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Sätherberg – Satrapen
«Χρονικὸν ἀνέκδοτον Γαλαξειδίου» (ebd. 1865), «Νεοελληνικὴ φιλολογία» (ebd. 1868), eine «Geschichte Griechenlands unter den Türken» (ebd. 1870), eine des griech.-mittelalterlichen Theaters (2 Bde., 1879) u. a.
Sätherberg, Carl Herman, schwed. Dichter, geb. 19. Juni 1812 zu Tumba unweit Stockholm, studierte in Lund Medizin, nahm als Marinearzt an einer Expedition nach Südeuropa teil und wirkte 1847‒79 als Vorstand des gymnastisch-orthopäd. Instituts zu Stockholm. Von seinen Gedichten sind zu nennen: «Dikter, äldre och nyare» (Stockh. 1862‒63), das Drama «Naima» (ebd. 1870) und der Linné feiernde Romanzencyklus «Blomsterkonungen» (ebd. 1879), endlich die treffliche Gedichtsammlung «Khalifens äfventyr» (ebd. 1888).
Satī, meist Satti, oder nach engl. Schreibweise Sutti oder Suttee, der Akt der Witwenverbrennung in Indien. S. heißt im Sanskrit «die Gute», «die Treue». Als solche galt in Indien schon frühzeitig die Frau, die sich beim Tode ihres Gatten mit auf dem Scheiterhaufen verbrennen ließ. Der Name S. ist erst von den Europäern seit dem 17. Jahrh. irrtümlich auf die Verbrennung selbst übertragen worden. Die Witwenverbrennung ist in Indien sehr alt und ursprünglich vielleicht auf die Kaste der Krieger beschränkt gewesen. Sie wird bereits von den griech. Schriftstellern zur Zeit Alexanders d. Gr. erwähnt und mehrfach im ind. Epos. Während einige ind. Schriftsteller sie als verdienstlich preisen, verwerfen andere sie als nutzlos und thöricht, heute ist sie von der engl. Regierung streng verboten und kommt nur noch selten in den Gebieten vor, die unter engl. Einfluß stehen. Beschreibungen des Vorganges finden sich oft bei den Reisenden; vgl. z. B. Tavernier, Six voyages en Turquie, en Perse et aux Indes (Bd. 2, S. 427 fg. der Ausgabe Utrecht 1702, ursprünglich Par. 1676).
Satin (frz., spr. -täng, d. i. Atlas), im allgemeinen jeder atlasartig gewebte Stoff; daher seidener S. soviel wie Atlas (s. d.); wollener S. soviel wie Wollatlas und Lasting (s. d.); baumwollener S. soviel wie Englisches Leder (s. d.).
Satinépapier, s. Atlaspapier.
Satinholz (spr. -täng-), s. Atlasholz.
Satinieren (frz.), ein Verfahren, durch welches in Papierfabriken und Buchdruckereien dem Papier ein hoher Grad von Glätte und ein atlasartiger Glanz erteilt wird. (S. Papier, Bd. 12, S. 863 b.) Über das S. der Papiertapeten s. Tapeten.
Satiniermaschine, s. Papier (Bd. 12, S. 864 b).
