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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Dacca; D’accord; Dacelo; Dach

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Dacca – Dach

lehnter Zuruf an ausübende Künstler, das Vorgetragene zu wiederholen.

Dacca, s. Dhākā.

D’accord (frz., spr. dakkohr), in Übereinstimmung.

Dacelo (Anagramm von Alcedo, der Eisvogel), Riesenfischer, s. Eisvögel.

Dach, der Bauteil, durch den die Innenräume eines Gebäudes gegen die von oben einwirkenden Witterungseinflüsse, als Sonnenstrahlen, Regen- und Schneewasser, geschützt werden. Wegen der fernzuhaltenden Schneemassen, die auf das D. einen beträchtlichen Druck ausüben, findet man in kältern Gegenden steile Dachflächen. Gegenüber den ganz platten oder sehr wenig geneigten Dachflächen wärmerer Länder besitzt das D. des deutschen Nordens eine Neigung von 45° und mehr. Ein D. von 45° Neigung heißt Winkeldach. Beim Drittel-, Vierteldach u. s. w. beträgt die Höhe ein Drittel, ein Viertel u. s. w. der Breite. Ein D. von gleicher Höhe und Breite heißt gotisches D., ein solches, dessen Höhe weniger als ein Achtel der Breite beträgt, italienisches D. Bezüglich der äußern geometrischen Gestalt unterscheidet man folgende Dachformen: l.) Satteldach (Fig. 1), bestehend aus zwei sich in einer gewöhnlich horizontalen Geraden (Firstlinie) schneidenden ebenen Flächen; 2) Walmdach, aus 1 dadurch entstanden, daß an den Enden der Firstlinie quer zu dieser noch weitere Dachflächen, Abwalmungen oder Walme, angeordnet sind. Gehen diese so tief herunter, wie die Sattelflächen, so hat man das ganze Walmdach (Fig. 2), dagegen das Krüppelwalmdach, wenn die Enden des Firstes nur teilweise abgewalmt sind (Fig. 3). Schneidet man bei einem ganzen Walmdach durch eine horizontale zwischen First und unterer Dachkante (Traufkante) hindurchgelegte Ebene den obern Teil ab, so entsteht eine Plattform, wonach man ein solches D. 3) Plattform- oder Terrassendach (Fig. 4) nennt; 4) Zeltdach, von pyramidaler oder kegelförmiger Gestalt der gesamten Dachfläche (Fig. 5 u. 6); ein Zeltdach von größerer Höhe als Breite heißt 5) Turmdach (Fig. 7); 6) Kuppeldach (Fig. 8 u. 9), ein Zeltdach mit einfach gekrümmten Dachflächen; 7) die Dachhaube oder Zwiebelhaube (Fig. 10), ein Zelt- resp. Turmdach mit doppelt gekrümmter (geschweifter) Dachfläche; 8) Cylinderdach (Fig. 11) mit cylindrischer Dachfläche; 9) Pultdach (Fig. 12) mit nur einer geneigten ebenen Dachfläche; 10) Mansardendach (nach François Mansard) mit gebrochenen Dachflächen (Fig. 13); 11) Säge- oder Sheddach besteht aus einer Reihe parallellaufender (daher auch Paralleldach genannt) Satteldächer von ungleicher Neigung der Dachflächen, von denen die steilere Fenster enthält (Fig. 14). – Die Wahl der Dachform hängt namentlich von dem Zweck, der Lage und dem Baustil des Gebäudes ab. Für einfachere Wohngebäude gebraucht man meist Sattel-, Walm- und Mansarddächer, für Villen, Schlösser und Kirchen auch noch Turmdächer und Hauben; Sheddächer eignen sich namentlich für Fabriken; Pultdächer braucht man für Seitengebäude (Schuppen, Ställe, kleinere Werkstätten). ^[Spaltenwechsel]

^[Abb. 1 bis 14]

Bezüglich der Konstruktion zerfällt das D. in die beiden Hauptteile Dachstuhl (s. d.) und Dachdeckung (s. d.). Zur Ableitung des Traufwassers dient die Dachrinne (s. d.), als Lichtöffnungen die Dachfenster (s. Fenster). – Vgl. Baukunde des Architekten (Berl. 1890); Schmidt, Die Eindeckung der Dächer (Jena 1885); Gottgetreu, Lehrbuch der Hochbaukonstruktionen (Tl. 2, Berl. 1882); Scharowski, Musterbuch für Eisenkonstruktion (Lpz. 1886‒88); Deutscher Baugewerkskalender 1892; Brandt, Eisenkonstruktionen (3. Aufl., Berl. 1876).

Dach, Simon, Liederdichter, geb. 29. Juli 1605 zu Memel, besuchte die Schulen zu Königsberg, Wittenberg und Magdeburg, studierte seit 1626 in Königsberg Theologie und Philosophie und wurde dort 1633 Kollaborator an der Domschule, 1636 Konrektor. 1639 ward er auf Befehl des Kurfürsten Georg Wilhelm zum Professor der Poesie an der Universität ernannt. Obwohl es ihm in dieser Stellung an äußern Ehren nicht fehlte (1656 Rektor), mußte er sich doch zeitlebens durch Gelegenheitsdichtungen den nötigen Unterhalt verdienen. Zahlreich sind unter diesen die zu Ehren des brandenb. Kurhauses gedichteten Gesänge, gesammelt u. d. T.: «Churbrandenburg. Rose, Adler, Löw und Scepter» (Königsberg ohne Jahr); mit zwei allegorischen Schauspielen vermehrte (Titel-) Auflage u. d. T.: «Poet. Werke, bestehend in heroischen Gedichten» (ebd. 1696). D. starb 15. April 1659 an der Schwindsucht. Die meisten Dichtungen D.s sind Gelegenheitsgedichte; die wenigen aus eigenem poet. Antriebe entstandenen geistlichen und weltlichen Gedichte danken ihre Anregung dem freundschaftlichen Verkehr mit seinen Königsberger Freunden Albert (s. d.), Robertin (s. d.) und deren Kreise. Manche dieser Gedichte sind zu Volksliedern geworden (das berühmteste ist «Anke von Tharaw» [Ännchen von Tharau], 1637 zur Hochzeit eines Freundes, des Pfarrers Portatius, mit Anna Neander im Namen des Bräutigams, niederdeutsch gedichtet) und viele davon in die Gesangbücher seiner Zeit übergegangen. Ausgaben seiner «Gedichte» veranstaltete Oesterley (Lpz. 1876; Auswahl, ebenso in der «Deutschen National-Litte- ^[folgende Seite]