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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Willemsoord - Willibald

Willemsoord. 1) Niederländ. Armenkolonie, s. Frederiksoord. - 2) Marine-Etablissement bei Helder (s. d.).

Willemsstad, Wilhelmstadt, Festung in der niederländ. Provinz Nordbrabant, am Hollandsch Diep, von Wilhelm I. von Oranien 1583 gegründet und später mit Außenwerken versehen, um gemeinsam mit Fort Prins Frederik auf der Insel Overflakke den Zugang von See zu sperren, hat ein schönes Rathaus und 2034 E. 1793 verteidigte sich W. unter Boetzelaer erfolgreich gegen die Franzosen unter Dumouriez.

Willemstad, Stadt auf der Insel Curaçao (s. d.).

Willenberg, früher Wildenberg, Stadt im Kreis Ortelsburg des preuß. Reg.-Bez. Königsberg, am Omulef und Sawitzfluß, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Allenstein), hat (1895) 2401 E., darunter 280 Katholiken und 17 Israeliten, Post, Telegraph, evang. und kath. Kirche; Mehl- und Sägemühle, Ackerbau, Viehzucht und Speditionshandel nach Polen.

Willenhall (spr. -hahl), Stadt im südl. Industriegebiet der engl. Grafschaft Stafford, zwischen Walsall und Wolverhampton, im Nordwesten von Birmingham, zählt (1891) 16 852 E.; hat Eisengießerei (Schlösser, Bolzen u. s. w.), Firnisfabriken und Malzdarren.

Willenlosigkeit, s. Abulie.

Willensfreiheit, s. Freiheit.

Willer, Dorf im Elsaß, s. Weiler.

Willerhof, Knabenwaisenhaus bei Hilsenheim (s. d.) im Unterelsaß.

Willesden (spr. willsden), Stadt in der engl. Grafschaft Middlesex, Teil der Grafschaft London (s. Karte: Inner-London, beim Artikel London), zu dessen nordwestl. Vororten es zu rechnen ist, liegt etwa 10 km von Charing Croß an der London and North-Western-Bahn, dem Außenring der Untergrundbahn und vielen Zweiglinien, hat (1891) 61 266 E. gegen 27 613 im J. 1881.

William, Fort, s. Fort William.

Williams (spr. willlämms), Monier, engl. Sanskritist, geb. 12. Nov. 1819 zu Bombay, erhielt seine Universitätserziehung in dem Balliol College in Oxford und in dem College von Haileybury, wo er 1844 eine Professur für Orientalia erhielt. 1860 ward er als Nachfolger Wilsons Sanskritprofessor in Oxford. W. unternahm mehrere größere Reisen durch Indien und gründete dann das "Indian Institute" zu Oxford, welches als ein Centralpunkt für die ind. Studien in England dienen soll. Er wurde 1886 in den Ritterstand erhoben. W. veröffentlichte u. a.: "English-Sanskrit Dictionary" (Lond. 1851), "Sansktit-English Dictionary" (Oxford 1872; 2. Aufl. 1888), "Practical Grammar of the Sanskrit language" (ebd. 1864; 4. Aufl. 1877) und verschiedene Ausgaben und Übersetzungen der Devanâgari-Recension von Kâlidâsas "Çakuntalâ" (Sanskrit, 1853; mit Index 1876; Übersetzung, 4. Aufl. 1872). U. d. T. "Indian wisdom" (Lond. 1875; 4. Aufl. 1893) gab er eine Darstellung der religiösen, philos. und ethischen Lehren der Inder. Zu nennen sind noch seine Schriften: "Indian epic poetry" (1863), "Hinduism" (1878), "Modern India and the Indians" (1878; 3. Aufl. 1879), "Religious thought and life in India" (Lond. 1883; 2. Aufl. 1885), "Buddhism" (ebd. 1889), "Brahmanism and Buddhism" (ebd. 1891). Auch für das Hindustani hat W. verschiedene praktische Arbeiten geliefert, so "An easy Introduktion to the study of Hindustani" (1859), "Hindustani primer"(1859), "Practical Hindustani grammar" (2. Aufl. 1865), eine Ausgabe des "Bagh-o-Bahar" (1859).

