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Derbend – Derby (Grafschaft und Stadt)
dition Geburtsort des Timotheus, eines Schülers des Apostels Paulus.
Derbend, pers. Thorriegel, Engpaß; besonders ein befestigter Gebirgspaß. D. oder Derbent (s. d.) ist vielfach Name von an solchen Pässen gelegenen Ortschaften geworden. In der europ. Türkei waren die epirot. und thessal. Pässe von hervorragender Wichtigkeit. Zu ihrer Bewachung inmitten aufrührerischer und räuberischer griech.-albanes. Gebirgsstämme war die griech. Miliz der Arnauten bestellt, deren Oberbefehlshaber, meist der Pascha von Rumelien, den Titel Derbendschi Pascha führte.
Derbendschi Pascha, s. Derbend.
Derbent oder Derbend. 1) Stadthauptmannschaft im russ.-kaukas. Gebiet Dagestan, besteht aus der Stadt D. und dem Ulusschen Mahal (Bezirk) und hat 283 qkm, 17000 E., Acker- und Obstbau. – 2) D., bei den Arabern Bab el-abwab (Hauptthor) und Bab el-kadid (Eisernes Thor), welchem letztern auch die türk. Benennung Demir-kapu entspricht, Hauptstadt der Stadthauptmannschaft D. und Hafenstadt am westl. Ufer des Kaspischen Meers, hat (1891) 11535 E., 1 russ., 1 armenisch-gregorianische Kirche, 1 sunnitische, 16 schiitische Moscheen, 3 Synagogen; Krapp- und Obstbau sowie Handel mit beiden (Ausfuhr an Krapp jährlich 1½ Mill. Rubel) nach Astrachan, und mit Tabak und Leder nach Baku. Von alten Mauern und Gärten umgeben, steigt D. von der Hafenbucht, die namentlich den Ost-, Nord- und Nordwestwinden ausgesetzt ist, in Vierecksgestalt an der Lehne eines waldbedeckten Bergrückens empor, dessen Gipfel die Citadelle krönt. Oben liegt die Residenz des Stadthauptmanns, der Palast der ehemaligen orient. Herrscher. Der mittlere Teil, die eigentliche Stadt, enthält die meisten Kirchen, Moscheen und Synagogen und den Hauptbazar. Der untere Teil besteht aus Fischerhütten und Weideplätzen. Nördlich von D. ist das seiner meistenteils arab. Inschriften wegen berühmte Denkmal der Kirk-Lar oder Vierzig Helden, welche im Kampfe gegen die Araber bei Dagestans Eroberung fielen. Südlich breiten sich Weinberge aus. In der Nähe von D. beginnt die große, durch die dagestanische Landschaft Tabasseran sich hinziehende Mauer, die Derbentsche, auch Kaukasische Mauer oder Sedd-Eskender, d. i. Alexanders Mauer, genannt. Sie war ursprünglich 9 m hoch und 3 m dick und lief über Berge und Thäler 150 km gegen Westen. Mit eisernen Thoren, Wachttürmen und Kastellen versehen, diente sie zum Schutze Persiens gegen die nördl. Volksstämme. Als Erbauer werden genannt Alexander d. Gr. und der Sassanide Nuschirvan, der Begründer des Chanats D. im 6. Jahrh. 728 entrissen die Araber D. den Chasaren. Um 1220 wurde es von den Mongolen erstürmt und diesen so der Weg zur Eroberung des russ. Tieflandes im Norden des Kaukasus eröffnet. 1722 entrissen die Russen D. den Persern, gaben es aber 1736 wieder an Schah Nadir zurück, der einen Sultan von D. einsetzte. Nachdem 1796 die Russen unter Subow die Stadt vorübergehend eingenommen, wurde sie 1813 förmlich übergeben und durch Kaiser Alexander Ⅰ., nach Vertreibung des Chans, dem russ. Kaukasien einverleibt. D. war kurze Zeit Hauptstadt eines Gouvernements D.
Derbentsche Mauer, s. Derbent.
Derbholz, s. Holzaufbereitung.
