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Diamorum – Diapasma
Sie sind zweisäurige Basen, die sich mit zwei Äquivalenten der Säuren zu Salzen verbinden. Sie können nach denselben Methoden dargestellt werden, wie die einfachen Amine (s. Ammoniakbasen). Von den D. der Fettreihe ist das Pentamethylendiamin, C₅H₁₀(NH₂)₂, am wichtigsten. Es ist auf synthetischem Wege erhalten worden und ist identisch mit dem Cadaverin (s. d.). Eine eigentümliche Veränderung erleiden die D., wenn ihre salzsauren Salze erhitzt werden. Es entweicht Ammoniak, und es entstehen Imine (s. d.), die einen sog. ringförmigen Kern besitzen. Das Pentamethylendiamin geht so in Piperidin über nach folgender Gleichung: ^[img]
Von den D. der aromatischen Reihe ist das Metaphenylendiamin oder Metadiamidobenzol bemerkenswert, weil es mit Diazobenzolnitrat einen Farbstoff, das Chrysoidin (s. d.), bildet. Es entsteht durch Reduktion des Dinitrobenzols.
Diamŏrum (vom grch. dia mórōn, «aus Maulbeeren»), Maulbeerdicksaft.
Diāna, eine altital. Frauengöttin, die von verschiedenen ital. Völkerschaften, namentlich von den Äquern und Latinern verehrt wurde. Ihre angesehensten Kultstätten waren das Heiligtum am Berge Tifata, ein heiliger Hain am See von Nemi, wo neben ihr ein männlicher Dämon Virbius verehrt ward, und der von Servius Tullius gestiftete Tempel auf dem Aventinischen Hügel in Rom, ein gemeinsames Bundesheiligtum der Latiner. Wie andere ital. Gottheiten wurde auch D. mit einer griechischen verschmolzen und hat im Laufe der Zeit alle Hauptzüge der griech. Artemis (s. d.) angenommen; auf diese Weise galt sie später als Mondgöttin und als Herrin des Waldes und der Jagd, vor allem aber als Schützerin der Frauen und Helferin in den Nöten der Entbindung. – D. ist auch der Name des 78. Planetoiden; D. oder Luna ist in der ältern Chemie Bezeichnung für Silber.
Diāna, Diane (vom span. dia, d. h. Tag), in der österr. Marine Ausdruck für die Wache von 4 Uhr bis 8 Uhr morgens: D. schlagen, die Tagwache schlagen, soviel wie Reveille schlagen.
Diāna-Affe (Cercopithecus Diana Erxl.), eine zierliche Art der Meerkatzen (s. d.) von 36 bis 38 cm Körper- und 42 cm Schweiflänge, mit dunkelaschgrauer Oberseite, rotbraunem Rückenstreif, schwarzem Gesicht, Ohren, Händen und Schwanz, weißem Backenbart. Er bewohnt die Guineaküste und Fernando Po. In der Gefangenschaft ist er ziemlich häufig, aber meist wenig ausdauernd. Preis 30‒50 M.
Diāna-Orden, im Mittelalter ein Jagdorden für Ritter und Frauen, kam zuerst in Westfalen auf, dann auch im Harz, und verlor sich mit Verfall des Ritterwesens. In der Normandie gab es Dianenpriester, unverehelichte Jäger, die gemeinsam auf einem Jägerhofe lebten. In Neapel gab es im 18. Jahrh. einen D. (Ordine di Diana Cacciatrice), der sich auch nach Österreich verbreitete und bis zur Herrschaft Murats bestand.
Diāna von Frankreich, s. Diane de France.
Diāna von Poitiers, s. Diane de Poitiers.
Diāna von Versailles, s. Artemis (Bd. 1, S. 945 b).
