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Diaspora – Diät (Lebensweise)
Schemnitz in Ungarn, Campolungo bei Faido (im Dolomit mit Korund), Greiner in Tirol (mit Cyanit), Naxos und Ephesus (mit Schmirgel), Newlin (bei Unionville) in Pennsylvanien (hier besonders schön).
Diaspŏra (grch., d. i. Zerstreuung), bei den griechisch redenden Juden und im Neuen Testament die Gesamtheit der seit dem Babylonischen Exil außerhalb Palästinas unter den heidn. Völkern, besonders in Ägypten und Kleinasien, zerstreut lebenden Juden; im 1. Jahrh. n. Chr. bei den Judenchristen die außerhalb der Gemeinden des Heiligen Landes zerstreut lebenden Glaubensgenossen; jetzt bei den Herrnhutern alle außerhalb der Gemeindeorte wohnenden Glieder der Brüdergemeinen; in der prot. Kirche die in kath. Ländern und anderwärts zerstreut lebenden prot. Gemeinden. – Vgl. Borchard und Kobbelt, Die deutsche evangelische D. (Gotha 1890 u. 1892).
Diaspŏrakonferenz, evangelische, 1882 im Anschluß an die Hauptversammlung des Gustav-Adolf-Vereins in Wittenberg begründete Konferenz mit dem Zweck, die Verbindung mit den evang. Gemeinden und Geistlichen des Auslandes zu stärken. Sie besteht meist aus solchen prot. Geistlichen, die früher selbst in der Diaspora thätig gewesen sind, und unterstützt ihre Pfleglinge, meist in deutschen Kolonien, aus den Erträgnissen einer Kirchenkollekte und durch Zusendung junger Prediger; ihre Wirksamkeit umfaßt alle Weltteile.
Diastáltisch (grch.), sich ausdehnend; Gegensatz systaltisch, sich zusammenziehend.
Diastāse (vom grch. diástasis, «Trennung», «Spaltung»), ein sog. ungeformtes Ferment, das die Fähigkeit besitzt, schon in kleinsten Mengen bei Gegenwart von Wasser große Mengen von Stärke in Dextrin und gärungsfähige Maltose zu zerlegen. Sie bildet sich beim Keimen der Gerste und anderer Körnerfrüchte aus Eiweißstoffen der Pflanze (Pflanzenfibrin). Die Bedeutung dieses Vorgangs besteht darin, daß das unlösliche Stärkemehl hierbei gelöst und von den Ablagerungsstellen in den Samen an die Verbrauchsstellen transportiert wird, wodurch die Ernährung des Keimes möglich wird. Die D. ist noch nicht rein dargestellt worden, sie ist löslich in Wasser und enthält außer Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff auch Stickstoff. Man erhält sie aus wässerigen Malzauszügen durch Fällen mit Alkohol als weißes amorphes Pulver. Man macht von der D. in der Bierbrauerei und der Spiritusfabrikation Gebrauch. Das durch Keimen der Gerste und darauf folgendes Töten des Keimes bereitete Malz enthält die D., die beim Maischprozeß bei einer Temperatur von etwa 60° die Stärke in gärungsfähige Produkte umwandelt. In der Branntweinbrennerei zerlegt die im sog. Brennmalz enthaltene D. noch größere Mengen von Stärke, die in Form von Kartoffeln, Roggen, Mais zugesetzt wird. Durch Erhitzen über 75° verliert die D. ihre Wirksamkeit. Die Gegenwart von Mineralsäuren, Alkalien (kaustischen und kohlensauren), Metallsalzen, Arsenik, Alkaloiden, Blausäure, Tannin, Carbol, wie überhaupt antiseptischer Stoffe, verhindern oder verlangsamen die Wirkung der D. Ähnlich wirken andere ungeformte Fermente, wie das Emulsin der Mandeln, das lösliche Ferment der Hefe und auch tierische Sekrete, wie der Speichel (Ptyalin), der Bauchspeichel (Pankreatin) u. a.