Derborence (spr. -rángß), Lac de, Bergsee am Südabhang der Freiburger Alpen (s. Westalpen) im schweiz. Kanton Wallis, in 1432 m Höhe, 3 km östlich von der Höhe des Chevillepasses, ist 500 m lang, bis 350 m breit und verdankt seine Entstehung einem ungeheuern Bergsturz (1749) der Diablerets. ^[Spaltenwechsel]
Derby (zusammengezogen von Derwent-by, d. h. am Derwentflusse). 1) Grafschaft Nordenglands, im nördl. Bergwerks- und Fabrikbezirk, hat 2665,26 qkm und (1891) 527886 E., d. i. 198 auf 1 qkm, gegen 461746 in 1881. Der nordwestlichste Teil, in welchem mit dem High-Peak die bis zum Cheviotgebirge reichende Penninische Kette beginnt, ist ein düsteres Bergland mit gerundeten, meist kahlen Höhen (Kinderscaut-Peak 624 m, Axe-Edge-Hill 552 m) und weiten Mooren, von tiefen Thälern durchschnitten. Die mittlern Teile sind weniger hoch. Der O. und S. gegen den Trent hin sind flach, leichtwellig, meist fruchtbar und angebaut. Wegen der zahlreichen Schluchten, seltsamen Durchbrüche, unterirdischen Flußläufe, wunderbaren Tropfsteinhöhlen ihrer Kalkberge gehört die Grafschaft zu den interessantesten Englands. Besonders berühmt sind die Poolshöhle bei Buxton und die Höhlen von Castleton (s. d.). Arbelon bei Youlgreave ist nach Stonehenge der wichtigste der engl. Steinkreise. Die fruchtbaren Thäler bewässern die Flüsse Trent mit der Dove und dem Derwent und der Rother. Mehrere Kanäle, wie der Grand-Trunk und seine Seitenzweige, verbinden die Flüsse. Der Ackerbau ist wenig vorgeschritten, dagegen die Viehzucht, besonders im N., erheblich. Zahlreich sind die Mineralquellen, wie die von Bakewell, Buxton, Matlock und Ilkeston. An Mineralien gewinnt man Steinkohlen, von denen (1891) 11,03 Mill. t gefördert wurden (die wichtigsten Lager im östl. Teile bei Chesterfield und Alfreton), ferner Eisen, Blei, Zink, Kupfer, Mangan, Baryt, Thonerde, Bau- und Mühlsteine, schwarzen Marmor, Gips und Flußspat. Der Tropfstein der Höhlen wird vielfach zu Zieraten verarbeitet. Sehr bedeutend ist neben dem Bergbau die Industrie, wie Baumwoll-, Seiden- und Maschinenfabriken, Eisengießereien, Nagelschmieden, Drahtziehereien, Nähnadelfabriken, Spitzenklöppeleien und Papiermühlen. Die Grafschaft schickt sieben (Chesterfield, High Peak, Mid D., Ilkeston, North-eastern D., Southern D., Western D.), die Hauptstadt zwei Abgeordnete ins Parlament. – Vgl. Bemrose, Guide to Derbyshire (Lond. 1878); Coxs, Guide to Derbyshire (3. Aufl. 1887); Pendleton, History of D. (1886). – 2) Hauptstadt der Grafschaft D., Municipalstadt und Parlamentsborough, wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, im fruchtbaren Thale des Derwent, hat (1891) 94146 E. gegen 81168 in 1881. Unter den öffentlichen Gebäuden verdienen Erwähnung: das Stadthaus mit dem Gerichtshof, auf dem Marktplatze die Grafschaftshalle, die Allerheiligenkirche (16. Jahrh.) mit sehr schönem got. Turme von 54,2 m Höhe und Denkmälern im Innern, die neue St. Alkmundskirche und die röm.-kath. Kathedrale. Die Stadt hat eine Lateinschule von 1162, eine philos. Gesellschaft (1783 von Erasmus Darwin gegründet) mit neuem Museum und Bibliothek, ein Athenäum, ein Handwerkerinstitut, ein Theater und einen öffentlichen Park «Arboretum» (5 ha). Die Industrie ist sehr bedeutend. Es giebt zahlreiche Seidenfabriken (1718 die erste in England gegründete), Kattun-, Strumpf- und Gummifabriken, Spitzenklöppelei, Eisengießerei, Fabrikation von Goldwaren, Nadeln, Pfeifen, Papier, sowie von Schmucksachen aus Flußspat. Die alte Porzellan- ^[folgende Seite]