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Diagraph – Diakonissinnen
nete man zuweilen damit in der Musik das Liniensystem oder die Vorzeichnung der Tonleiter, zuweilen auch die Partitur. Über D. zur zeichnerischen Darstellung einer veränderlichen Größe s. Graphische Darstellung. – In der Mysteriengnosis der Ophiten bedeutet D. (Diagramma) die Zeichnung der Weltkreise, in denen der böse Geist herrscht und aus denen die Geister oder Lichtteile durch Christus zurückgeführt werden. Es galt als Symbol der ophitischen Lehre und als magisches, unter mystischen Gebeten gebrauchtes Mittel. – D. des Hipparchus, s. Hipparchus.
Diagrāph (grch.), Instrument für perspektivische Aufnahmen.
Diagrydĭum, veraltete mediz. Bezeichnung für Scammonium (s. d.).
Diahot (d. h. Großer Fluß), Hauptfluß der franz. Insel Neucaledonien im Großen Ocean, entspringt in dem Gebirgsstocke Tao, flieht von SO. nach NW. und mündet am Nordende, vor der Insel Pam, in die Harcourtbai. Auf etwa 40 km ist er schiffbar; seine Länge ist 150 km. Der D. bewässert das Gold- und Kupferminengebiet.
Diaka, ein Arm des Nigers, s. Debo.
Diakaustische Flächen und Linien, Flächen und Linien, die bei der Brechung des Lichts durch Linsen (z. B. Brenngläser) entstehen. Läßt man durch eine runde Öffnung im Fensterladen in ein verdunkeltes Zimmer Sonnenstrahlen eintreten, und stellt man in den Weg der Strahlen eine Glaslinse, so gehen die Strahlen nach dem Durchgange durch das Glas nicht mehr als ein gerades cylindrisches Bündel weiter, sondern sie laufen alle kegelförmig nach einem ungefähr um die Brennweite (s. d.) von der Linse abstehenden Raume. Sie vereinigen sich aber nicht alle in derselben Entfernung von der Linse, sondern die mehr nach dem Rande zu durch die Linse gehenden Strahlen vereinigen sich näher an der Linse als die in der Nähe der Mitte hindurchgehenden Strahlen, was man besonders bei stark gekrümmten Linsen wahrnehmen kann, indem der Strahlenkegel dadurch eine einwärts geschweifte Oberfläche gewinnt. Diese eigentümlich konkave Lichtfläche nennt man diakaustische Fläche. Jeder Durchschnitt durch letztere, der die Längenachse jenes Lichtkegels enthält (Meridianschnitt), giebt eine eigentümlich hohl geschweifte Lichtlinie, welche diakaustische Linie heißt. Bei der Spiegelung des Lichts auf stark gekrümmten Hohlspiegeln entstehen die ganz ähnlichen katakaustischen Flächen und Linien.
Diākel, soviel wie Diachylonpflaster, s. Bleipflaster.
Diaklysma (grch.), Mundspülwasser, Gurgelwasser.
Diakon, s. Diakonus.
Diakonāt, s. Diakonus.
Diakonĭka, s. Synapte.
Diakonissen, s. Diakonissinnen.