Satire, eine bei den Römern entstandene Dichtart, erhielt wegen der in ihrem Wesen liegenden Buntheit des Inhalts und der Form ihren Namen von der jüngern Form (Satĭra) des altlat. Wortes Satura (s. d.). Völlig zu scheiden ist die S. von dem griech. Satyrspiel (s. d.), welche Verwechselung zu der falschen Schreibart «Satyre» Anlaß gab, und von den Schmähgedichten des Archilochus. Die römische S., durch Ennius kunstmäßig gestaltet und durch Lucilius zur selbständigen Gattung erhoben, wurde vorzüglich von Horaz, Persius und Juvenal weiter ausgebildet. Die Aufgabe der S. ist, den Widerspruch der Wirklichkeit mit dem Ideal, also die Nichtigkeit der herrschenden Thorheiten und Laster der Zeit, besonders der gesellschaftlichen Zustände und der Neigungen einzelner Stände, selbst Irrungen und Verkehrtheiten des Staatslebens und der polit. Parteien in ihrer ganzen Blöße darzustellen und so auf deren Besserung und Veredelung einzuwirken. Man kann eine direkte, strafende S. (Juvenal) und eine indirekte, lachende S. (Horaz) unterscheiden. Die direkte S. hält das Ideal offen neben den gegeißelten Gegenstand und enthüllt mit bitterm sittlichem Unwillen dessen Schlechtigkeit, die indirekte E. schiebt dem gegeißelten Gegenstand den Schein der Wahrheit unter, um ihn dann durch Witz und Laune zum Bekenntnis des innern Widerspruchs zu zwingen. Die direkte verfällt oft durch scharfe Trennung zwischen Ideal und Wirklichkeit in das Prosaische, die indirekte erhält sich meist auf der Höhe heiterer Ironie, oder sogar auf der des rein Komischen. In der Einkleidung erlaubt die S. große Mannigfaltigkeit, indem sich Brief, eigentliche Erzählung und Epos, Gespräch, Komödie, Lied und Fabel dazu eignen. Die S. blüht vorwiegend in Zeiten der Auflösung veralteter Zustände. Der Niedergang Roms und das 16. Jahrh. waren ihre Glanzperioden. Doch neigt auch alle lehrhafte Reflexionspoesie naturgemäß zur S. Unter den Spaniern sind Cervantes und Quevedo, unter den Franzosen Rabelais, Boileau und Voltaire, unter den Engländern S. Butler und Swift, unter den Deutschen Hutten, die Verfasser der «Epistolae obscurorum virorum» (s. d.), Fischart, Moscherosch, Abraham a Santa Clara und Lauremberg als größte Satiriker zu nennen; nur die Zahmheit der deutschen Zustände des 18. Jahrh. konnte Liscow und Rabener als Satiriker gelten lassen. Eigenartig ausgebildet erscheint die deutsche S. in der Tiersage (s. d.) und im Eulenspiegel (s. d.). Auch die bildende Kunst handhabt als Karikatur die S.; schon das Mittelalter ist überaus reich an satir. Bildern. Die polit. Witzblätter der Gegenwart ziehen aus dieser Verbindung dichterischer und bildlicher S. ihre Hauptwirkung. ^[Spaltenwechsel]
Satis (lat.), genug.
Satisfaktion (lat.), Genugthuung, insbesondere diejenige, die der Kavalier, Student, Offizier, überhaupt der Satisfaktionsfähige dem von ihm Beleidigten giebt. Die S. kann in Revokation allein oder verbunden mit Deprekation, oder im Stellen zum Duell (s. Zweikampf) bestehen. Die Revokation kann jeder unbeschadet seiner Ehre annehmen. Wer die S. überhaupt verweigert, wird für satisfaktionsunfähig erklärt. Auf Universitäten tritt in diesem Fall Verruf ein. – Über S. in der kirchlichen Lehre s. Genugthuung und Versöhnung.
Satladsch (engl. Sutlej), Nebenfluß des Indus, der östlichste Strom des Pandschab (s. d.), entspringt nördlich von dem Himalaja in Tibet unter 30° 8′ nördl. Br. und 81° 53′ östl. L. in der Nähe des heiligen Sees Manassarowar (s. d.). Er fließt zuerst in nordwestl. Richtung durch Längsthäler des Himalaja bis zur Mündung des von NW. kommenden Spiti oder Li und zeichnet sich sowohl durch die Höhe seines Strombettes als auch durch die Schnelle seines Stroms aus. Von Rampur bis nach Bilaspur ist sein Lauf westsüdwestlich. Hier tritt er in die Ebene des Pandschab. Etwas oberhalb von Hareki vereinigt er sich mit dem Biaß und erhält nun während eines weitern Laufs auf 480 km bis zu seiner Vereinigung mit dem Tschinab den Namen Ghassa. Über die frühern Namen des S. s. Hydaspes.
Satrāpen (altpers. Khsathrapâvan) hießen im alten Persischen Reiche die zum Teil erblichen, alteingesessenen Fürstengeschlechtern entstammenden Statthalter der Provinzen. Sie waren in erster Linie