943
Deodaraceder – Depazea
liche Zwecke verwendet wurde. Eine Jury sollte untersuchen, welches der verfallene Gegenstand sei, und es wurde allmählich zur Gewohnheit, nur einen kleinen wertlosen Teil als verfallen zu erklären. Erst 1846 wurden die D. durch Gesetz beseitigt.
Deodāraceder oder indische Ceder, s. Ceder.
Deodătus, röm. Papst, s. Deusdedit.
Deo favénte, s. Deo annuente.
Deogiri, ind. Stadt, s. Daulatabad.
Deo gratĭas (lat.), Gott sei Dank!
Deo juvánte, s. Deo annuente.
Déols (spr. -ól), Flecken im Arrondissement und Kanton Châteauroux des franz. Depart. Indre, 1 km nördlich von Châteauroux, hat (1891) 2321, als Gemeinde 2657 E., Seidenzucht, Hutfabrikation und Reste von Befestigungen (14. Jahrh.) und von einer Abtei (10. Jahrh.); in der Krypta das Grab des heil. Ludre oder Lusor, mit Basreliefs, angeblich aus dem 5. Jahrh. – D., das alte Dolum, welches schon im 3. Jahrh. vorhanden war, war im 9. Jahrh. Hauptstadt von Niederberri. Ebles der Ältere gründete 917 die Abtei; sein Sohn Raoul baute seine Residenz Château-Raoul auf dem andern Ufer der Indre. Nach dem Aussterben dieses Geschlechts 1176 nahmen die ihnen nachfolgenden Chauvigny den Namen Grafen von Châteauroux an. Nachdem die Normannen die Abtei zerstört hatten, ward dieselbe 992 neu erbaut; sie war der Lieblingsaufenthalt der Päpste. Der Prinz von Condé ließ sie 1622 eingehen und setzte an die Stelle ein Kapitel, das bis 1790 bestand. – Vgl. Grillon des Chapelles, Notice sur l’abbaye de D. (1857).
De omnĭbus rebus et quibusdam alĭis (lat.), über alle Dinge und einige andere (reden, schreiben u. s. w.). Der Satz wird hergeleitet von einem ähnlich lautenden des Giovanni Pico, Grafen von Mirandola.
Deoprāg, Stadt in Garhwal, s. Deoprajag.
Deoprajāg (Deoprag), abgekürzt aus Devapragaja oder Devapragaga, Stadt im Distrikt Garhwal der indobrit. Nordwestprovinzen unter 30° 8′ nördl. Br. und 78° 39′ östl. L., an dem Zusammenfluß des Alaknanda und der Bhagirathi, in 690 m Höhe, ist hochberühmt wegen ihres sehr alten großartigen Tempels des Rama-Tschandra. Der Tempel, den brahman. Überlieferungen nach schon vor 10000 Jahren erbaut, liegt im obern Teil der Stadt auf einer 1,8 m hohen, 9 m langen und 6 m breiten Terrasse, besteht aus schwarzen, behauenen, allein durch das eigene Gewicht zusammengehaltenen Steinen und zeigt die Gestalt einer in einer Kuppel endigenden Pyramide. Das Ganze wird von einem vorspringenden, viereckigen Dach umgeben. Dem Eingang gegenüber, an der Ostseite der Tempelhalle, befindet sich das 2 m hohe, aus Stein gehauene, mit Ausnahme des Gesichts rot gefärbte Standbild von Rama-Tschandra, und vor diesem ein ehernes Bild der Garuda in der Haltung eines die Gottheit Anbetenden. Der ganze Tempelbau ist 24 m hoch. Unterhalb der Terrasse befindet sich ein Tempel des Mahadewa. D. ist ein von zahlreichen Pilgern besuchter Wallfahrtsort, einer von den fünf, in den Schaßtra aufgezählten Prajag oder Stromzusammenflüssen. Hauptzweck der Wallfahrt ist die Entsündigung durch Baden in drei in den Fels gehauenen, Kund genannten Bassins, die etwas unter dem Niveau des Flusses gelegen sind.