Diastăsis (grch.), das krankhafte Auseinanderweichen von Knochen und Knorpel. ^[Spaltenwechsel]
Diastēma (grch., Zwischenraum), in der altgriech. Musik soviel wie Intervall; diastematisch («mit Zwischenräumen»), ausgehalten, lang anhaltend.
Diastimēter (grch.), s. Entfernungsmesser.
Diastōle, auch Ektăsis (grch., eigentlich das Auseinanderziehen), in der Metrik die durch die Kraft des rhythmischen Accents (der Arsis) bewirkte Dehnung oder Verlängerung einer Silbe, im Gegensatz zur Systole oder Verkürzung einer langen Silbe. – In der Physiologie ist D. Erweiterung der Herzkammer. Die D. folgt auf die Systole, d. h. auf die aktive Zusammenziehung des Herzkammermuskels. (S. Herz.)
Diastōlik (grch.), bei den ältern Musiktheoretikern die Lehre von den Ab- und Einschnitten (Incisionen und Interpunktionen) und wiederum von den Verbindungen (Konjunktionen) der musikalischen Perioden in der melodischen Setzkunst. Seit Sulzer («Theorie der schönen Künste») sagt man dafür Phrasierungslehre.
Diastȳlos (grch., «weitsäulig»), eine Säulenhalle, bei der der Abstand von Säule zu Säule drei untere Säulendurchmesser oder mehr beträgt.
Diät (grch.), im allgemeinen die gesundheitsgemäße Lebensweise. Da die Aufnahme der Speisen und Getränke einen sehr erheblichen Einfluß auf das Wohlbefinden des menschlichen Körpers äußert, hat sich der Begriff des Wortes D. mehr und mehr beschränkt auf den gesundheitsgemäßen Gebrauch von Nahrungsmitteln und Getränken, wie sich dieselben nach den jeweiligen Zuständen des Körpers als notwendig und vorteilhaft erweisen. Durch die chem. Untersuchungen ist die Zusammensetzung der Nahrungsmittel und Getränke klargestellt. Man weiß die in ihnen vorkommenden Stoffe zu scheiden, soweit sie für die Ernährung des Körpers von Wichtigkeit sind, soweit sie nur Reizmittel für Mund und Verdauungsapparat darstellen oder soweit sie einen nutzlosen und sogar schädlichen Ballast für die Ernährung bilden. Die genaue Kenntnis des Zustandes und der Beschaffenheit der einzelnen Nahrungsmittel und Getränke ist daher die erste und notwendigste Voraussetzung zu einer zweckmäßigen Regulierung der D. Hierbei ist nicht nur das quantitative Verhältnis zu beachten, ob der Körper die seinem Bedarfe entsprechende Menge von Nährstoffen erhält, sondern nicht minder das qualitative, das darin zum Ausdruck kommt, daß die Speisen und Getränke in einer Form und in einem physik. Zustande rein und unverfälscht gegeben werden, worin sie von dem jeweilig Genießenden am besten ertragen und verdaut werden können. Die Grundsätze einer zweckentsprechenden D. haben aber außer auf die Nahrungsmittel auch auf den Körperzustand, auf die Tüchtigkeit und die Leistungsfähigkeit der Verdauungsorgane volle Rücksicht zu nehmen, und somit scheiden sich die Vorschriften der D., je nachdem sie für Gesunde oder Kranke und Rekonvalescenten, für Kinder oder Erwachsene, für Ruhende oder Arbeitende bestimmt sind. Die Arbeiten auf diesem Gebiete haben einen Umfang gewonnen, daß sich die Lehre über die D. der Gesunden zu einem abgeschlossenen Darstellungsbilde (s. Ernährung) gestaltete.
Die geringste Widerstandskraft besitzt der Magen und Verdauungsapparat im Säuglingsalter. Die Muttermilch, die in kaum schwankender Zusammensetzung, in gleichmäßig flüssiger Form, in der Temperatur des menschlichen Körpers und völlig keimfrei geboten wird, ist darum die natur- ^[folgende Seite]