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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gesellschaftsinseln - Gesenius

Litteratur. Esser, Die G. m. b. H. (Berl. 1880); ders., Das Reichsgesetz, betreffend die G. m. b. H. (ebd. 1892); Zeller, Reichsgesetz, betreffend die G. m. b. H. (Münch.1892); Hergenhahn, Das Reichsgesetz u. s. w. (Berl. 1892); Michel, Der Rechtscharakter der G. m. b. H. (Fürth 1892); Förtsch, Gesetz, betreffend die G. m. b. H. (Lpz. 1892); Schneider, Die G. m. b. H. in ihrer Beziehung zur Aktiengesellschaft und neuern Gewerkschaft (Gott. 1892).

Gesellschaftsinseln, Societätsinseln, franz. Inselgruppe Oceaniens (s. Karte: Oceanien), zwischen 16 und 18° südl. Br., 148 und 153° westl. L., wird durch eine breite Meeresstraße in zwei Abteilungen, die eigentlichen G., nach ihrer Lage zum Passatwinde Inseln unter dem Winde genannt, im NW., und die 5 Georgischen oder Tahiti-Inseln oder Inseln über dem Winde, im SO., geschieden. Die Westgruppe umfastt die Inseln: Raiatea (194 qkm groß, bis 608 m hoch), Huanine (73 qkm), Tahaa (82 qkm), Borabora, Maupiti, Tubai oder Motu-iti und einige kelinere Eilande. Die östl. Gruppe enthält die Hauptinsel Tahiti (1042 qkm), nach der oft der ganze Archipel genannt wird, Eimeo oder Morea (132 qkm) und andere. Der Gesamtflächenraum der G. beträgt 1650 qkm. Die Inseln sind von großen Korallenriffen umgeben, hinter denen schöne, doch schwer zugängliche Häfen liegen, und gehören zu den hohen Inseln Polynesiens. Der höchste Berg ist der 2231 m hohe Drohena auf Tahiti, die übrigen Inseln erreichen mit den höchsten Spitzen kaum 900 m. Das Mineralreich liefert Eisen, Thonerde, schwarzen Basalt, Schwefel und in den Seen Salz. Wilde Säugetiere beschränken sich auf Fliegende Hunde und andere Fledermäuse. Landvögel finden sich etwa ein Dutzend, darunter verschiedene Singvögel, Tauben, Papageien und Eisvögel. Die Wasser- und Wadvögel gehören sehr weit verbreiteten Gattungen an. Die Pflanzenwelt ist die Oceaniens überhaupt. Die Zahl der Bewohner, von Cook und Forster auf Hunderttausende geschätzt, war jedenfalls bei weitem bedeutender, als sie infolge der eingeschleppten ansteckenden Krankheiten und Laster jetzt ist. Sie betrug 1892: 16000 E., die sich sämtlich zum Christentum bekennen. Die Eingeborenen sind von großem, schönem polynes. Schlage. Auf den eigentlichen G. baut man bequeme Wohnhäuser, schmiedet Eisen, zimmert Schoner. Zur Zeit der Entdeckung herrschten kleine erbliche Könige, im Einfluß durch den Adel sehr beschränkt. Die Bewohner zeigten große Milde, Gutmütigkeit, ja selbst Schwäche. Der Bildung der Europäer erwiesen sie sich von Anfang an geneigt und nahmen deren Sitten gern auf. Zahlreich sind die Kapellen und Schulen der prot.-engl. und der kath.-franz. Missionsgesellschaften. Die Inseln bilden den Hauptbestandteil der franz. Kolonie Oceanien mit dem Regierungssitz in Papelte auf Tahiti. Über die Geschichte s. Tahiti. - Vgl. C. Meinicke, Die Inseln des Stillen Oceans (2 Bde., Lpz. 1875-76).

Gesellschaftslied, s. Volkslied.

Gesellschaftsrechnung, s. Societätsrechnung.

Gesellschaftsschulden, s. Gesellschaft, Offene Handelsgesellschaft, Stille Gesellschaft, Kommanditgesellschaft, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Aktie und Aktiengesellschaft.

Gesellschaftsstück, s. Konversationsstück.

Gesellschaftsvertrag, s. Gesellschaft.

