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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Poren – Porphyrbreccie

pelle des heil. Rochus und mit Tizian den Saal der Pregadi und die St. Johanniskirche aus. Vom Herzog Hercules Ⅱ. nach Ferrara berufen, um die Kartons für die gewirkten flandr. Tapeten zu zeichnen, starb er daselbst im Jan. 1539, angeblich an Gift. In der Schönheit und Glut der Farben und in der Mürbheit (morbidezza) des Nackten wetteifert er mit den venet. Malern, besonders mit Tizian. Dramat. Lebendigkeit, kraftvolle, häufig ans Derbe streifende Fülle der Gestaltung kennzeichnen seine Schöpfungen. Seine Hauptbedeutung liegt in der Freskomalerei.

Poren (grch.), die Zwischenräume, welche die Masse eines Körpers unterbrechen; dieselben sind meist mit Luft, Gasen oder Flüssigkeiten, die zur gegebenen Materie nicht wesentlich gehören, erfüllt. Die Eigenschaft der Körper, P. zu besitzen, wird Porosität genannt. Man bemerkt an dem Körper teils größere, teils kleinere P., die oft schon mit bloßen Augen sichtbar sind; namentlich zeigt aber das Mikroskop in den festen Substanzen aus dem Tier- und Pflanzenreich in den Wandungen der Gefäße eine große Menge der feinsten P., die für den Lebensprozeß dieser Organismen von der größten Wichtigkeit sind. Von dem Vorhandensein von P. in dichten Hölzern überzeugt man sich dadurch, daß man Quecksilber unter Benutzung des Luftdruckes durch dieselben hindurchpressen kann. Das Einsaugen des Wassers in Hydrophan unter Entwicklung von Luftblasen, das Durchdringen von gefärbten harzigen Auflösungen durch Marmor lassen gleichfalls auf das Vorhandensein von P. in diesen Körpern schließen. Daß selbst ein dichtes Metall wie Gold P. hat, ist dadurch nachgewiesen worden, daß eine hohle Goldkugel mit Wasser gefüllt und dieses unter hohen Druck gesetzt wurde, wodurch es an der Oberfläche der Kugel in Gestalt feiner Tröpfchen heraustrat.

Von den thatsächlich nachweisbaren P. sind zu unterscheiden die hypothetischen intramolekularen Zwischenräume, auf deren Vorhandensein man aus der Volumänderung der Körper durch Druck und Wärme, aus der Absorption der Gase durch Flüssigkeiten und feste Körper zu schließen pflegt. Diese Zwischenräume denken sich viele Physiker mit dem Lichtäther erfüllt.

Über die Schweißporen s. Haut (Bd. 8, S. 902 a).

Porenkephălie (grch.), eine eigentümliche Mißbildung des Gehirns, bei der sich an der Oberfläche des Großhirns größere oder kleinere, mit Serum erfüllte Lücken vorfinden, die sich mehr oder weniger tief in die Hirnsubstanz, ja bis in die Seitenventrikel fortsetzen. Die eigentümlichen Defekte entstehen wahrscheinlich durch eine fötale Hirnhaut- und Hirnentzündung, bei der die entzündeten Gehirnteile erweicht und resorbiert werden. – Vgl. Kundrat, Die P. (Graz 1882).

Porer, Felseninsel und Leuchtturm bei Promontore in Istrien.

Porifĕra, s. Schwämme.

Porionu, s. Tahiti.

Porkirche, soviel wie Emporkirche (s. d.).

Pornogrāph (grch.), Verfasser unzüchtiger, schamloser Schriften; Pornographie, Schmutzlitteratur; Pornokrătie, Buhlerinnenherrschaft.

Porōgi (russ., Einzahl: poróg, d. h. Schwelle), in Rußland allgemeine Bezeichnung von Stromschnellen, Katarakten.

Pororōca, Naturerscheinung an der Mündung des Amazonenstroms (s. d., Bd. 1, S. 498 b). ^[Spaltenwechsel]

Poros, griech. Insel, s. Kalauria.

