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Papua-Golf – Para (Kupfermünze)
Papūa-Golf, große flache Einbuchtung an der engl. Südküste von Neuguinea.
Papūa-Inseln, Gruppe größerer Inseln, zusammen 7788 qkm umfassend, welche vor der Nordwestspitze von Neuguinea liegen und zur niederländ. Residentschaft Ternate gehören; die hauptsächlichsten sind: Salawati, Waigéu, Misol, Gebi und Popa.
Papūalori, s. Pinselzüngler.
Papyrīn, s. Pergamentpapier.
Papyrogrāph (grch.), ein in England erfundener Apparat zum schnellen Kopieren von Zeichnungen und Schriftstücken. Die Schrift wird mittels einer scharfen Feder und einer besondern chem. Tinte auf die unpräparierte Seite eines Papiers aufgetragen, dessen andere Seite wasserdicht ist. Hierbei zerstört die Tinte die wasserdichte Schicht, so daß eine Art Schablone entsteht, die zur Herstellung von 200 bis 300 guten Abdrücken mittels eines besondern kleinen Apparats in einer Kopierpresse benutzt werden kann.
Papȳrus antiquōrum W. (Cyperus papyrus L.), Papyrus- oder Papierstaude, Papyrus, einzige Art der Pflanzengattung Papyrus, mit sehr starker, kriechender Wurzel und blattlosen, dreikantigen, unterhalb, wo sie am stärksten sind, armdicken Halmen, die an ihrem obern Ende einen dichten Schopf von Blättern und Blütenständen tragen (s. Tafel: Cyperaceen, Fig. 2). Die Staude wächst in seichtem Wasser an Ufern, in Sümpfen Afrikas, auch Siciliens (hier besonders am Anapo [s. d.] und dem ihm zugehenden Kyaneflüßchen); besonders häufig scheint dieselbe aber von den ältesten Zeiten her in Ägypten gewesen zu sein, wo sie jetzt selten ist. Sie wurde im Altertum vielfach zu Flechtwerk, Schuhen, Tauen u. s. w., aber hauptsächlich als Beschreibmaterial verwendet. Bereits in sehr alter Zeit diesem Zwecke dienend, kam der P. a. seit Alexander d. Gr. allgemein in Gebrauch; seine Bearbeitung vervollkommnete sich bei Griechen und Römern. Die Häute unter der Rinde wurden in ihren einzelnen Lagen mit einer Nadel losgelöst, je eine auf eine mit Leim bestrichene Tafel ausgebreitet und quer darüber eine zweite Lage gelegt und durch Leim verbunden. Das so gewonnene feste Papier wurde sodann getrocknet. Einer verbreiteten Ansicht zufolge galt die Seite des Papyrus, welche die Längsfasern aufwies, als Vorder- und die mit den Querfasern als Rückseite. (S. Papyrusrollen.)
Papyrusrollen, aneinander geleimte Streifen des aus der Papyrusstaude bereiteten Schreibmaterials, die oft, nachdem sie auf der einen Seite beschrieben waren, um ein am Ende des ganzen Stücks angebrachtes, oben und unten mit Knöpfen versehenes Stäbchen gerollt wurden. Sie sind in größerer Menge zuerst bei den Ausgrabungen von Herculanum zum Vorschein gekommen, wo man seit 1752 in den Ruinen eines röm. Landhauses 1790 solche Volumina in halbverkohltem Zustand (daher auch Bibliolithen genannt) fand, die, nach Neapel geschafft, eine besondere Abteilung des ehemaligen Museo Borbonico bilden. Die Aufwicklung der P., eine äußerst mühsame Operation, wurde durch eine von dem Pater Antonio Piaggi erfundene Maschine erleichtert, mit deren Hilfe bis jetzt etwa der dritte Teil der ganzen Sammlung aufgewickelt ist. (Vgl. Comparetti und De Petra, La villa Ercolanese die Pisoni, i suoi monumenti e la sua biblioteca, Tur. 1883.) Die aufgewickelten P. wurden unter Aufsicht der Mitglieder der Herculanischen Akademie in Kupfer