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Pla – Plafondmalerei
Pla, Hafen an der Sklavenküste, s. Groß-Popo.
Plaatse, s. Fehn- und Moorkolonien (Bd. 6, S. 628 b).
Placage (frz., spr. plakahsch’), soviel wie Fournierplatten und fournierte Arbeit (s. Fournieren).
Placard (frz., spr. plakahr), Thür-, Schrankverkleidung; auch soviel wie Plakat.
Placement (frz., spr. plaßmáng), das Aufstellen; Dienst, Anstellung: Anlage, Unterbringung (von Geld und Anleihen), Absatz (von Waren).
Placénta (lat.), Mutterkuchen, Fruchtkuchen, das im Grunde der schwangern Gebärmutter gelegene Organ, durch welches das Ei fest an die Gebärmutter angeheftet wird und durch dessen Vermittelung das Blut des Embryos (s. d.) jene chem. Veränderungen erfährt, die es zur Ernährung des letztern geeignet machen. Die menschliche P. besitzt die Gestalt eines flachen länglich-runden Kuchens von 15 bis 18 cm Durchmesser, 2 bis 4 cm Dicke und 0,5 bis 0,75 kg Gewicht, besteht aus einem weichen, schwammigen, äußerst gefäßreichen Gewebe und entwickelt sich teils aus den Zotten des Chorions, der mittelsten Eihaut des Embryos, teils aus der Gebärmutterschleimhaut selbst. In dem Maße, als hier die kindlichen und mütterlichen Blutgefäße einander entgegenwachsen und in innige allseitige Berührung treten, erfolgt durch die zarten Gefäßwandungen hindurch ein reger Stoffaustausch zwischen dem mütterlichen und kindlichen Blute, der für die Ernährung und weitere Entwicklung des Embryos von der größten Bedeutung ist. Krankhafte Lostrennungen und Entartungen der P. bewirken das Absterben der Frucht und geben eine häufige Ursache der Fehlgeburt (s. d.) ab. Die abnorme Lage des Mutterkuchens am innern Muttermund (Placenta praevia) kann während der Geburt Anlaß zu lebensgefährlichen Blutungen geben und erheischt sofortige ärztliche Hilfe (möglichst schnelle Beendigung der Geburt durch Wendung oder Anlegung der Zange). Bald nach der Geburt des Kindes wird auch die P. samt den Eihäuten als sog. Nachgeburt von der Gebärmutter losgetrennt und ausgestoßen. – Über P. in der Botanik s. Gynäceum.
Placentĭa, der lat. Name von Piacenza (s. d.).
Plācet (vom lat. placet, «es gefällt», das als Zustimmungs-, Bejahungsformel besonders der Bischöfe auf Konzilien gebraucht wird), auch Placĕtum regĭum, die von der Staatsgewalt beanspruchte Befugnis, eine Präventivcensur gegenüber den Erlassen kirchlicher Autoritäten auszuüben, so daß diese ohne die staatliche Genehmigung nicht veröffentlicht werden dürfen. Schon während des Mittelalters ist das P. ausgebildet worden, zuerst in Bayern, und findet sich auch in modernen Gesetzgebungen trotz der kirchlichen Verurteilung des Instituts. In Deutschland hat sich der Rechtsstand dahin gestaltet, daß eine Anzahl von Staaten (z. B. Preußen) auf jede präventive Maßnahme kirchlichen Erlassen gegenüber verzichtet, andere (Bayern) das P. in vollem Umfang selbst für dogmatische Entscheidungen beibehalten haben, noch andere (Sachsen, Württemberg) für Anordnungen, welche in bürgerliche oder staatsbürgerliche Verhältnisse eingreifen oder nicht rein geistliche Gegenstände betreffen, dasselbe festhalten, wahrend Erlasse rein kirchlicher Natur der Staatsregierung bei der Publikation nur zur Einsicht zu unterbreiten sind, womit die österr. Gesetzgebung sich bei allen bischöfl. Erlassen begnügt. Der evangelischen Kirche gegenüber ist im allgemeinen ein P. bis jetzt nicht für nötig erachtet worden. Das neue preuß. Recht, welches der evang. Kirche eine selbständige Gesetzgebung eingeräumt hat, fordert für Kirchengesetze, bevor sie dem Landesherrn zur oberbischöfl. Sanktion unterbreitet werden, ein P. des Gesamtstaatsministeriums. – Vgl. Hinschius, System des kath. Kirchenrechts, Bd. 3 (Berl. 1879‒83); Marquardien, Handbuch des öffentlichen Rechts, Bd. 1 (Freib. i. Br. 1883‒87). ^[Spaltenwechsel]
Plachmal, Zwischenprodukt einer früher üblichen, jetzt jedoch verlassenen Methode der Goldscheidung, bei der das güldische Silber mit Schwefelantimon zusammengeschmolzen wurde. Das Silber verbindet sich dabei mit dem Schwefel, während das Gold mit dem Antimon zusammentritt. Die beim Erkalten sich von dem Antimongold sondernde Masse von Schwefelsilber und Schwefelantimon wurde als P. bezeichnet.