Porosität, s. Poren.

Poroty̆pie (grch.), ein Verfahren, von den mit Fettfarbe genommenen Buch-, Stein- oder Kupferdrucken Kopien zu erzeugen. Neuere vollkommenere Verfahren haben die P. wohl gänzlich verdrängt.

Porpezīt, faules Gold, eine in Brasilien (in der Capitania Porpez) vorkommende Varietät des gediegenen Goldes, die gegen 10 Proz. Palladium und 4 Proz. Silber enthält.

Porphyr, im weitern Sinn jedes eruptive Gestein, das in einer dem bloßen Auge dicht oder homogen erscheinenden oder äußerst feinkörnigen Grundmasse größere, rundum ausgebildete Krystalle irgend eines Minerals scharf hervortretend enthält. Der Name (porphyrites) kommt vom grch. porphýra, die Purpurschnecke, und es wurde mit ihm zunächst im Altertum das purpurfarbene Gestein aus den ägypt. Steinbrüchen belegt; da dieses sich durch die genannte Struktur auszeichnet, so wurden später alle übrigen dieselbe aufweisenden Gesteine ohne Rücksicht auf die Farbe P. genannt. Je nach der Natur der Ausscheidungen unterscheidet man allgemein z. B. Quarzporphyr, Feldspatporphyr (Orthoklas-, Labradorporphyr), Leucitporphyr, Hornblendeporphyr, Glimmerporphyr, Augitporphyr. Die P. sind nur besondere Strukturformen von andern Massengesteinen, bei denen die mineralischen Gemengteile alle mehr oder weniger dieselbe Größe besitzen, und in der Regel sind jene größern Ausscheidungen vor der Grundmasse fest geworden. Doch hat man sich neuerdings allmählich daran gewöhnt, nur die mit einem solchen charakteristischen Gefüge versehenen Felsarten, die sich durch einen Gehalt an monoklinem Orthoklasfeldspat auszeichnen, Porphyre, alle diejenigen, in denen plagioklastische trikline Feldspate die Hauptrolle spielen, Porphyrite zu nennen, und man unterscheidet von diesem Gesichtspunkt aus: 1) Quarzporphyr (s. d.); 2) quarzfreien P., ohne Quarz, bloß mit Orthoklas, das Äquivalent der Syenite; 3) Dioritporphyrit, in dessen Grundmasse außer den Plagioklasen auch häufig dunkler Glimmer oder Hornblende hervortreten, das Äquivalent der Diorite; 4) Diabasporphyrit, der außer Plagioklas auch noch Augit ausgeschieden aufweist, die porphyrische Modifikation der Diabase. Früher begründete man die Unterscheidung von P. und Porphyrit auf die An- oder Abwesenheit von erkennbarem Quarz.

Die eigentlichen quarzführenden P. sind weitverbreitete Eruptivgesteine, die in der Form von Gängen, Kuppen, Decken vorkommen und namentlich während der Steinkohlenformation und der Ablagerung des Rotliegenden, auch stellenweise noch während der Triaszeit an die Oberfläche gedrungen sind. Viele Porphyrarten haben von jeher Anwendung in der Architektur und selbst in der Bildhauerkunst gefunden und dadurch sind eine Menge nichtwissenschaftlicher Unterscheidungen und Benennungen derselben entstanden, z. B. Porfido rosso (roter ägypt. Porphyrit, dunkelblutrote Grundmasse mit fleischfarbigen Feldspatkrystallen, dessen antike Steinbrüche am Dschebel Dokhan wieder aufgedeckt sind), Porfido nero, Porfido bruno, Porfido verde (dunkelgrüner Labradorporphyrit mit hellgrünen Feldspaten von Marathonisi und Lebetsova im alten Lacedämonien), Mordiglione u. s. w.

Porphyrbreccie, ein klastisches Gestein, bei dem scharfkantige Bruchstücke von Porphyr durch