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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Phyllocactus - Physik
und Ottrclith charakteristisch. Sowohl petrograpbisch
als geologisch stedt der P. in der Mitte zwischen
Glimmerschiefer und gewöhnlichem sedimentärem
Thonschiefer, und in beide finden auch überhänge
statt. Er bildet die obersten Komplexe der archäischen
Formaiionen und führt als Einlagerungen nament-
lich Quarzite, krystallinische Kalke, Hornblcndcsckie-
fer, so im Erzgebirge, ostbavr. Grenzgebirgc, den
Ardennen, den Centralalpen; seine großen eben-
sckicferigen Spaltungsplatten liefern an manchen
Orten ausgezeichnetes Material zum Tachdeckcn.
?k?11ooa.otn31.^., Flügelkaktus, Gattung
der Kakteen (s. d.) mit 13 Arten, die im tropischen
Amerika von Mexiko bis Brasilien vorkommen, epi-
pbytisch lebende Sträucher, bei denen Stamm und
'Aste stark zusammengedrückt, blattartig verbreitert
und am Rande weitläufig gekerbt sind. Im Alter
werden sie an der Basis holzig und stielrund. Die
Blüten entspringen aus den derben iener Schein-
blätter, offnen sich zur Nachtzeit und schließen sich
bei Sonnenaufgang für immer oder bleiben mehrere
Tage lang geöffnet. Die bekanntesten Arten sind'
?. ^c-kermknni ^/an). (f. Tafel: Kakteen, Fig. 11"
aus Mexiko, wegen der großen, prächtigen, schar-
lackrotcn Blumen in den Stuben gehalten, und ?.
ci-kn^v^ >8<^n (Mexiko) mit tiefgekerbten Stengel-
gliedern und großen weißen Blumen.
Phyllodium, ein blattartig ausgebildeter Blatt-
stiel, an dem die eigentliche Blattspreite entweder
ganz fehlt oder nur rudimentär entwickelt ist. Solche
P. haben ^u. a. viele Arten der Gattung ^.cacia.
Phyllom lgrch.), in der Botanik soviel wie Blatt.
I>k?-11onibän8iÄa.o, Familie der Diskodaktv-
lier (s. Froschlurche), mit Ohrdrüscn, vollständig em-
wickeltemGchörapparat und großen Haftscheiben an
den Zcben. Diese den Laubfröschen verwandten Tiere
lcben auf Bäumen in Südasicn und Südamerika.
VliMopertkN^ s. Laubkäser.
?k^11opnsrl8tin2.s, s. Laubsängcr.
?KMopöaa., s. Blattfüßcr.
I>k^11ornitkiÄ2.v, s. Laubvögel.
?KMo8önia., s. Panzerkrebse.
?K^1103t0N12., ?K^1108t0NI2.tiä2S, s.
Blattnasen. ^s. d.).
Phyllotaxis (grch.),^Lehre von der Blattstellung
I>KMoxsra. v2.3t2.trix, s. Neblaus.
Phylogenie oder Phylogönie (vom grch.
s)1ivi0n, Geschlecht, Stamm, und 86Q08, Abkunft),
auch Zoogonie genannt, eine neuere, im Gefolge
der Darwinschen Lehre entstandene Wissenschaft, dic
sick wesentlich auf die Paläontologie stützt. Dieselbe
i'ucht die Entwicklung sämtlicher Tiere und Pflanzen
aus einer Anzahl von Grundformen (Phylen) zu
verfolgen. Die phylogenetische Entwicklung schlägt
durck die Reihe der Trergattungen hindurch vielfach
dieselben Wege ein, welche die ontogenische Entwick-
lung an einem und demselben Tiere zeigt. Hierauf
oeruht das biogenetische Grundgesetz. Beispiele
bierfür sind die verschiedenen Formen der Amphi-
dicnklasse sowie die Verschiedenheiten der Metamor-
phose des Frosches. (S. Biogenetisches Grundgesetz
und Entwicklungsgeschichte.)
