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Dahme – Dahn
Teil der nähern polit. Freunde D.s ihren Standpunkt nur durch freiwilligen Austritt aus dem Parlament wahren zu können meinten, fügte sich D. nur widerstrebend der Mehrheit. An der Versammlung seiner Partei in Gotha (Juni 1849) nahm er Anteil, fühlte sich aber von dem festgestellten Programm wenig befriedigt. Seine spätere polit. Wirksamkeit beschränkte sich auf die Erste preuß. Kammer, wo er den Reaktionsbestrebungen der Majorität entgegentrat, sowie auf die Teilnahme an dem Erfurter Parlament, in dem er Mitglied des Staatenhauses war. Nach dem scheitern der bundesstaatlichen Sache zog sich D. aus dem polit. Leben zurück und widmete sich in Bonn wieder seiner Professur bis zu seinem Tode 5. Dez. 1860. Von seinen Werken sind besonders hervorzuheben: «Forschungen auf dem Gebiete der Geschichte» (2 Bde., Altona 1822‒24), die vorzügliche «Quellenkunde der deutschen Geschichte» (5. Aufl., hg. von Waitz, Gött. 1883), sein Hauptwerk: «Geschichte von Dänemark» (3 Bde., Hamb. 1840‒43), ferner die «Geschichte der engl. Revolution» (7. Aufl., Berl. 1885) und «Geschichte der Französischen Revolution» (3. Aufl., ebd. 1864), die beide große Verbreitung und Anerkennung fanden, und endlich als eine Frucht seiner polit. Studien «Politik auf den Grund und das Maß der gegebenen Zustände zurückgeführt» (Bd. 1, Gött. 1835; 3. Aufl., Lpz. 1847). Seine «Kleinen Schriften und Reden» wurden (Stuttg. 1886) von Varrentrapp herausgegeben.- Vgl. Springer, Friedrich Christoph D. (2 Bde., Lpz. 1870‒72); F. Nasse, F. C. D. Rede (Bonn 1885); Waitz, Friedr. Christoph D. Gedächtnisrede (Kiel 1885); von Treitschke, Histor. und polit. Aufsätze (5. Aufl., 3 Bde., Lpz. 1886).
Dahme, Fluß, entspringt auf dem Niedern Fläming, fließt nach N. durch das Baruther Wiesenthal und durch Seen, umschließt die Müggelberge und mündet als Wendische Spree bei Cöpenick in die Spree. Sie ist 41 km lang schiffbar, weiter oberhalb schon flößbar. Ihr geht rechts zu der aus dem Scharmützelsee kommende 23,25 km lange Storkowkanal; links der aus dem Teupitzersee kommende, 15 km schiffbare Körissche Schiffahrtsgraben und die aus dem Mellensee kommende 21,84 km lange kanalisierte Notte, welche im N. von Baruth entspringt, über Mittenwalde und Königs-Wusterhausen fließt und 1856‒65 reguliert worden ist. Vermittelst der D. soll der Elbe-Spree-Kanal (s. d.) hergestellt werden.
Dahme, Stadt im Kreis Jüterbog-Luckenwalde des preuß. Reg.-Bez. Potsdam, 29 km südöstlich von Jüterbog, an der D. und an der Nebenbahn D.-Uckro (12,6 km), hat (1890) 5166 evang. E., Post zweiter Klasse, Telegraph, Fernsprechverbindung mit Lebusa und Gut Görsdorf, Amtsgericht (Landgericht Potsdam), Superintendentur; Schloß, früher Sitz der Herzöge von Weißenfels, altes Karmeliterkloster mit Kirche, jetzt Siechenhaus, zwei Bürgerschulen, höhere Mädchenschule, landwirtschaftliche Schule und Versuchsstation; Tuch-, Stiefel- und Cigarrenfabrikation. – D. kam 1171 an das Erzbistum Magdeburg und gehörte dann bis 1815 zu Kursachsen. Am 7. Sept. 1813 nahm der preuß. General Wobeser hier 6000 Franzosen gefangen.
