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Hexyl – Heyden (Friedr. Aug. von)
Hexȳl, s. Hexane.
Hexȳlsäure, normale, s. Capronsäure.
Hey, Wilh., Fabeldichter, geb. 26. März 1790 zu Leina im Gothaischen, studierte in Jena Theologie und Philologie, wurde 1818 Pfarrer in Töttelstädt, 1827 Hofprediger in Gotha, endlich Superintendent in Ichtershausen, wo er 19. Mai 1854 starb. Sein Ruf gründet sich auf seine «Fünfzig Fabeln für Kinder» (anonym, Hamb. 1833 u. ö.) und «Noch fünfzig Fabeln» (ebd. 1837 u. ö.). Mit den trefflichen Zeichnungen von Otto Speckter gewannen diese Fabeln bald allgemeine Verbreitung. – Vgl. Bonnet, Der Fabeldichter Wilh. H. (Gotha 1885); Th. Hansen, Wilh. H., nach eigenen Briefen und Mitteilungen seiner Freunde dargestellt (ebd. 1886).
Heydebrand und der Lasa, Tassilo von, Schachmeister, geb. 17. Okt. 1818 zu Berlin, trat 1845 in die diplomat. Laufbahn ein und war lange deutscher Gesandter in Kopenhagen. Gegenwärtig lebt er in Wiesbaden. Er ist der eigentliche Verfasser des unter dem Namen von P. R. von Bilguer (s.d.) bekannten «Handbuchs des Schachspiels», des größten und vorzüglichsten Werkes über das Schachspiel. H. veröffentlichte ferner noch 1857 zusammen mit R. Franz die Schachpartien und Endspiele von Damiano, einem alten portug. Autor. Ein gediegenes Lehrbuch der Theorie des Schachspiels ist H.s «Leitfaden für Schachspieler» (1848; 5. Aufl. 1880). H. schrieb außerdem viele interessante Abhandlungen. Er besitzt die größte Schachbibliothek in Europa.
Heydekrug. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Gumbinnen, hat 802,32 qkm, (1890) 42143 (19631 männl., 22512 weibl.) E., 182 Landgemeinden und 24 Gutsbezirke. – 2) Flecken und Hauptort des Kreises H., an der Sziesze (Schische) und der Linie Insterburg-Memel der Preuß. Staatsbahnen, Sitz des Landratsamtes und eines Amtsgerichts (Landgericht Memel), hat (1890) 343 E., Vorschußverein, Fisch- und Gemüsehandel.
Heydemann, Heinrich, Archäolog, geb. 24. Aug. 1842 zu Greifswald, studierte in Tübingen, Bonn, Greifswald und Berlin, unternahm nach Veröffentlichung seiner Schrift «Hiupersis» (einer Untersuchung über griech. Vasenbilder, Berl. 1866) eine Reise nach Italien und Griechenland, habilitierte sich 1869 in Berlin, erhielt 1874 einen Ruf als Professor an der Universität Halle und starb hier 10. Okt. 1889. H. veröffentlichte ferner: «Über eine nacheuripideische Antigone» (Berl. 1868), «Griech. Vasenbilder» lebd. 1870), «Vasensammlungen des Museo Nazionale zu Neapel» (ebd. 1872), «Terrakotten aus dem Museo Nazionale zu Neapel» (ebd. 1882), «Dionysos’ Geburt und Kindheit» (Halle 1886), «Pariser Antiken» (ebd. 1887). Seit 1876 schrieb er alljährlich das Winckelmann-Programm.
