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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Losoncz – Lösung

dinaten der Anzahl der von 100 Teilen Flüssigkeit gelösten Teile fester Substanz entsprechen, und die betreffenden Punkte dann miteinander verbindet. Die L. von Stoffen, deren Löslichkeit der Temperatur proportional wächst, sind gerade Linien. Verbindungen, deren Löslichkeit in größerer Progression als die Temperatur zunimmt, erhalten nach anfwärts gekrümmte, solche Stoffe dagegen, deren Löslichkeit erst wächst, von einer bestimmten Temperatur an aber abnimmt, haben geknickte kurven.

Losoncz (spr.-schonz), Stadt mit geordnetem Magistrat im ungar. Komitat Neográd, in 191 m Höhe, an der Eipel, an der Linie Budapest-Hatvan-Ruttka der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 7400 meist magyar. E., in Garnison zwei Bataillone des 25. Infanterieregiments «Freiherr von Pürcker», Post, Telegraph, ein Staatsobergymnasium, warme Bäder; Emaille-, Kunstdünger- und Tuchfabriken.

Losophān, Trijodmetakresol, ein etwa 80 Proz. Jod enthaltendes Antiseptikum, das in weißen, bei 121° schmelzenden Nadeln krystallisiert und gegen Hautkrankheiten empfohlen wird.

Lospapiere, s. Prämienanleihen.

Lospapierversicherung, s. Effektenversicherung.

Los Rios, Provinz der Republik Ecuador, zwischen Leon, Pichincha, Bolivar und Guayas, hat 5917 qkm und 32800 E.; Kakaobau und Viehzucht. Zahlreiche Nebenflüsse des Guayas und Bodegas durchschneiden die Tiefebene.

Los Santos de Maimona, Stadt, s. Santos, Los.

Löß, ein lehmähnlich aussehendes Gestein, besteht aus außerordentlich feinen, staubartigen Mineralteilchen, namentlich von Quarz und Stäubchen von kohlensaurem Kalk, die einen so geringen Zusammenhalt besitzen, daß das Gestein kreideartig abfärbt und im Wasser zerfällt. Der L. ist licht gelblichbraun gefärbt, von Wurzelröhrchen durchzogen, bildet senkrechte Abstürze, wo er von fließendem Wasser angenagt wird, ist völlig ungeschichtet und führt meist eigentümlich gestaltete Mergelkonkretionen, die Lößpuppen, Lößmännchen oder Lößkindel (s. Konkretion, mineralog.), und neben diesen gewöhnlich Gehäuse von Landschnecken sowie Knochen von Elephas, Rhinoceros u. a. In Deutschland hat der L. seine Hauptverbreitung im Rhein- und im Donauthal sowie an den Thalgehängen einiger andern Flüsse; er zeigt hier eine Mächtigkeit von wenigen bis zu 80 m und hat sich von der Diluvialzeit bis zur Gegenwart bei Überflutungen durch Hochwasser abgelagert. In China dagegen erreicht der L. nach den Forschungen F. von Richthofens eine Mächtigkeit bis zu 700 m; er stammt dort in den regenarmen Gebieten Innerasiens von den verwitterten Gesteinen der Gebirge und wurde als staubartiges Material durch den Wind über große Flächen verbreitet. Als Seelöß bezeichnet man dann diejenigen Massen, die in abgeschlossene Seebecken zusammengeschwemmt worden waren, wie denn auch jetzt die Flüsse Chinas gewaltige Mengen von L. in das Gelbe Meer hinausschaffen. Nicht selten sind in China und in Turkestan unterirdische Wohnungen im L. angelegt. – Vgl. F. von Richthofen, China, Bd. 1 (Berl. 1877).

Losscheibe, eine Riemenscheibe (s. d.).

Lößkindel, s. Konkretion und Löß.

Lößnig, s. Leipzig (S. 57 b).

