2 Bde., 1836; deutsch von Wesenfeld, Magdeb. 1839; 2. Aufl. 1843), «Sketches of China» (4 Bde., 1841), «China during the war and since the peace» (2 Bde., 1852; neue Ausg. 1857).
Davis (spr. dehwiß), Nathan, engl. Afrikareisender, geb. 1812, war längere Zeit Herausgeber des «Hebrew-Christian Magazine» und übernahm dann eine Stelle als Prediger in einer Dissentergemeinde. Der Staatssekretär Graf von Clarendon sandte ihn 1856 aus, um Nachforschungen an der Stelle des alten Karthago zu unternehmen. Er starb 6. Jan. 1882 zu Florenz. Von ihm erschienen: «Tunis, or selections from a journal kept during a residence in that regency» (Malta 1841), «A voice from North and South Africa» (2 Bde., 1844), «Evenings in my tent, or wanderings in Balat Ejjareed» (2 Bde., 1854), «Arabic reading lessons with the elements of Arabic grammmar» (mit Davison 1854), «Carthage and her remains» (1861) und «Ruined cities within Numidian and Carthaginian territories» (1862). ^[Spaltenwechsel]
Davis’ Schaukelbutterfaß, s. Butter (Bd. 3, S. 799 a).
Davisstraße, s. Davis, John.
Davit (engl., spr. dehwitt), hölzerner oder eiserner Kran an der Rehling der Schiffe zum Aufheißen der Boote. Ihr Fuß ist außenbords in der Höhe des Oberdecks befestigt, und sie sind so hoch, daß das an ihnen geheißte Boot einige Fuß höher hängt als die Verschanzung. Um die Boote frei von den Schiffsseiten heißen zu können, fallen die hölzernen D. schräg nach außen, während die eisernen zu diesem Zwecke oben gebogen sind. Bei höherm Seegange tritt öfter der Fall ein, daß die Boote trotz ihrer Höhe bei heftigen Bewegungen des Schiffs das Wasser berühren und fortgerissen werden. In neuerer Zeit macht man deshalb vielfach die D. drehbar und schwingt die geheißten Boote nach innenbords, wodurch sie besser gegen das Fortschlagen gesichert werden. Man verwendet auch D. zum Aufsetzen und Fischen der Anker, sowie Geschoßdavits, welche an den Luken aufgestellt werden, zum Aufheißen der Geschosse aus den untern Schiffsräumen.
Davitt (spr. däwwitt), Michael, irischer Parteiführer und Journalist, geb. 1846 in Straide in der irischen Grafschaft Mayo, stammt aus ärmlichen Verhältnissen, trat 1866 der von Stephens geleiteten fenischen Bewegung (s. Fenier) bei und wurde 1870 zu langjähriger Kerkerhaft verurteilt. 1878 freigelassen, bereiste er Irland und Amerika, gründete 1879 mit Parnell die Landliga, deren eigentlich leitender Geist er war und deren Organisation in Amerika er 1880 leitete. 1881 wurde er wieder angeklagt und mit 15 Monaten Gefängnis bestraft; er unterzeichnete mit Parnell und Dillon das Manifest, das die Mordthat der «Unbesieglichen» im Phönixpark von Dublin verdammte (Mai 1882). Seinen Bemühungen war die Berufung eines Nationalkonvents in Dublin und die Gründung der Nationalliga zu danken. Febr. 1883 wurde er nochmals zu viermonatiger Gefängnishaft verurteilt; seitdem wirkte er als eifriger Agitator, ohne aber einen Parlamentssitz einzunehmen. Bei der Spaltung der irischen Partei in Parnelliten und Antiparnelliten, Dez. 1890, schloß er sich letztern an. Seine Wahl ins Unterhaus (Aug. 1892) wurde wegen Wahlbeeinflussung für ungültig erklärt. Er lieferte Beiträge für Zeitschriften, begründete 1890 die Zeitschrift «Labour World» und gab «Leaves from a prison diary» (2 Bde., Lond. 1884) heraus.
Davōs, roman. Tavau. 1) Landschaft und Hochthal der nordrhätischen Alpen im Bezirk Oberlandquart des schweiz. Kantons Graubünden, zieht sich von NO. nach SW., von 2000 bis 3000 m hohen, teils felsigen, teils bewachsenen und bewaldeten Bergen eingeschlossen, vom St. Wolfgangjoch (1627 m) nach dem Thal der Albula hin, in die sein Flüßchen, das Landwasser, unweit des Bades Alveneu einmündet, und hat haus- und stadelbedeckte Matten. Die obere Thalstufe, das eigentliche D., von St. Wolfgang bis zum Engpaß der Züge 16 km lang, hat in mehrern Ortschaften, wie Dörfli, am Platz, Frauenkirch, Glaris und in einem Seiten- ^[folgende Seite]