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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dénouement – Denudation

er sich besonders der Kupferstechkunst. Er begleitete Bonaparte nach Italien und Ägypten und bearbeitete das verdienstliche Werk «Voyage dans la Haute et Basse Égypte» (2 Bde., Par. 1802, und Ausg. in 1 Bd., mit Atlas; nachgedruckt in London mit verbessertem Text, 2 Bde.). Auch hatte er als Mitglied des Ägyptischen Instituts bedeutenden Anteil an der «Description de l’Égypte». Von Bonaparte zum Generalinspektor der Museen ernannt, entwickelte er in dieser Stellung eine große Thätigkeit. Besonders erhielt er den Auftrag, in den eroberten Ländern die Kunstschätze auszuwählen, welche als Siegestrophäen nach Paris geführt werden sollten. Nach der ersten Restauration behielt er seine Ämter, die er nach der zweiten verlor, weil er sich 1815 dem zurückkehrenden Kaiser wieder genähert hatte; doch blieb er Mitglied des Instituts. Seitdem lebte er zurückgezogen und beschäftigte sich mit der Herausgabe der «Monuments des arts du dessin chez les peuples tant anciens que modernes» (beendet von Amaury Duval, 4 Bde., Par. 1829, mit 315 Tafeln in Fol.). D. starb 27. April 1825 zu Paris. – Vgl. La Fizelière, L’œuvre originale de Vivant D. (Par. 1872‒73); J. ^[Jules] Renouvier, Histoire de l’art pendant la Révolution (2 Bde., ebd. 1863); Roger Portalis, Les dessinateurs d’illustrations au ⅩⅧ<sup>e</sup> siècle (2 Bde., ebd. 1877); R. Portalis und H. Beraldi, Les graveurs du ⅩⅧ<sup>e</sup> siècle (3 Bde., ebd. 1880‒82).

Dénouement (frz., spr. -numáng), Entwicklung, Lösung (s. Auflösung).

De novo (lat.), von neuem.

Densimēter (grch.), Dichtenmesser, diejenigen Aräometer (s. d.), deren Skalen die Dichten direkt anzeigen, ohne daß man diese erst, wie bei den andern Aräometern, zu berechnen braucht. Die Teilstriche eines D. werden durch Versuche gefunden und zwar dadurch, daß man das Instrument nach und nach in verschiedene Flüssigkeiten von bekannter, d. h. nach Versuchen mit andern Aräometern gemessener Dichte bringt.

Densität (lat.), Dichtigkeit.

Dent (frz., spr. dang, d. h. Zahn), in der franz. Schweiz und Savoyen Name scharfkantiger, kegelförmiger Berggipfel, welche oft mit nadelähnlicher Spitze endigen und dann auch wohl Aiguille (s. d.), Nadel (wie in Skandinavien Tinde), genannt werden, während man sie in der deutschen Schweiz als Hörner, anderswo auch als Pik oder Kögel bezeichnet. Sie entstehen vor allen Dingen bei Schichten höherer Erhebung, weil hier die Schichten seltener horizontal gelagert sind und bei steil gerichteten Schichten die Atmosphäre besser erodieren kann. Die bekanntesten dieser Spitzen sind die D. de Jaman (1879 m) an der Grenze der Kantone Waadt und Freiburg mit herrlicher Rundsicht auf die Alpen und den Genfersee; die D. de Morcles (2980 m), der südwestl. Eckpfeiler der Berner Alpen am Rhônedurchbruch von St. Maurice, gegenüber der D. du Midi (3260 m); die D. d’Oche (2225 m) in der savoyischen Landschaft Chablais nördlich vom Genfersee; die D. Parrachée (3712 m) westlich von Lans le Bourg in der savoyischen Landschaft Maurienne; die D. de Vaulion im Jura (1488 m), mit prachtvoller Aussicht. Die höchsten D. enthalten die Penninischen Alpen, wie die D. d’Hérens (4175 m) und die D. Blanche (s. d.); erstere wurde zum erstenmal 12. Aug. 1863 von Hall, Grove, Macdonald und Woodmaß erstiegen. ^[Spaltenwechsel]

Dentăgra (lat.-grch.), Zahngicht.

