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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Curtĭus; Curuguru; Curzŏla; Cusa; Cusānus

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Curtius (Theodor) – Cusanus

1848), «Sprachvergleichende Beiträge zur griech. und lat. Grammatik» (Bd. 1, ebd. 1846), die «Grundzüge der griech. Etymologie» (5. Aufl., Lpz. 1879), in welchem Werke er sich die Aufgabe stellte, für die griech. Lexikographie eine streng wissenschaftliche Grundlage zu gewinnen, und «Das Verbum der griech. Sprache» (2. Aufl., 2 Bde., ebd. 1877‒80). Schon vorher hatte C. seine «Griech. Schulgrammatik» (Prag 1852; seitdem in vielen Auflagen) nebst «Erläuterungen» (3. Aufl. 1875) veröffentlicht. Auch gab C. die Arbeiten seiner Schüler und Freunde mit eigenen Beiträgen verbunden in den «Studien zur griech. und lat. Grammatik», Bd. 1‒10 (Lpz. 1868‒78), heraus. Seine letzte Schrift: «Zur Kritik der neuesten Sprachforschung» (ebd. 1885), wendet sich gegen die von der jüngern Generation der Indogermanisten vertretenen Anschauungen und Bestrebungen, die, wenn auch vielfach gerade an C.’ Ansichten anknüpfend, doch über diese hinausgeführt hatten und die er als irrig zu erweisen versucht. Nach seinem Tode gab E. Windisch «Kleine Schriften von G. C.» heraus (2 Bde., Lpz. 1880‒87). – Vgl. Angermann, G. C. (in Bezzenbergers «Beiträgen zur Kunde der indogerman. Sprachen», Bd. 10); Windisch, G. C., eine Charakteristik (Berl. 1887).

Curtĭus, Theodor, Chemiker, geb. 27. Mai 1857 zu Duisburg am Rhein, studierte zu Leipzig Philosophie, Musik und Naturwissenschaften, in Heidelberg und München speciell Chemie. 1880 habilitierte er sich auf Grund seiner epochemachenden Arbeiten über Diazoverbindungen der Fettreihe in Erlangen und wurde 1889 als ord. Professor der Chemie nach Kiel, 1892 nach Würzburg berufen. 1887 entdeckte er das Hydrazin und 1890 die Stickstoff-Wasserstoffsäure. Seine Arbeiten erschienen meist in den «Berichten der Deutschen Chemischen Gesellschaft» und im «Journal für praktische Chemie».

Curuguru (Caracuru), s. Bignonia.

Curzŏla, slaw. Korčula, dalmatin. Insel, von der Insel Lesina und der Halbinsel Sabbioncello durch den Kanal von C. getrennt und von bewaldeten Höhen (bis 573 m) durchzogen, deren vorzügliches Bauholz früher in Massen verschifft wurde. Jetzt wird es zumeist zum Schiffbau verwendet, und die auf C. gebauten Fischerbote gelten als die besten in Dalmatien. Die Insel ist 259 qkm groß und hat (1890) 16100 E., die Schiffbau, Schiffahrt und Fischerei treiben, im westl. Teile Wein sowie in größerm Maße Getreide, Öl und Mandelfrüchte bauen. Die Mauleselzucht gilt als bedeutend. In den Wäldern von C. wird noch der Schakal gefunden. Gute Hafenplätze finden sich im Westen, Norden und Nordosten, der besuchteste Pedochio, in der Nähe des Hauptortes C. in einer nordöstl. Bucht. Im Innern des westl. Teiles liegt Blato (slaw. Blatta) mit 5049, als Gemeinde 8837 E. – Zur Zeit der Römerherrschaft hieß die Insel Melaena, auch Corcyra nigra (von den dunkeln Nadelwäldern) und galt als knidische Kolonie. Im Mittelalter war sie im Besitz Venedigs und kam 1815 an Österreich.