?k?32.1i3 L., Pflanzengattung aus der Fami-
lie der Solanaceen (s. d.) mit gegen 30 Arten, meist
in den wärmern Gegenden Nordamerikas. In
Deutschland kommt nur die Judenkirsche, Bla-
senkirsche, Schlutte oder Teufelspuppe, ?.
^keken^i ^., vor, eine krautartige Pflanze mit
eiförmigen zugespitzten Blättern und schmutzigweißen
Blüten. Die Frucht ist eine etwa kirschengrove glän-
zendroie Beere, von dem nach dem Abblübcn sich
stark vergrößernden Kelch tutensörmig umschlossen
(s. nachstehende zwei Textfiguren, a mit ganzem, d mit
zur Halste entferntem Kelch). Der Kelch ist eben-
falls zur Zeit der
Fruchtreife leb-
haft rot gefärbt.
Die Beere hat
einen süß-säuer-
licken Geschmack
und ist sowohl roh
wie eingemacht
zu essen, das
Kraut dagegen
ist gistig. Wegen
des schönen Auf-
sehens des blasig erweiterten Kelchs wird die Pflanze
cst in Gänen gezogen. Die Beeren waren als Laccae
^Ili^en^i offizinell. Die rohen oder eingemachten
Früchte (Ananaskirschen) der peruanischen?.
6äu1i3 oder ^eruviank ^. sind in ihrer Heimat eine
'beliebte Speise.
?k?-5oi2., Flechte, s. ^armeiia.
Phyfema (grck.), Aufblähung, Windsucht.
?k^8etbi-, s. Potwale.
Physharmonika, s. Harmonium.
Physiäter (grch.j, Naturarzt; Physiätrie,
Naturheilung, Heilkrast der Natur.
Physik sgrch., von z)1i)'Li8, Natur), im weitesten
Sinne die Lebre von dem Verhalten der Natur-
körper. In diesem Sinne umfaßt die P. die Physio-
logie <s. 0.), die Chemie (s. d.) und die P. im engern
Sinne. Diese letztere, die hier allein in Betracht
kommt, behandelt alle diejenigen Veränderungen in
den Formen und den Beziehungen der leblosen
Körper, die ohne einen Wechsel der stofflichen Zu-
sammensetzung eintreten, und sucht die Gesetze für
dieselben aufzustellen. Zur Erreichung dieses Ziels
schlügt die P. einen zweifachen Weg ein, den der
bloßen Beobachtung und den des Versuchs oder des
Experiments (Experimentalphysik).
Wenn auch die Anfänge der P. bis auf die alten
ion. Philofophen (Thales, Anaximenes u. s. w.)
zurückgehen, so ist doch der Gewinn, den das Alter-
tum dieser Wissenschaft gebracht hat, ein sehr ge-
ringer gewesen. Die alten Philosophen glaubten im
allgemeinen, entgegengesetzt der Methode der heu-
ngen Natursorschung, schneller ans Ziel zu gelangen,
wenn sie, von einem allgemeinen Princip ausgehend,
das Wesen der Dinge zu erkennen versuchten. Das
Experiment, als Prüfstein des richtigen Vorschrei-
rens, blieb ihnen um so mehr fremd, als ihre Ideen
zum großen Teil sehr unbestimmt waren und eben
deshalb eine Anwendung auf die Wirklichkeit nicht
gestatteten. Sobald klare Ideen mit dem Experi-
ment sich verbanden, wie bei den Untersuchungen
des Archimedes über den Hebel und das Verhalten
der in Wasser eingetauchten Körper, mußte man
sofort zur Aufsindung der wahren Gesetze gelangen.
Außer jenen Arbeiten des Archimedes sind aus dem
Altertum nur noch die Optik des Euklid, die auf
Flüssigkeiten und die Lust sich beziehende Schrift
des Hero von Alexandria sowie die namentlich von
leiten derPythagorischen Schule ausgeführten Unter-
suchungen über die Tonverhültnisse erwähnenswert.
Aber auch das Mittelalter hat die Entwicklung der
P. nicht gefördert. Zu dem Mangel an mathem.
Kenntnissen, dem Glauben an Zauberei, der in