Diakonissenanstalten oder Diakonissen-Mutterhäuser, zur Ausbildung und Verwendung von Jungfrauen zu Diakonissinnen (s. d.) bestimmte Anstalten. Die meisten Diakonissenhäuser sind mit Krankenhäusern oder Siechenanstalten verbunden, andere mit Seminarien für Kleinkinderlehrerinnen. Sie entsenden auf Wunsch und gegen Vergütung die Diakonissen als Krankenpflegerinnen in Hospitäler, Lazarette, zu Privaten oder in die Gemeinden, oder als Pflegerinnen und Kleinkinderlehrerinnen in Bewahranstalten, Krippen und Kleinkinderschulen (Kindergärten), oder als Wärterinnen in Anstalten für Idioten, Epileptische u. s. w. Die älteste Anstalt ist 1836 in Kaiserswerth gestiftet von Th. Fliedner (s. d.). Kaiserswerth hatte 1891 bereits 807 Schwestern und 217 Arbeitsfelder. In Berlin besteht das Elisabethkrankenhaus mit 120 Schwestern seit 1837, Bethanien mit 265 Schwestern seit 1847, das Lazaruskrankenhaus mit 66 Schwestern seit 1867, das Paul Gerhardt-Stift mit 134 Schwestern seit 1876, das Magdalenenstift seit 1888 mit 32 Schwestern. Jede preuß. Provinz hat wenigstens eine Diakonissenanstalt; so Ostpreußen in Königsberg, Westpreußen in Danzig, Pommern in Stettin und Neu-Torney, Posen in Posen, Schlesien in Breslau und Frankenstein, Brandenburg außer Berlin in Nowawes und Frankfurt, Sachsen in Halle, Schleswig-Holstein in Altona und Flensburg, Hannover das Henriettenstift in Hannover, Hessen-Nassau in Wehlheiden, Westfalen in Bielefeld, die Rheinprovinz in Kaiserswerth und Sobernheim. Bayern besitzt D. in Augsburg, München, Neuendettelsau, Speyer, Sachsen in Dresden und Leipzig, Württemberg in Stuttgart und Schwäbisch-Hall, Baden in Karlsruhe und Mannheim, wie auch in Darmstadt (Elisabethenstift), Braunschweig, Hamburg, Bremen, Straßburg und Ludwigslust sich solche finden. D., welche zugleich Kleinkinderlehrerinnen ausbilden, sind Wehlheiden bei Cassel, Kaiserswerth (auch für Volks- und Töchterschullehrerinnen), das Oberlinhaus zu Nowawes bei Potsdam, Dresden, Frankenstein und Neu-Torney; bloß zur Ausbildung solcher dienen die Mutterhäuser in Nonnenweyer, in Großheppach, das Seminar zu Halberstadt und zu Breslau. Unentgeltlich erfolgt die Ausbildung der Kleinkinderlehrerinnen zu Kaiserswerth und Nowawes, wenn sie zugleich den Diakonissenberuf übernehmen. Die D. sind sämtlich auf dem Wege freiwilliger Wohlthätigkeit gegründet und werden, soweit sie sich durch die mit ihnen verbundene Krankenpflege und Lehranstalten nicht selbst erhalten, durch Kirchen- und Hauskollekten sowie durch Geschenke und Beiträge Einzelner unterstützt. Auch außerhalb Deutschland bestehen D. in Österreich-Ungarn (Gallneukirchen in Oberösterreich, Budapest), Schweiz (Bern, Zürich, Echallens, Riehen bei Basel), Niederlande (Utrecht, Haag), Rußland (Petersburg, Mitau, Riga, Reval, Saratow und Helsingfors) sowie in Paris, London, Kopenhagen, Stockholm, Kristiania und in Philadelphia und Rochester in Nordamerika. – Vgl. Schäfer, Die weibliche Diakonie (3 Bde., 2. Aufl., Stuttg. 1887‒83; Schneider, Die innere Mission in Deutschland (2 Bde., Braunschw. 1888); Schäfer, Leitfaden der innern Mission (2. Aufl., Hamb. 1888); Disselhoff, Das Diakonissen-Mutterhaus zu Kaiserswerth a. Rh. und seine Töchterhäuser (Kaisersw. 1892). Organ: Der Armen- und Krankenfreund, hg. von G. Fliedner (Kaiserswerth). ^[Spaltenwechsel]
Diakonissinnen oder Diakonissen (grch., d. h. Dienerinnen), in der altchristl. Kirche Frauen, die mit der Pflege weiblicher Armen und Kranken betraut waren (vgl. Römerbrief 16, 1) und auch in den Gemeindeversammlungen bei der Taufe von Frauen, bei Anrichtung der Liebesmahle u. dgl. Dienste zu thun hatten. Später besuchten sie auch gefangene Christinnen im Kerker. Neben ihnen, und wohl von ihnen verschieden werden noch (1 Tim. 5, 9 fg.) Witwen oder Presbytiden erwähnt, denen wahrscheinlich die Aufsicht über die Frauen der Gemeinde zustand. Die D. wurden unter Handauflegung und Segnung zu ihrem Amte geweiht, was nachmals verboten wurde. Das Konzil von Chalcedon be- ^[folgende Seite]