gestochen. Sie erschienen u. d. T. Herculanensium voluminum quae supersunt (11 Bde., Neap. 1793‒1856) und Voluminum Herculanensium collectio altera (10 Bde., ebd. 1861‒75). Der spätere König Georg Ⅴ. von England schickte als Prinz von Wales 1802 einige engl. Gelehrte nach Neapel, um Faksimiles der bis dahin aufgerollten Stücke anzufertigen, die jetzt in der Bodleyanischen Bibliothek in Oxford aufbewahrt werden und zum Teil veröffentlicht sind u. d. T. Herculanensium voluminum Ⅱ partes (2 Bde., Oxf. 1824‒25). Einen Katalog der Oxforder Fragmente veröffentlichte Scott (Oxf. 1885). In Deutschland haben sich besonders Sauppe, Spengel, Gomperz, Usener und Bücheler um die Entzifferung und Erklärung dieser Reste der griech. Litteratur (mit Ausnahme eines einzigen Fragments, eines lat. Gedichts, Schriften griech. Philosophen aus der Epikureischen Schule, namentlich des Philodemus) verdient gemacht. ^[Spaltenwechsel]
Seit Anfang des 19. Jahrh. bis in die neueste Zeit hat man auch in ägypt. Gräbern auf Mumien zahlreiche einzelne P. in verschiedenen Sprachen (meist griechisch) beschrieben gefunden; die ältesten reichen bis ins 18. Jahrh. v. Chr. hinauf, die jüngsten bis ins zehnte nachchristliche hinunter. Die meisten enthalten Urkunden, die einen interessanten Einblick gewähren in die Verwaltung und die Verhältnisse Ägyptens in der Ptolemäerzeit (eine 44 engl. Fuß lange Urkunde, der längste erhaltene Papyrus, über Verwaltung der Ölpflanzungen Ptolemäus’ Ⅲ.) und besonders in der röm. Kaiserzeit. Andere, die sog. Zauberpapyri, geben Aufschluß über die eigenartige Religionsmischung und den Aberglauben der Zeit. Einer der berühmtesten ist der Papyrus Prisse (ein Codex der Moral), «das älteste Buch der Welt», zuerst herausgegeben 1847 in Paris, ferner das von Lepsius publizierte «Totenbuch» und der sog. Papyrus Ebers (medizinischen Inhalts). – Vgl. Leemans, Pappyri graeci musei antiquarii publici (Leid. 1843); Lindsay, The Fayoum papyri in the Bodleian library («Athenaeum», Nr. 3019, S. 304 fg.); Wessely, Prolegomena ad Papyrorum graecorum novam collectionem, edendam (Wien 1883); Karabacek, Mitteilungen aus der Sammlung der Papyrus Erzherzog Rainer, Ⅰ‒Ⅴ (ebd. 1891‒93); ders., Die Grafschen Funde in Ägypten (der Papyrusfund von El-Faijûm u. s. w., ebd. 1883); von Hartel, Über die griech. Papyri des Erzherzogs Rainer (ebd. 1386); P. Mahassy, The Flinders Petrie Papyri, Ⅰ. Ⅱ (Dublin 1891‒93); Greek Papyri in the British Museum (Faksimiles, Lond. 1894); Ägypt. Urkunden aus den königl. Museen zu Berlin, hg. von der Generalverwaltung (Berl. 1892 fg.); Revillout (und Eisenlohr), Corpus papyrorum Aegypti (2 Bde., Par. 1885‒90).
Papyrusstaude, s. Papyrus antiquorum.
Paquelinscher Brennapparat (spr. pakläng-), s. Thermokauter.
Para oder Aktsche, die kleinste türk. Kupfermünze, 1⁄40 des türk. Piasters und demnach als Bruchteil des Goldpiasters (s. Piaster) in der Geltung von etwa 0,46 deutschen Pf. In Ägypten war das kleinste Münzstück seit 1866 das Stück zu 10 P. aus Bronze; bis dahin das kupferne Fünfparastück; seit 1887 ist dort die kleinste Bronzemünze das Stück zu ¼ Ochr el-Gersch (der Piaster wird daselbst amtlich in 10 Ochr el-Gersch geteilt) oder ebenfalls 1⁄40 Piaster und in Goldwährung = etwa 0,52 Pf. (S. auch Lira.) In Serbien heißt P. der 100. Teil des Dinars (s. d.), ebenfalls in Bronze dargestellt und = etwa 0,8 Pf.