Dentalĭum, Schneckengattung, s. Elefantenzähne.

Dentāllaute (lat. dentāles), s. Laut.

Dentaphōn (lat.-grch.), ein Hörapparat von ähnlicher Konstruktion wie das Audiphon (s. d.).

Dentatus, Manius Curius, s. Curius Dentatus.

Dent Blanche (spr. dang blangsch), Steinbockhorn, eine der schönsten Berggestalten der Alpen, erhebt sich 11 km westlich vom Zermatt im schweiz. Kanton Wallis, als Knotenpunkt des Gebirgsstocks, der, nördlich vom Hauptkamme der Penninischen Alpen vorspringend, die obersten Thalgründe von Z’Mutt (Nikolaithal), Bricolla (Val d’Hérens) und Zinal (Val d’Anniviers) scheidet, zu 4304 m Höhe. Der Berg, eine vierkantige Gneispyramide, fällt nach W. mit schroffen Felspfeilern und steilen Gletschern zum Becken des Ferpèclegletschers ab, dem die Borgne, der Fluß des Val d’Hérens, entströmt; der Ostfuß wird vom Durand- oder Zinalgletscher umschlossen; südlich senkt sich der Schönbühleisstrom zum Z’Muttgletscher hinab. Die erste Besteigung wurde 1862 von den engl. Klubbisten Kennedy und Wigram von Bricolla aus über die Südkante ausgeführt. Seither ist der Berg mehrfach bestiegen worden.

Dente, Marco, da Ravenna, ital. Kupferstecher, einer der hervorragendsten Schüler Marcantons, verlor 1527 bei der Einnahme Roms sein Leben. Er stach in der Art seines Meisters eine Reihe von Blättern nach Raffael, sowie einige nach Baccio Bandinelli und Giulio Romano.

Dentelieren (frz., spr. dangt’l-), auszahnen, auszacken; dentelierte Arbeit (frz. dentelure, spr. dangt’lühr), ausgezackte Arbeit, Spitzen, Kanten.

Dentes (lat.), Zähne; D. angulāres, Eck- oder Spitzzähne; D. buccāles, Backzähne; D. decidŭi, D. infantīles, Milchzähne; D. incisīvi, Schneidezähne; D. molāres, Mahl- oder Stockzähne (s. Zahn).

Dentīn, das Zahnbein, s. Zahn.

Dentiróstres, s. Zahnschnäbler.

Dentíst (frz. und engl.), Zahnarzt.

Dentition (lat.), Zahndurchbruch, s. Zahn.

Denton-and-Haughton (spr. dennt’n änd haht’n), Stadt in der engl. Grafschaft Lancashire, 41 km südlich von Ashton-under-Lyne, nahe dem Flusse Tame, hat (1891) 13993 E., Kohlenbau und Hutfabrikation.

D’Entrecasteaux-Inseln (spr. dangtrkastoh), zu Oceanien gehörende Inseln im SO. von Neuguinea, zwischen 9 und 10° 10′ südl. Br. sowie zwischen 150 und 151° 20′ östl. L. von Greenwich; sie haben einen Flächeninhalt von 3145 qkm und sind seit April 1885 britisch. Der Archipel umfaßt die größern Inseln Goodenough (880 qkm), Fergusson (1320 qkm) und Normanby (880 qkm, durch die 15 km breite Goschen-Straße vom Ostkap Neuguineas geschieden), ferner die kleinen Eilande Sunday, Welle, Goulvain und Harris. Sämtliche Inseln sind stark gebirgig (Thonschiefer). Auf Fergusson befinden sich erloschene Vulkane und heiße Quellen; in den Bächen von Normanby sind Goldspuren gefunden, auch das Vorkommen von Zinn ist sicher. Die Inseln sind von echten Papua ziemlich dicht bevölkert. – Die D’E., von D’Entrecastcaux entdeckt, wurden erst 1872 von Moresby mit dem Schiff Basilisk sowie neuerdings durch Dr. O. Finsch und Thomson näher erforscht.

Denudation (lat.), Entblößung; in der Geologie zunächst die Entblößung des festen Felsge- ^[folgende Seite]