Deosāï (d. h. Götterebene), ein unbewohntes, merkwürdiges Hochland, welches Kaschmir von Baltistan trennt. Es ist eine wellige Ebene, aus welcher sich runde Granitköpfe erheben, umzogen von einem 4800‒5000 m hohen Kranz von Schneegipfeln. Auf dieser 3660‒4000 m hohen Ebene findet sich keine Spur von Vegetation. Die aus den Becken innerhalb der Schneelager und Gletscher kommenden smaragdgrünen Wasser durchfließen die Hochebene in gewundenen Rinnen und vereinigen sich zu einem Strom, dem Schigar, welcher an der Südostseite durch eine Depression austritt, um in den Drâs zu fließen. Wahrscheinlich ist das Thal ein altes Seebecken. Belebt ist es nur von zahllosen Murmeltieren. Aus ihm führt nördlich nach Baltistan ein 4757 m hoher, nach Kaschmir ein 4200 m hoher Paß zur großen Handelsstraße von Skardo nach Srinagar.
Deoty̆ma, Pseudonym der poln. Dichterin Jadwiga Łuszczewska (s. d.).
Depa, Depoh, Dipoh, Längenmaß in Benkulen im niederländ. Sumatra = 1 engl. Fathom oder 6 engl. Fuß = 1,8288 m; ferner ein kleines Feldmaß auf der britisch-hinterind. Insel Pulo-Pinang von 4 Quadrathastas oder 1 engl. Quadratyard = 0,8361 m.
Departamento (span. u. portug.), s. Departement.
Departement (frz., spr. -part’máng), die Abteilung, der Geschäftskreis, das Verwaltungsfach namentlich der Ministerien; in diesem Sinne spricht man von einem D. des Kultus, der Justiz u. s. w. und nennt den ersten Beamten des Verwaltungszweigs den Departementschef. Weiterhin wendet man das Wort an zur Bezeichnung eines Landesteils. Als es 1789 sich darum handelte, Frankreich zu einem administrativen Ganzen zu machen und die alten Provinzen, welche eigene Verfassungen, Rechte und Verwaltungen besaßen, aufzuheben, wurde das ganze Land auf Sieyès’ Vorschlag in D. geteilt, welche die Grenzen der Provinzen nicht berücksichtigten und ihre Namen von Flüssen, Gebirgen, Küsten u. s. w. erhielten. Anfangs gab es 83 D., später, infolge der Vergrößerung Frankreichs, 140, nach der Restauration 86, seit 1860, nach der Einverleibung von Savoyen und Nizza, 89, seit der Abtretung von Elsaß-Lothringen (1870) wieder 86 nebst einem Territorium (Belfort), welches vielfach, auch amtlich als Département du Haut-Rhin bezeichnet wird, sodaß Frankreich jetzt 87 D. besitzt (s. Frankreich, Verwaltung). In den ehemaligen span. Besitzungen Süd- und Centralamerikas ist vielfach die Bezeichnung Departamento für administrative Bezirke üblich. – Vgl. Les Départements français. Étude de géographie administrative par Patriae Amans (in der «Revue de Géographie», Paris).
Departemental-Kommissionen (spr. -part’-mangtál), die unter der gegenwärtigen franz. Republik durch Gesetz vom 10. Aug. 1871 eingerichteten ständigen Deputationen der Generalräte, welche teils mit besondern Befugnissen ausgestattet, teils berufen sind, die Präfekten in der Zwischenzeit zwischen den Sitzungsperioden zu kontrollieren und zu leiten.
Departementschef, s. Departement.
Departieren (frz.), verteilen; Departition, Verteilung.
Depazēa Fr., Pilzgattung aus der Familie der Pyrenomyceten (s. d.). Ihre zahlreichen Arten leben parasitisch auf Blättern höherer Pflanzen und rufen dort verschieden gestaltete und gefärbte Flecken hervor. Auf den lebenden Blättern kommt nur die Spermogoniengeneration vor, die Perithecien ent- ^[folgende Seite]