Dahn, Marktflecken im Bezirksamt Pirmasens des bayr. Reg.-Bez. Pfalz, 18 km im NW. von Bergzabern, an der Lauter, in dem schönen wildromantischen Dahnerthale des Wasgenwaldes, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Zweibrücken), Rent- und Forstamtes, hat (1890) 1311 E., eine kath. und eine evang. Pfarrkirche; Sägemühlen und Holzhandel. In der Nähe die Ruinen Altdahn und Neudahn. ^[Spaltenwechsel]
Dahn, Felix, Geschichtsforscher, Rechtslehrer und Dichter, geb. 9. Febr. 1834 zu Hamburg, studierte 1849‒53 zu München und Berlin die Rechte, habilitierte sich 1857 an der jurist. Fakultät zu München, ward 1863 zu Würzburg außerord., 1865 ord. Professor, 1872 Professor für deutsches Recht, Staatsrecht und Rechtsphilosophie in Königsberg, 1888 in Breslau. D. schrieb: «Die Könige der Germanen. Wesen und Geschichte des ältesten Königtums der german. Stämme» (Bd. 1‒6, Würzb. 1861‒71), sein Hauptwerk, zu welchem er 1861‒62 in Italien, namentlich in Mailand und Ravenna, Studien gemacht hatte; ferner: «Prokopius von Cäsarea» (Berl. 1865), «Westgot. Studien. Entstehungsgeschichte, Privatrecht, Strafrecht, Civil- und Strafprozeß und Gesamtkritik der Lex Visigothorum» (Würzb. 1874), «Handelsrechtliche Vorträge» (Lpz. 1875), «Deutsches Rechtsbuch. Ein Spiegel des heutigen bürgerlichen Rechts in Deutschland» (Nördl. 1876), «Grundriß des deutschen Privatrechts» (Lpz. 1878), «Langobard. Studien» (Bd. 1: «Paulus Diaconus’ Leben und Schriften», ebd. 1876). In der von Giesebrecht geleiteten neuen Ausgabe der europ. Staatengeschichte von Heeren und Ukert hat D. die «Deutsche Geschichte von der Urzeit bis auf die Teilung zu Verdun 843» bearbeitet (1. Bd. in 2 Abteil., Gotha 1883‒88). Für die von Oncken herausgegebene «Allgemeine Geschichte in Einzeldarstellungen» lieferte er die «Urgeschichte der german. und roman. Völker» (Bd. 1‒4, Berl. 1881‒90). Ferner hat D. die «Geschichte der Völkerwanderung» von Wietersheim in zweiter, vollständig umgearbeiteter Auflage herausgegeben (2 Bde., Lpz. 1880‒81). Dazu treten: «Die Vernunft im Recht. Grundlagen der Rechtsphilosophie» (Berl. 1879), «Bausteine. Gesammelte kleine Schriften» (1. bis 6. Reihe, ebd. 1879‒84). Außerdem veröffentlichte er die Epen «Harald und Theano» (ebd. 1856) und «Die Amalungen» (Lpz. 1877), ferner «Rolandin. Erzählung in Versen» (ebd. 1891), sodann «Gedichte» (Berl. 1857; 2. Aufl. u. d. T. «Jugend-Gedichte», Lpz. 1891). Seine «Gedichte. Zweite Sammlung» (Stuttg. 1873; 3. Aufl., Lpz. 1883) und «Vierte Sammlung» (zusammen mit Therese D., Lpz. 1892) sowie die «Zwölf Balladen» (ebd. 1874) verraten eine weitreichende Weltanschauung, dichterischen Schwung und glänzende Herrschaft über die Sprache. Außer mehrern Novellen («Kämpfende Herzen», Berl. 1878) schrieb er die Erzählungen: «Sind Götter? Die Halfred-Sigskaldsaga» (Stuttg. 1874; 5. Aufl., Lpz. 1887), «Was ist die Liebe?» (1887; 2. Aufl. 1889), «Friggas Ja» (1888), «Skirnir» (1889), «Odhins Rache» (1891), «Die Finnin» (1892), den histor. Roman «Ein Kampf um Rom» (4 Bde., Lpz. 1876; 17. Aufl., ebd. 1891), «Odhins Trost», ein nord. Roman aus dem 11. Jahrh. (ebd. 1880 u. ö.), «Kleine Romane aus der Völkerwanderung» (Bd. 1‒7, ebd. 1882‒90: «Felicitas», «Bissula», «Fredigundis», «Die schlimmen Nonnen von Poitiers», «Gelimer», «Attila», «Die Bataver») und die Romane «Die Kreuzfahrer» (2 Bde., 5. Aufl., Lpz. 1888), «Bis zum Tode getreu» (ebd. 1888), «Weltuntergang» (ebd. 1889), «Julian der Abtrünnige» (3 Bde., ebd. 1893). Ferner verfaßte D. die Dramen: «König Roderich» (Trauerspiel; 2. Ausg. 1876), «Markgraf Rüdeger