Gesellschaftswappen, s. Wappen.

Gesellschaftswissenschaft, s. Sociologie.

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Gesellschaft vom Leuen, s. Löwenbund.

Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, s. Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung, s. Bildungsvereine.

Geselschap, Eduard, Genremaler, geb. 22. März 1814 in Amsterdam während der Flucht seiner Eltern aus dem belagerten Wesel, war 1834-41 Schüler der Düsseldorfer Akademie, deren romantische Richtung auch sein ganzes Schaffen bestimmte. Er betrat zunächst das kirchliche und histor. Gebiet, welchem Faust im Studierzimmer (1839), Götz von Berlichingen in Heilbronn (1842), Valentins Tod (1844), Romeo und Julia (1845), Grablegung Christi (1846), Herodias und Die drei Könige (1847), Auffindung der Leiche Gustav Adolfs (1848) und das Nachtlager der Wallensteiner (1849) angehörten. Dann widmete er sich ganz dem Genre, insbesondere mit Kindergestalten und mit Vorliebe unter künstlichem Licht. Werke der Art sind: Die Erscheinung des Christkindes (1850), Der Niklas-Abend (1851), Die Singschule (Städtisches Museum zu Hannover), Der Großmutter Bilderbibel, Der Martinsabend (Hamburger Galerie), Der Weihnachtsmorgen (Museum zu Stockholm), Musikalische Abendunterhaltung (1865; Städtisches Mnseum zu Köln). Er starb 5. Jan. 1878 in Düsseldorf.

Geselschap, Friedrich, Maler, geb. 5. Mai 1835 zu Wesel, studierte ein Jahr auf der Kunstakademie zu Dresden, dann in Düsseldorf, lebte 1866-71 in Rom, um sich in der monumentalen Malerei auszubilden, und wandte sich dann nach Berlin. Sein Ruf gründet sich auf die von ihm 1882 begonnene, 1890 vollendete Ausschmückung der Kuppel und Schildbogenfelder der Ruhmeshalle (ehemaliges Zeughaus) zu Berlin. In diesen Werken verwertete er mit Glück seine ital., vornehmlich Raffaelischen und Michelangelesken Studien. G. ist seit 1882 Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, seit 1884 Senator derselben. - Vgl. L. von Donop, Friedr. G. und seine Wandgemälde in der Ruhmeshalle (Berl. 1890).

Gesenius, Wilhelm, prot. Theolog und Orientalist, geb. 3. Febr. 1786 zu Nordhausen, studierte zu Helmstedt und Göttingen, wurde 1806 Repetent in Göttingen, 1809 Professor am Gymnasium zu Heiligenstadt, 1810 außerord. und 1811 ord. Prosessor der Theologie in Halle. 1830 wurde er nebst Wegscheider von Gerlach in der "Evaug. Kirchenzeitung" bei der Regierung als rationalistischer (histor.-kritischer) Theolog verdächtigt; die eingeleitete Untersuchung verlief jedoch resultatlos. G. starb 23. Okt. 1842. Durch ihn wurde, wie in der hebr. Sprachforschung überhaupt, so besonders in der hebr. Lexikographie und Grammatik ein neuer Aufschwung herbeigeführt. Noch heute sind in weitverbreitetem Gebrauche seine "Hebr. Grammatik" (Halle 1813; 25. Aufl. von Kautzsch, Lpz. 1889), das "Hebr. Lessebuch" (Halle 1814; 11. Aufl. von Heiligstedt, 1873), das "Hebr. und aramäische Handwörterbuch für das Alte Testament" (Lpz. 1810-12; 11. Aufl. von Mühlau und Volck, 1890), sowie der "Thesaurus philologicus criticus linguae Hebraeae et Chaldaeae Veteris Testamenti" (3 Bde., vollendet von Roediger, ebd. 1829-58). Ferner veröffentlichte er "Kritische Geschichte der hebr. Sprache und Schrift" (Lpz. 1815), "Grammatisch-kritisches Lehrgebäude der hebr. Sprache mit Vergleichung der verwandten Dialekte" (2 Bde., ebd. 1817), "Übersetzung des Propheten Jesaias, mit einem philol.-kritischen und