Lößnitz, Stadt in der Amtshauptmannschaft Schwarzenberg der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, an der Linie Chemnitz-Aue-Adorf der Sächs. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Zwickau), hat (1895) 5902 E. (1890: 5886, darunter 68 Katholiken), Postamt zweiter Klasse, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, großes Rathaus, Wasserleitung, Versorganstalt, Sparkasse; Fabrikation von Maschinen, Hüten, Wäsche, Strumpf-, Baumwoll- und Seidenwaren, Zinndekorationen, Papierhülsen, Spiel- und Argentanwaren, Gerberei, Stuhlbauerei und Holzbildhauerei.

Lossprechung, s. Absolution (jurist.).

Lostage, Lurtage oder Noteltage, die Tage des Jahres, an die sich in Bezug auf Wetterprophezeiung der Volks- und Aberglaube bindet. Diesen Tagen wird eine höhere Bedeutung als den übrigen zugeschrieben. Es sind deren im ganzen 84, von denen der Januar die meisten mit 11, der Mai die wenigsten mit 5 hat. Die wichtigsten und berühmtesten sind: Neujahr, Dreikönigstag, Lichtmeß, St. Matthias, St. Markus, Philipp-Jakobi (1. Mai), Johannistag, St. Jakob, Matthäus, St. Michael, St. Andreas und Weihnachtsabend. Außerdem sind alle Kirchenfeste L., ebenso die sog. Zwölf Tage und Nächte, der Siebenschläfer (27. Juni) und die Gestrengen Herren (s. d.).

Lostorf, Schwefelbad bei Olten (s. d.).

Losung (jurist.), ein für gewisse Fälle begründetes Vorkaufsrecht, wie es heute fast ganz verschwunden ist; so die Erblosung der nächsten Verwandten, die Marklosung der Markgenossen, die Nachbarlosung des nächsten Nachbarn, die Teillosung der (Eigentümer von durch Realteilung entstandenen Parzellen im Verhältnis zueinander. (S. Retrakt.) In einem andern Sinne ist L. die Tageskasse, der Erlös eines Tages in einem Geschäft.

Losung (militär.), nach der deutschen Felddienstordnung ein als Erkennungszeichen innerhalb einer Vorpostenstellung während der Dunkelheit dienendes Wort, welches von dem Höchstkommandierenden täglich ausgegeben werden kann (aber nicht muß). Jeder Posten hat jedem sich ihm Nähernden die L. abzufordern; wer sie nicht kennt oder unrichtig giebt, wird zum nächsten Durchlaßposten (s. d.) gewiesen; wenn der Angerufene hierbei Miene zum Entfliehen macht, wird auf ihn geschossen. – Die in früherer Zeit gebräuchliche (reglementarisch, wenn auch nicht thatsächlich, bis zum Erlaß der Felddienstordnnng von 1887 gültige) Form der L. bestand in einem zusammengesetzten Worte (z. B. Feldflasche), dessen erster Teil von dem Angerufenen als Erkennungszeichen, dessen zweiter Teil, die Gegenlosung, vom Anrufenden leise genannt wurde. Nach richtiger Nennung mußte der Angerufene noch das aus einen: Taufnamen bestehende Feldgeschrei nennen, bevor er als legitimiert galt. Auf jeden, der L. und Feldgeschrei gar nicht wußte oder falsch abgab, sollte ohne weiteres geschossen werden. Diese schwerfällige, aus der Zeit der Werbeheere stammende Form war für den neuern Vorpostendienst eine wertlose Spielerei.

Losung, Lösung, in der Jägersprache Bezeichnung für die Exkremente des Wildes und des Hundes, besonders gebräuchlich bei dem edeln Wild, einschließlich des zur hohen Jagd gehörigen Federwildes. (S. Geschmeiß.)

Lösung, Auflösung, Solution, ein flüssiges homogenes Gemisch verschiedener Körper. Zu ihrer Herstellung bedarf es wenigstens einer Flüssigkeit, des Lösungsmittels, das entweder anderweite flüssige Verbindungen oder feste oder gasförmige