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Spiritus familiaris – Spitalfields
Es betrug im Deutschen Reiche in Tausend Hektolitern:
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Betriebsjahr Produktion Trinkverbrauch an inländ. Spiritus Gewerblicher Verbrauch
1888/89 2727 2179 431
1889/90 3145 2266 531
1890/91 2969 2157 519
1891/92 2948 2162 551
1892/93 3029 2215 607
1893/94 3263 2226 664
1894/95 2952 2184 719
1895/96 3334 2252 603
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Von den einzelnen Brennereigattungen wurden erzeugt in Tausend Hektolitern:
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Brennereigattungen 1891/92 1892/93 1893/94 1894/95 1895/96
Kartoffelbrennereien 2125 2376 2584 2172 2655
Getreidebrennereien 156 121 130 130 142
Hefebrennereien 379 398 402 394 337
Melassebrennereien 260 106 96 219 122
Material (Obst u. s. w.)-Brennereien 23 28 50 37 27
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Die deutschen Brennereien verbrauchten:
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Rohstoffe 1892/93 1893/94 1894/95 1895/96
Kartoffeln 1000 t 1947 2148 1804 2210
Getreide und andere mehlige Stoffe 1000 t 322 324 322 331
Melasse t 37461 33826 76459 43066
Brauereiabfälle, Hefenbrühe hl 224855 188233 179765 182737
Kernobst und Kernobsttreber " 64006 271774 130248 120064
Steinobst und Steinobsttreber " 252900 602789 421821 227114
Obst-und Traubenwein " 20853 27911 25484 30424
Weinhefe, Weintreber " 270152 538314 366814 244756
Sonstige Stoffe " 60480 84998 82571 48230
100 kg 9835 688 7832 9110
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In Österreich-Ungarn betrug die Branntweinerzeugung 1892/93: 2380000 hl, 1893/94: 2350000, 1894/95: 2310000, 1895/96: 2380000 hl. Rußland erzeugte 1893/94: 3646678 hl, 1894/95: 3537360 hl, 1895/96: 3731452 hl Alkohol. In Frankreich wurden 1892/93: 2279119 hl, 1893/94: 2434548, 1894/95: 2252862, 1895/96: 2108814 hl Alkohol erzeugt. Belgien lieferte 1893: 291000 hl, 1894: 288400 hl, 1895: 308600 hl und 1896: 264600 hl Alkohol. Großbritannien und Irland erzeugten 1894/95: 1171000 hl, 1895/96: 1287300 hl Alkohol; von letztern entfielen 287100 auf England, 645000 auf Schottland und 355200 hl auf Irland. In Italien wurden 1893: 188771 hl, 1894: 194293 und 1895: 156217 hl Alkohol hergestellt.
Vgl. Behrend, Praktischer Brennereibetrieb (Stuttg. 1885); Maercker, Handbuch der S. (6. Aufl., Berl. 1894); Stammer, Die Branntweinindustrie (2. Aufl., hg. von Bücheler, Braunschw. 1895): Kalender für die landwirtschaftlichen Gewerbe (Berl. 1897); Kalender für Kornbrenner und Preßhefefabrikanten (ebd. 1897); Gärungstechnisches Jahrbuch (hg. von Schrohe, ebd. 1891 fg.): Zeitschrift für Spiritusindustrie (hg. von Delbrück, ebd. 1878 fg.): Allgemeine Zeitung für die gesamte Spiritusindustrie (ebd. 1890 fg.); Der Destillateur und Liqueurfabrikant (Lpz. 1888 fg.); Deutsche Destillateurzeitung (Berl. 1880 fg.).
Spirĭtus familiāris (lat.), Hausgeist, vertrauter, dienstbarer Geist. ^[Spaltenwechsel]
Spiritusglühlicht, s. Spirituslampen.
Spirituskocher, transportable Heizvorrichtungen, bei denen Spiritus als Heizmaterial dient. Die S. fanden früher im physik. und chem. Laboratorium an Stelle der heutigen Bunsenbrenner allgemeine Verwendung und werden im Haushalt noch jetzt zum raschen Kochen von Wasser oder Speisen gebraucht. Kleine S. sind mit massivem Runddocht, größere mit hohlem Runddocht und doppeltem Luftzug ausgestattet, wie die mit Regulierung versehene Berzelius-Lampe. Die meisten neuern S. für den Hausgebrauch brennen ganz ohne Docht; bei den besten Konstruktionen läßt sich die Flamme durch eine Schraube beliebig regulieren. Noch vorteilhafter sind die neuesten Konstruktionen, bei denen der Spiritus in vergastem Zustande verbrennt, was hier, im Gegensatz zu den entsprechenden Konstruktionen des Petroleumkochers (s. d.), wegen der hohen Flüchtigkeit des Brennstoffes ohne besondere mechan. Vorrichtung erreicht wird.
Spirituslampen, im gewöhnlichen Sinne soviel wie Spirituskocher (s. d.). In neuester Zeit hat man den Spiritus auch zu Leuchtzwecken dadurch herangezogen, daß man ihn vergast, die Gase einem Bunsenbrenner zuführt und die Flamme durch Einbringen eines Glühkörpers leuchtend macht, wie beim Gasglühlicht (s. d.). Dieses Spiritusglühlicht könnte, wenn es sich allgemeiner einführen würde, einen Schutz gegen die hohen Petroleumpreise bieten, und außerdem würde dadurch dem deutschen Spiritus, welcher durch Versiegen des Exports ein großes Absatzgebiet verloren hat, ein neuer, ausdehnungsfähiger Verwendungszweck erschlossen werden.
Spiritusmotor, eine Gaskraftmaschine, bei welcher ein Gemenge von Spiritusdampf und atmosphärischer Luft zur Explosion gebracht wird. Der Spiritus eignet sich sehr gut zu Explosionsmaschinen, da er keine festen Kohlenwasserstoffe enthält und daher die Maschine nicht verschmiert. Nach Versuchen von Gebr. Körting (1897) braucht ein S. 0,49 l pro Pferdestärke und Stunde; der Preis dafür stellt sich auf 10 Pf. gegenüber 9 Pf. beim Petroleummotor. Bei hohen Petroleumpreisen würde daher der Spiritus als Kraftträger erfolgreich mit dem Petroleum konkurrieren können.
Spirĭtus rector (lat.), lenkender Geist.
Spirĭtus vitalis, s. Lebensgeist.
Spirobakterien, s. Bakteriologie.
Spirochaete, s. Spirillum.
Spiromēter (lat.-grch.), Atemmesser, Apparat zur Bestimmung des Luftgehaltes in den Lungen. Es gleicht einem Miniaturgasometer und besteht aus einem äußern und innern Cylindergefäß. Das innere Cylindergefäß steht umgekehrt in dem äußern, das mit Wasser gefüllt ist, um die in das innere Gefäß geblasene Luft abzuschließen, und trägt eine Skala, die den Luftgehalt des innern Cylinders in Kubikzentimetern angiebt. Atmet man nun nach einer tiefen Einatmung vermittelst eines eigenen Mundstücks langsam in den leeren innern Cylinder aus, so hebt sich der letztere und man kann an der Skala die Größe der vitalen Lungenkapacität (s. Atmung) bequem ablesen.
Spiromĕtrie (lat.-grch.), die Bestimmung der eingeatmeten Luftmengen durch den Spirometer (s. d.).
Spitāl, s. Hospital, Krankenhaus.
Spital, Markt in Kärnten, s. Spittal.
Spitalfields (spr. spíttĕlfihlds), Stadtteil Londons links von der Themse, zwischen Bethnal Green