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Deschanel – Deseine
entdeckt worden und zeigt einen Hegelschen Ansichten sich nähernden Spinozismus. Anonym veröffentlichte er zwei Schriften: «Lettres sur l’esprit du siècle» (Lond. 1769) und «La voix de la raison contre la raison du temps» (Brüss. 1770). – Vgl. E. Beaussire, Antécédents de l’Hégélianisme dans la philosophie française (Par. 1865).
Deschanel (spr. däschanéll), Emile, franz. Publizist und Politiker, geb. 14. Nov. 1819 zu Paris, besuchte das Lyceum Louis-le-Grand und die Normalschule (1839‒42), und war dann Lehrer der Rhetorik in Bourges und in Paris. Beim Staatsstreich des 2. Dez. 1851 wurde D. verhaftet und verbannt, kehrte aber 1859 nach Paris zurück und war journalistisch thätig. Bei den Deputiertenwahlen von 1876 und 1877 wurde er vom Bezirk Courbevoie im Depart. Seine gewählt; 1881 zum Professor der neuern Litteratur am Collège de France ernannt, legte er sein Mandat nieder, wurde aber im selben Jahre zum Senator auf Lebenszeit ernannt. D.s Schriften sind: «Les courtisanes grecques» (Par. 1859), «Histoire de la conversation» (ebd. 1857), «Le bien et le mal qu’on a dit des enfants» (ebd. 1858), «Le mal et le bien qu’on a dit des femmes» (7. Aufl., ebd. 1867), «Causeries de quinzaine» (ebd. 1861), «Christoph Colombe et Vasco de Gama» (ebd. 1861), «Physiologie des écrivains et des artistes» (ebd. 1864), «Études sur Aristophane» (ebd. 1867), «A bâtons rompus» (ebd. 1868), «Le romantisme des classiques» (5 Serien, ebd. 1882‒86), «Figures littéraires» (2. Aufl., ebd. 1889), «Lamartine» (2 Bde., ebd. 1893) u. a.
Deschna, czech. Deštná, Stadt im Gerichtsbezirk Kamenitz der österr. Bezirkshauptmannschaft Pilgram in Böhmen, in 511 m Höhe, an dem zur Luschnitz gehenden Dirnabache, ist altertümlich gebaut und hat (1890) 1431 czech. E., Post, eine got. Pfarrkirche und eine Mineralquelle mit einem schon im 17. Jahrh. bekannten kleinen Bade, welches gegen Blasen- und Harnkrankheiten, Gicht und Hautausschläge gebraucht wird.
Descht oder Dascht, pers. Bezeichnung für weite Ebenen, auch für Wüsten, wie Descht-i-Kevir, die große pers. Salzwüste, Descht-i-Bedaulet (Feld der Armut) im nördl. Belutschistan (s. Bolanpaß). Besonders bezeichnet D. oder Descht-i-Goran (d. i. Wüste der wilden Esel) auch eine Küstenlandschaft von Mekrân, im südl. Belutschistan, zum Chanat Kelat gehörig; sie erstreckt sich von Gwadar bis an das pers. Belutschistan und wird von dem 275 km langen D. oder Nihing bewässert und befruchtet.
Des Cloizeaux (spr. dä klŏăsoh), Alfred Louis Olivier, franz. Mineralog, geb. 17. Okt. 1817 zu Beauvais im Depart. Oise, wurde zuerst Repetent an der Kunst- und Gewerbeschule, dann an der Normalschule in Paris, darauf Professor an der Sorbonne und zugleich Mitglied der Pariser Akademie. Sein Hauptverdienst liegt in der Erforschung der krystallographischen und optischen Verhältnisse der Mineralien; namentlich hat er mit zuerst gezeigt, wie die optischen Beziehungen zur Feststellung der Krystallsysteme verwandt werden können. Über die Dispersion der optischen Achsen in ihren verschiedenen Modalitäten hat er gleichfalls grundlegende Beobachtungen ausgeführt. Am Zinnober fand er die Cirkularpolarisation auf. Großes Interesse erregte 1876 seine Entdeckung des Mikroklins, des triklinen Kalifeldspats. Er schrieb: «Nouvelles recherches sur les propriétés optiques des cristaux» (Par. 1867) und das nicht vollendete «Manuel de minéralogie» (Bd. 1, ebd. 1862; Bd. 2, Heft 1, 1874). ^[Spaltenwechsel]
Desclot, Bernardo, catalanischer Geschichtschreiber des 14. Jahrh., hat eine interessante Chronik hinterlassen, in der Peters Ⅲ. von Aragonien Leben und Thaten bis zu seinem Tode (1325) eingehend beschrieben werden. Veröffentlicht wurde dieselbe von Buchon in: «Chroniques étrangères relatives aux expéditions françaises pendant le ⅩⅢ<sup>e</sup> siècle» (Par. 1840; Orléans 1876). Vgl. S. Sampere y Miquel in der «Revista de ciencias», 1880, S. 45, und Morel Fatio in der «Romania», Ⅹ, S. 233. Eine neue Ausgabe der «Historia de Pedro Ⅲ.» soll in der «Biblioteca de escritores aragonenses» und in der «Biblioteca catalana» erscheinen.
