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Sankt Gotthard (Groß-Gemeinde) – Sanktion
in Felsen gehauen und mit Mitrailleusen besetzt ist; dieser Batterie fällt außerdem noch die Verteidigung des Nordausgangs des Urner Loches zu.
Am Furkapaß ist die Fuchseeg-Redoute zur Beherrschung der Straße von Andermatt nach Oberwald (im Rhônethal) errichtet; auch hier ist die Artillerieverteidigung von der für die Infanterie getrennt: für die Besatzung sind eine Anzahl von Unterkunftsbauten östlich des Passes errichtet.
Die Kosten betrugen bis 1893 gegen 14 Mill. Frs.; im ganzen sollen sie mit den Erweiterungen 45 Mill. nicht übersteigen.
Sankt Gotthard, ungar. Szent-Gotthard, Groß-Gemeinde und Hauptort eines Stuhlbezirks (53245 E.) im ungar. Komitat Eisenburg, nahe der steir. Grenze, am rechten Ufer der Raab, gegenüber der Mündung der Lasnitz, an der Linie Raab-Fehring der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 1452 E., eine reiche, 1183 von Bela Ⅱ. gegründete, 1734 nach den Türkenkriegen wiederhergestellte Cistercienserabtei, die mit der Abtei Zircz vereinigt ist, und ist berühmt durch die Schlacht vom 1. Aug. 1664, in welcher Montecuccoli die Türken schlug.
Sankt Gregorĭenthal, s. Münsterthal (im Elsaß).
Sankt Helĕna, frz. Sainte Hélène, brit. Insel im Atlantischen Ocean, erhebt sich, fast senkrecht aufsteigend, einsam unter 15° 55′ südl. Br. und 5° 42′ westl. L., 1900 km von der afrik., 4450 von der amerik. Küste und 1120 von der Insel Ascension entfernt, im Diana-Peak bis zu 825 m ü. d. M. Die Insel besteht aus Basalt, ist von Thälern durchschnitten und hat auf 122 qkm (1891) 4116 E., meist Neger, mit einer Batterie und einer Compagnie Infanterie. Die Pflanzenwelt war ursprünglich hoch interessant; Wald deckte das Land, auf den Höhen erreichte er mit Baumfarnen die den oceanischen Inseln eigentümliche Mannigfaltigkeit; doch ist die alte Flora teils vernichtet, teils auf unbedeutende Reste eingeschränkt, die sich im Wettbewerb mit den eingeführten Arten (z. B. der europ. Kiefer) haben erhalten können und in diesem Jahrhundert genauer untersucht wurden. Daraus hat sich ergeben, daß die alte Flora von S. H. mit keiner Kontinentalflora eine deutliche Stammverwandtschaft besitzt und daher ein ausgezeichnetes Beispiel für selbständige insulare Erhaltung alter Formen in Neuentwicklung geliefert hat. Die Kultur ist der Lage und Fruchtbarkeit des Bodens angemessen, am meisten in der Bergregion fortgeschritten. Es giebt wenige Pferde, desto mehr Ziegen, Rindvieh, Schafe, Schweine und Kaninchen. Die ursprüngliche Fauna wurde durch die infolge der Verwilderung der eingeführten Ziegen eintretende Vernichtung der Wälder sehr reduziert. Nur eine Vogelart, ein Strandläufer, ist wirklich wild, aber zahlreiche europ. und afrik. Kanarienvögel, Fasanen, Reb- und Perlhühner sind vollkommen verwildert. Einheimische Schmetterlingsarten fehlen, aber einige sind durch Zufall eingeführt. Käfer finden sich 59 Arten und 27 davon sind der Insel eigentümlich. Die Weichtiere sind durch 12 Schneckenarten vertreten. Das Klima ist sehr mild und gesund; Jahresmitteltemperatur 21,3° C., im kühlsten Monat (August) 18,7° C., im wärmsten (Februar) 23,9° C. Reichlicher Regen fällt nur im März und April, doch ist die Luft immer mit Feuchtigkeit gesättigt. Gewitter und Stürme sind äußerst selten. Mehr als 160 klare Bäche geben frisches, gesundes Trinkwasser. Die aus Ostindien nach Europa zurückkehrenden Schiffe finden bei S. H. auf halbem Wege den besten Erfrischungsort, und nächst der Landwirtschaft leben die Bewohner hauptsächlich vom Schiffsverkehr, der sich aber seit Eröffnung des Sueskanals ungemein vermindert hat. ^[Spaltenwechsel]
Der Hauptort Jamestown an der St. Jamesbai im NW., in deren Nähe sich das jetzt leere Grab Napoleons Ⅰ. befindet, der einzige Landungsplatz der Insel, besteht aus einer Straße mit etwa 2500 E. Die Häuser sind in einem so engen Thal erbaut, daß sie unmittelbar an den Felsen stoßen. Daneben auf einem 183 m hohen Felsen ein Fort. Bemerkenswert ist die Sternwarte. Es giebt sonst nur zerstreute Höfe. Etwa 6 km von S. H. liegt die Felseninsel Egg-Island.