Curzŏla, slaw. Korčula. 1)Bezirkshauptmannschaft in Dalmatien, hat 589,85 qkm und (1890) 24381 kath. E., 5499 bewohnte Gebäude und 4347 Haushaltungen in 7 Gemeinden mit 36 Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke C. und Orebić (Sabbioncello). – 2) Stadt und Sitz der Bezirkshauptmannschaft C., auf der Nordostseite der Insel C. (s. d.), mit einem Hafen, der durch einen 2 km breiten Kanal von dem Nordpunkte der Halbinsel Sabbioncello geschieden ist, hat (1890) 1938, als Gemeinde 6097 E., Post, Telegraph, Bezirksgericht (3 Gemeinden, 11 Ortschaften, 16160 E.), einen Turm (1420), einen Dom San Marco (14. Jahrh.) auf einem Hügel, eine Schiffswerft und einen Steinbruch am Hafen Pedochio. Die Stadt soll in der ersten Zeit der venet. Herrschaft bevölkert und reich gewesen sein und ihren Verfall von der Pest 1558 herleiten, wo die reichsten Familien auswanderten. ^[Spaltenwechsel]

Cusa oder Cuza, Alexander Johann Ⅰ., Fürst der vereinigten Fürstentümer Moldau und Walachei (1859‒66), geb. 20. März 1820 zu Husch, wurde in Paris erzogen und besuchte die Universitäten in Pavia und Bologna. In die Heimat zurückgekehrt widmete er sich dem Staatsdienst. 1848 nahm er hervorragenden Anteil an der freiheitlichen Bewegung und wurde deshalb vom damaligen Fürsten Michael Sturdza in die Verbannung geschickt. Unter dem Fürsten Gregor Ghika kehrte er zurück. Als in der Moldau auf Grund der Pariser Konvention von 1858 die Wahlen zur Gesetzgebenden Versammlung stattfanden, wählte ihn die Stadt Galatz zum Abgeordneten. Unterdessen war C. in die Armee getreten und rückte schnell zum Obersten auf. 1858 trat er als Kriegsminister in das Kabinett der provisorischen Kaimakamie für die Moldau; 5. (17.) Jan. 1859 wurde er durch den Einfluß der Unionspartei in Jassy zum Fürsten der Moldau, dann 24. Jan. (5. Febr.) in Bukarest zum Fürsten der Walachei erwählt und auf die Pariser Konvention beeidigt. Nachdem er durch einen Ferman des Sultans vom 23. Dez. 1861 bestätigt war, erfolgte die Vereinigung der Fürstentümer unter dem Namen Rumänien. Da die Kammern seinen Reformplänen einen hartnäckigen Widerstand entgegensetzten, löste C. sie im Mai 1864 auf und dekretierte eine neue Verfassung. Die überstürzte Aufhebung der bisherigen Grundlasten, die völlige Emancipation des Bauernstandes und die kostspielige Verwaltung des Fürsten erbitterten die Ultrakonservativen. Sie verbanden sich mit der ultrademokratischen Partei und stürzten C. 11. Febr. 1866 durch eine Militärverschwörung. Nach seiner Entthronung lebte C. einige Zeit in Döbling bei Wien, dann in Florenz, später in Wiesbaden und starb 15. Mai 1873 in Heidelberg. Seine 12. Mai 1844 mit Helene Roseti (geb. 27. Juli 1827) geschlossene Ehe ist kinderlos geblieben, doch führen zwei adoptierte Söhne seinen Namen.

Cusa, Nikolaus von, s. Cusanus.

Cusānus, Nikolaus, eigentlich Chrypffs oder Krebs, von seinem Geburtsort Kues an der Mosel von Cusa oder C. zubenannt, Kirchenpolitiker und Philosoph, geb. 1401, ward auf Kosten des Grafen Ulrich von Manderscheid in der Schule der Brüder des gemeinsamen Lebens (s. d.) zu Deventer unterrichtet, begab sich dann nach Italien, ward 1424 zu Padua Doktor der Rechte und begann zu Mainz seine Thätigkeit als Rechtsanwalt. Als er aber seinen ersten Prozeß verloren hatte, wandte er sich der Theologie zu, erhielt um 1430 die Priesterweihe, ward Dekan des Kollegiatstifts St. Florian zu Koblenz, Propst zu Münster-Maynfeld und später Archidiakonus und Protonotar zu Lüttich. Vom päpstl. Legaten Cesarini ward C. im Aug. 1432 als Mitglied des Konzils nach Basel eingeladen und widmete dem Konzil Ende 1433 sein Werk «De concordantia catholica». Wie er hier zuerst nachwies, daß die Dekretalen des Isidor und die Erzählung von der Konstantinschen Schenkung auf Fälschung

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]