Descoudres (spr. däkuhdr), Ludwig, Maler, geb. 1820 in Cassel, begann daselbst seine künstlerische Laufbahn zunächst mit der Absicht Architekt zu werden. Nach einer ital. Reise trat er 1845 bei K. Sohn in Düsseldorf als Schüler ein; 1854 bewirkte Schirmer seine Berufung an die junge Karlsruher Schule, an der D. nun eine eifrige Thätigkeit entfaltete. Sein erstes bedeutendes Werk, Francesca da Rimini (1850; Privatbesitz in Brünn), erregte durch die ernste und ideale Auffassung allgemeine Aufmerksamkeit. Es folgten dann: Die büßende Magdalena (1852; Privatbesitz in Koblenz), Pietà (1855; Galerie zu Karlsruhe), Anbetung der Hirten (1857), Ruhe auf der Flucht (1858; letztere beide im Besitz des Großherzogs von Baden), Die heiligen Frauen vor dem Kreuz (1863; Nikolaikirche in Hamburg), Christus am Kreuz (1869; Karton in der Galerie zu Karlsruhe). Von profanen Werken sind hervorzuheben: Iphigenia (1865; im Besitz des Großherzogs von Baden), Psyche und Pan; von Genrebildern: Unter dem Roten Kreuz (1872) und Glückliches Sein. D. starb 23. Dez. 1878 in Karlsruhe.
Descriptĭo (lat.), Beschreibung (s. d.).
Des-dur (ital. re bemolle maggiore; frz. ré bémol majeur; engl. d flat major oder des major), die Dur-Tonart, bei der h, e, a, d und g um einen halben Ton erniedrigt werden, also 5 ♭ vorgezeichnet sind; die parallele Moll-Tonart ist B-moll (s. Ton und Tonarten).
Deseādo, Puerto, oder Port Desiré, Bucht an der Ostküste des patagonischen Tafellandes in Südamerika, unter 48° südl. Br. und 66° westl. L. von Greenwich, an der Mündung des Flusses D.
Deseilligny (spr. -ßäjinjih), Alfred Nicolas Pierrot, franz. Staatsmann, geb. 9. Mai 1828 zu Paris, war Direktor eines Hüttenwerks in Creusot unter seinem Oheim Eugène Schneider, dessen Tochter er heiratete. Durch seinen Schwiegervater in bonapartistische Kreise gezogen, kam er 1869 als Regierungskandidat in den Gesetzgebenden Körper. Seit 1871 Mitglied der Nationalversammlung, gehörte er daselbst dem linken Centrum an und trug 1873 mit zum Sturze Thiers’ bei. Hierauf trat er als Minister der öffentlichen Arbeiten in das Kabinett Broglies, wurde 26. Nov. 1873 Handelsminister, nahm aber 17. Mai 1874 mit dem ganzen Kabinett seine Entlassung. Er starb 14. April 1875 zu Paris.
Deseine (spr. -ßähn), Louis Pierre, franz. Bildhauer, geb. 20. Juli 1749 zu Paris, gewann 1780 den großen Preis und bildete sich dann als Stipendiat auf der franz. Akademie in Rom. 1785 nach Paris zurückgekehrt, wurde er 1791 Mitglied der Akademie. Sein Hauptwerk ist die 1807 ausgeführte