S. H. wurde 1502 am 22. Mai, dem Namenstage der heil. Helena, von dem Portugiesen João de Noza ^[heutige Schreibung: Nova] entdeckt. Damals war sie unbewohnt. Die Portugiesen begannen zwar die Anpflanzung, legten aber keine Niederlassung an. Endlich setzten sich 1645 die Holländer fest, verpflanzten neue Tiere dahin und säten neue Getreidearten aus. Die Englisch-Ostindische Compagnie erhielt 1657 S. H. gegen Abtretung des Vorgebirges der Guten Hoffnung und legte daselbst 1660 eine Niederlassung an. Die Holländer bemächtigten sich zwar 1672 der Insel wieder; doch im nächsten Jahre eroberte die Compagnie sie von neuem, baute das Fort St.-James und blieb im Besitz derselben, bis 1834 die Verwaltung in die Hände der brit. Regierung überging. 1815‒21 war S. H., insbesondere der auf 460 m hoher Hochebene gelegene Hof Longwood, der Verbannungsort Napoleons Ⅰ., der hier 5. Mai 1821 starb, dessen Gebeine aber 1840 nach Frankreich übergeführt wurden.
Sankt Hubertusorden, s. Hubertusorden.
Sankt Hubertuswald, Gebirge, s. Ardennen.
Sanktifizieren (lat.), heiligen, heilig sprechen.
Sankt Ilja, Berg, s. Besch-Barmak.
Sankt Immerthal, s. Saint Imier.
Sankt Ingbert, Stadt im Bezirksamt Zweibrücken des bayr. Reg.-Bez. Pfalz, nahe der preuß. Grenze, an dem zur Saar gehenden Rohrbach und der Linie Zweibrücken-Saarbrücken der Pfälz. Eisenbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Zweibrücken), hat (1890) 10847 (5435 männl., 5412 weibl.) E., darunter 2339 Evangelische und 66 Israeliten, Post, Telegraph, 2 kath., 1 evang. Kirche, Synagoge, Progymnasium, höhere Mädchenschule, Gas-und Wasserwerk, Schlachthof; bedeutende Glashütten (Lautzenthal-, Aktien-, Mariannenthaler- und Sulzbacherhütte) mit Tafelglas- und Flaschenfabrikation und Glasmalerei, ferner ein großes Flußstahlwerk, Eisengießerei, Maschinen- und Reparaturwerkstätte, Baumwollenspinnerei, Thomasphosphat-Mahlwerk, Fabrikation von Dampfkesseln, Teigwaren, Schießpulver, Seife, Leder, Absätzen und Mineralwasser. S. I. ist Mittelpunkt einer ansehnlichen Kohlen- und Eisenindustrie. Die Kohlenablagerung von S. I. hat eine Länge von ungefähr 1800 m. Die Flöze haben eine Mächtigkeit von 24,5 m. Die 1894‒95 gemachten Bohrungen auf Kohlen weisen glänzende Ergebnisse auf. In der Nähe der brennende Berg.
Sanktion (lat.), eigentlich Weihe, bedeutet in Beziehung auf Gesetze die Unverletzlichkeitserklärung derselben unter Androhung einer Strafe oder andern Rechtsfolge für Übertretungen. Ein Gesetz ohne eine solche Klausel heißt lex imperfecta. Im neuern Staatsrecht versteht man unter S. die Genehmigung