Placidĭa Galla, Tochter des röm. Kaisers Theodosius Ⅰ. von seiner zweiten Gemahlin Galla, kam 408 n. Chr. bei der Kapitulation von Rom als Geisel in das Heerlager des Westgotenkönigs Alarich; hier gewann sie die Liebe seines Schwagers und Nachfolgers Athaulf, der im Jan. 414 sich mit ihr zu Narbonne vermählte. Nachdem aber Athaulf im Juli 415 zu Barcelona ermordet worden war, kehrte P. G. 416 nach Ravenna zu ihrem Bruder Honorius zurück, der sie (Jan. 417) dem illyr. Heermeister (und seit 421) auch Mitregenten) Constantius zur Gemahlin gab. Aus dieser Ehe stammte der spätere Kaiser Valentinian Ⅲ. (geb. 419) und die Prinzessin Honoria. Constantius starb schon 421, und P. G. führte seit 425, wo ihr Sohn mit dem Purpur geschmückt wurde, für ihn die Regentschaft. Sie starb 27. Nov. 450 zu Rom und wurde in einer noch erhaltenen prachtvollen Grabkapelle zu Ravenna beigesetzt.
Placieren (frz., spr. plaß-), an einen Platz stellen, setzen; einen Dienst verschaffen; unterbringen (s. Placement).
Placĭtum (lat.), Gutachten, Willensmeinung; P. imperĭi, Beschluß der Reichsstände.
Plackage (spr. -ahsche, frz. placage), s. Bekleidung (in der Befestigungskunst).
Placodérmen oder Panzerganoidfische, Fische paläozoischer Schichten von teilweise bedeutender Größe und sehr seltsamer Form, die statt des Schuppenkleides ganz oder teilweise mit fest aneinander gefügten, großen und dicken Knochenplatten bepanzert waren. Wichtige Gattungen der P., besonders in Rußland, England und Amerika gefunden, sind Pteraspis, Cephalaspis, Coccosteus, Pterichthys, Dinichthys, Titanichthys. – Vgl. die Werke über P. von L. Agassiz, Pander, Traquair und Newberry.
Placŏdus Ag., ein Halisaurier (s. d.) und Analogon der pyknodonten Fische (s. Pyknodonten) unter jenen, deren Gaumen mit zahlreichen, bis 2,5 cm breiten, rundlichen Mahlzähnen förmlich gepflastert waren. Die Zähne des P. kommen in der deutschen Trias vor, die meisten Schädel wurden bei Bayreuth ausgegraben, daneben fanden sich enorm lange, bikonkave Glieder der Wirbelsäule. Nahe verwandt ist Cyamodus.
Placophŏra, s. Käferschnecken.
Plafond (frz., spr. -fóng), die flache Decke des Innenraums eines Gebäudes.
Plafondmalerei, s. Deckenmalerei.