Diandrĭa, Diandrisch, s. Diandrus. ^[Spaltenwechsel]
Diandrus (grch., d. i. zweimännig) oder diandrisch nennt man eine Blüte, die zwei Staubgefäße besitzt. Die 2. Klasse des Linnéschen Systems umfaßt alle diejenigen Pflanzen, deren Blüten mit zwei freien, d. h. nicht miteinander und auch nicht mit dem Gynäceum verwachsenen Staubfäden versehen sind; sie heißt demnach Diandria.
Diāne, im Seewesen, s. Diana.
Diane de France (spr. diahn dĕ frangß), Herzogin von Montmorency und Angoulême, geb. 1538 in Piemont, war die illegitime Tochter Heinrichs von Orléans, nachmals Heinrich Ⅱ. von Frankreich. Ihre Mutter war nicht, wie man wohl gemeint hat, Diane de Poitiers, sondern eine junge Piemontesin, deren Gunst der Prinz im Feldzuge von 1537 gewonnen hatte. D. d. F. ward 1547 legitimiert, heiratete 1553 den Herzog von Castro, Horazio Farnese, der schon nach wenigen Monaten im Kampfe gegen die Spanier fiel, und 1557 den Marschall Franz von Montmorency, den Sohn des großen Connétable, den sie 1579 kinderlos verlor. Die stolze und kluge Frau spielte in den Religionswirren jener Zeit eine hervorragende Rolle, die auf Versöhnung der Parteien hinauslief. 1588 half sie zu dem Ausgleich zwischen Heinrich Ⅲ. und Heinrich von Navarra, dem sie auch nach seiner Thronbesteigung nahe stand. Sie starb 3. Jan. 1619.
Diane de Poitiers (spr. diahn dĕ pŏatĭeh), Geliebte Heinrichs Ⅱ. von Frankreich, geb. 3. Sept. 1499, aus einer alten Adelsfamilie in der Dauphiné heiratete mit 13 Jahren den Grand-Sénéchal der Normandie, Ludwig von Brézé, ward 1531 Witwe und erwarb, trotzdem sie 18 Jahre älter war, die Gunst des Thronerben, Herzogs Heinrich von Orléans, die sie zunächst in Ungnade bei Franz Ⅰ., nach Heinrichs Thronbesteigung aber zu höchstem persönlichen Ansehen und polit. Macht brachte. Unvermindert erhielt sie ihren Einfluß, den auch Katharina von Medici als rechtmäßige Gemahlin des Königs nicht zu brechen vermochte, bis zu dessen Tode (1559). Am Hofe hielt sie die Parteien der Guisen (s. d.) und Montmorencys (s. d.) im Gleichgewicht, erst die erstere, dann die zweite unterstützend; ihre religiös-polit. Stellung war schroff katholisch. Der Tod ihres königl. Freundes war das Ende ihrer Macht. Von Katharina vom Hofe verwiesen, lebte sie auf ihrem Schlosse Anet bis an ihren Tod (22. April 1566). Man hat ihr nachgerühmt, daß sie das Herz des Königs nicht bloß durch körperliche Reize, sondern mehr noch durch ihren Beirat und ihren Kunstgeschmack gewonnen und gefesselt habe, und da sie ihm keine Kinder geboren, hat man annehmen wollen, daß das Verhältnis nur ein freundschaftliches gewesen sei. – Vgl. Lettres de D. d. P., hg. von Guiffrey (Par. 1866).
Diānenbaum (Arbor Dianae), s. Arbor.
Diānenpriester, s. Diana-Orden.
Dianöolŏgie (grch., von diánoia, «Verstand»), Denklehre (bei Schopenhauer).
Dianthīn, soviel wie Erythrosin (s. d.).
Dianthus, Pflanzengattung, s. Nelke; D. alpīnus, s. Alpenpflanzen.
Diantre (frz., spr. dĭangtr, euphemistisch für diable), in Ausrufungen: Teufel! Verteufelt! Potztausend!
Diapalma (grch., «Palmensalbe»), Pflaster aus Olivenöl, Blei, schwefelsaurem Zink und weißem Wachs.
Diapasma (grch.), wohlriechendes Streupulver, Kräuterpulver.