Williams & Norgate (spr. williämms, -get), Buchhandlung in London, gegründet 1843 von Edmund Sydney Williams (geb. 1817 in Beeston bei Nottingham, gest. 1. Sept. 1891) und Frederick Norgate, der bis 1864 Teilhaber blieb, ging 1891 an die Witwe des erstern, Frau Nora Williams, und 1895 an ihre beiden Söhne Edmund Sydney Williams (trat 1896 aus) und Geoffrey Sydney Williams über, denen zugleich Karl Georg Curtius als Teilhaber beitrat. Die Hauptbedeutung des Geschäfts liegt in dem internationalen Sortimentsbetrieb, doch hat es auch ansehnlichen Verlag, namentlich in Sprachkuude, Orientalistik und Naturwissenschaften. Filialen bestehen in Edinburgh (seit 1855) und Oxford (seit 1895).

Williamson (spr. williämms'n), Alexander, engl. Chemiker, geb. 1. Mai 1824 zu Wandsworth bei London, studierte in Gießen, erhielt später die Leitung der praktischen Arbeiten im chem. Laboratorium des University College zu London und wurde nach Grahams Rücktritt von der chem. Professur dessen Nachfolger an demselben Institut. In der Zeit von 1850 bis 1860 beteiligte er sich lebbaft an der Entwicklung der organischen Chemie. Er entdeckte die "gemischten Äther" und wies dadurch zuerst nach, daß die Alkohole nicht die Wasserverbindungen ihrer Äther, sondern die Hydrate der Alkoholradikale sind. Er führte ihre Zusammensetzungsverhältnisse auf das Wasser, wie vor ihm A. W. Hofmann die der künstlichen Basen auf das Ammoniak, zurück, gab diesem die Formel HOH mit dem verdoppelten Atomgewicht des Sauerstoffs = 16 und zeigte, wie aus ihm durch Ersetzung eines Wasserstoffatoms durch das Alkoholradikal der Alkohol selbst, durch Ersetzung auch des zweiten Wasserstoffatoms durch das gleiche oder ein anderes Alkoholradikal die sog. einfachen oder gemischten Äther entstehen. Er wurde in Ausführung dieses zuerst von Laurent hingeworfenen Gedankens zu einem der Mitbegründer der Typentheorie K. Fr. Gerhardts.

Williamsport (spr. williämmspohrt), Hauptort des County Lycoming im nordamerik. Staate Pennsnlvanien, am nördl. Ufer des West-Branch des Susquehanna, der hier von einem Kanal begleitet wird, hat mehrfache Bahnverbindung, zählte 1880: 18 934, 1890: 27 132 E.; hat sehr bedeutenden Holzhandel, viele Säge- und Schneidemühlen, Maschinen- und Kesselwerke, Getreidemühlen, Fabrikation von Hosenträgern, Möbeln, Leder, Wagen, Drahtseilen, Farben, Gummiwaren, Papier, Seife, 6 Nationalbanken.

Williamstown (spr. williämmstaun), Ort im County Berkshire im nordamerik. Staate Massachusetts, in gebirgiger Gegend am Hoosac-River, mit Kattunfabrik und (1890) 4221 E., ist Sitz des William's College mit Sternwarte, chem. und Physik. Laboratorium und Bibliothek.

Williamstown (spr. williämmstaun), Stadt in der brit.-austral. Kolonie Victoria, auf einer die Hobsonbai begrenzenden Halbinsel (s. den Plan: Melbourne), ein Vorort von Melbourne, mit Rennbahn, Dock, Schiffbau, Steinbrüchen, Eisenbahnwerkstätten, Handel; zählt (1896) 12 907 E.

Willibald, Genosse des Bonifatius, geb. um 700 in England, machte 720 mit seinem Bruder Wunnibald eine Pilgerreise nach Palästina, kehrte