Heyden, Adolf, Architekt, geb. 15. Juli 1838 in Krefeld, ging 1857 nach Berlin, wo er sich 1863 bereits mit Erfolg an mehrern Konkurrenzen beteiligte. Auch leitete er 1860‒62 schon die Wiederherstellungsarbeiten am Münster zu Herford in Westfalen. Seit 1864 selbständig, wendete sich H. neben dem Baufache zugleich demjenigen des Kunstgewerbes und der Dekoration zu. Bei der Berliner Domkonkurrenz gewann er sowohl für ein gotisches als für ein Renaissanceprojekt den Preis. Mit Walter Kyllmann unter der Firma Kyllmann und Heyden verbunden, bethätigte er sich vorwiegend im Privatbau, worin die Kaisergalerie in Berlin (1869‒73) hervorragt. Von Monumentalbauten sind die Johanniskirche in Düsseldorf, die evang. Kirche in Höchst, die Postgebäude in Breslau und Rostock, das Logengebäude in Potsdam und das Palais der bayr. Gesandtschaft in Berlin (1890) hervorzuheben. Ferner sind ihre Ausstellungsbauten zu nennen, von welchen das aus Stein, Eisen und Glas konstruierte Landes-Kunstausstellungsgebäude zu Berlin, ursprünglich 1883 für die Hygieineausstellung bestimmt, in deutscher Renaissance versucht ward. Vielfach ist H. für das Kunstgewerbe (Tafelsilber für Prinz Wilhelm von Preußen, Ehrengeschenke für den Reichskanzler Bismarck) und für Festdekorationen beschäftigt. H. ist seit 1879 Mitglied der Berliner Akademie und gehört dem Senat dieses Instituts an. ^[Spaltenwechsel]
Heyden, Aug. von, Maler, Sohn des folgenden, geb. 13. Juni 1827 in Breslau, studierte anfangs die Bergwissenschaften in seiner Vaterstadt und in Berlin und trat in die Dienste des Herzogs von Ujest als Generalbevollmächtigter und Dirigent von dessen Bergwerksunternehmungen. Aus Liebe zur Kunst bezog er, bereits 32jährig, in Berlin als Schüler Holbeins die Akademie, arbeitete dann bei Steffeck und ging 1861 nach Paris zu Gleyre und Th. Couture. Sein erstes größeres Gemälde: Die heil. Barbara, für die Kirche in Dudweiler, erhielt im Salon 1863 die goldene Medaille. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg erhielt das Gemälde Luther und Frundsberg in Worms. 1866 folgte er dem preuß. Heere nach Böhmen. Seitdem wendete sich H. überwiegend dem Idealgebiet zu, nachdem er mit dem Vorhanggemälde des Berliner Opernhauses: Arion auf den Meereswogen (1868), Erfolg erzielt hatte, und unterbrach seine zahlreichen derartigen Schöpfungen nur, um gelegentlich seine Kostümstudien künstlerisch zu verwerten. Es folgten: 1869 Die Brautwerbung der Prinzessin Clémence, 1870 Das Märchen (Sänger und Nereide), Der Festmorgen (Nationalgalerie in Berlin), Der Angler, Glückliche Zeit, Siesta, 1871 das Velarium des Reichsfriedens für den Siegeseinzug in Berlin, 1872 der Walkürenritt (im Besitz des Deutschen Kaisers), 1874 Leukothea, 1876 Märtyrer auf dem Scheiterhaufen, 1877 Ödipus vor der Sphinx, 1878 Der Hochzeitsritt Olofs, 1880 Wittichs Rettung (Galerie zu Karlsruhe), 1881‒82 die Wandgemälde der Verleihung des Magdeburger Stadtrechts (1253) und die Verkündigung des Preuß. Landrechts (1794) für den Schwurgerichtssaal in Posen, 1883 Eva vor Dante, 1886 Der Schatz, 1887 Markgraf Gero und die gefangenen Sachsen für das Gymnasium in Guben, 1890 Treue Kameraden, 1891 Almenrausch und Edelweiß, zu welchen noch mehrere Dekorativarbeiten im Rathause, im Generalstabsgebäude und in der Nationalgalerie zu Berlin wie im Kornschen Hause zu Breslau kommen. 1893 wurde der früher gemalte Vorhang im Berliner Opernhause durch einen andern mit Darstellungen aus der nord. Mythologie, ebenfalls von H. geschaffen, ersetzt. H.s Bilder zeichnen sich durch heiteres und festliches Arrangement aus. Er verfaßte «Blätter für Kostümkunde» (Berl. 1876 fg.), «Die Tracht der europ. Kulturvölker» (Lpz. 1889); außerdem zwei illustrierte Bergmannsmärchen «Aus der Taufe» (Berl. 1878), «Die Perlen» (ebd. 1881). Seit 1882 wirkte H. als Professor der Kostümkunde an der Akademie zu Berlin, legte aber 1893 sein Lehramt nieder. Er ist seit 1890 Mitglied des Staatsrates.
Heyden, Friedr. Aug. von, Dichter, geb. 3. Sept. 1789 auf dem väterlichen Gute Nersken bei Heils- ^[folgende Seite]