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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Held - Henoch
erschienenen Artikeln litterar- und kulturhistorischen Inhalts veröffentlichte er die Tragödien: »Gregor VII.« (Leipz. 1878), »Babel< (Arnst. 1873); die Lustspiele: »Nach Goethe« (Berl.1877)^DieKomödie auf der Hochschule« (Leipz. 1878), »Ein Küßchen« (Verl. 1887); > Selinde«, eine Märchendichtung (das.
1866); öas Dramolett »Luthers Einkehr im Bären zu Jena«, mehrere Festspiele; ferner: »Thüringer Leben in Lied und Sage«, eine Dichtung mit eingelegter Musik (Arnst. 1879), »Die Sage vom Ewigen Juden, ihre Entstehung und poetische Wandlung« (Berl. 1874) und auf juristischem Gebiet: »Deutschlands Laienrechtsbuch« (Erfurt 1879).
Held, 5) Joseph von, Rechtsgelehrter, starb im Januar 1890 in Würzburg.
Mlenin(Alantkampf'er)06lIi00,Vestandteilder
Alantwurzel (von Iimig. Hkleninni), findet sich in dem mit Wasserdampf bereiteten Destillat der Wurzel und wird aus dem alkoholischen Auszug durch Wasser gefällt. Es bildet färb- und geruchlose Kristallnadeln, ist leicht löslich in heißem Alkohol und in Äther, in fetten und ätherischen Ölen, kaum in Wasser, schmilzt bei 100", siedet unter Zersetzung bei 275-280", gibt mit konzentrierter Salpetersäure Nitrohelenin, löst sich mit roter Farbe in konzentrierter Schwefelsäure und wird aus dieser Lösung durch Wasser der Hauptmenge nach unverändert wieder abgeschieden. H. wird als ausgezeichnetes antiseptisches Mittel empfohlen (es soll 10,000 Teile Harn vor Fäulnis schützen) und bei Malaria, Tuberkulose, katarrhalischen Diarrhöen, Keuchhusten, chronischer Bronchitis mit Erfolg angewandt.
Heller, 3) Stephen, Komponist, starb 13. Jan.
1888 in Paris.
4) Seligmann, Schriftsteller, starb 8. Jan. 1890 in Wien.
*5) Servac, tschech. Romanschriftsteller, geb.
12. Mai 1845 zu Wlaschim, studierte Philosophie und Rechtswissenschaft in Prag, bereiste 1867 Deutschland und das nördliche Rußland, später das südliche und östliche Rußland, die Krim, Bessarabien und Polen (1872), Rumänien und Bulgarien bis an den Balkan während desrussisch-türkischen Kriegs (1877).
1873-77 redigierte er mit Swatopluk Cech die belletristische Wochenschrift »I^ninir«, für welche er eine Reihe interessanter Reisebriefe und Skizzen (die schön-sten aus der Krim und vom westlichen Abhang des Kaukasus) schrieb. Seit 1879 gibt er mit dem Genannten die Monatsschrift »Xv8^« (»Blüten«) heraus, in welcher sein Roman aus der hohen russischen Gesellschaft: »Xrki Ltepi« (»Der Steppenkönig«) erschien. Auch in andern tschechischen Zeitschriften lieferte H. Reiseberichte, Feuilletons und novellistische Beiträge. Selbständig veröffentlichte er mehrere Bände interessanter Reiseschilderungen.
"He Uhofflt, von .hellhoff in Berlin I tttti angegebener Sprengstoff, welcher unmittelbar vor dem Gebrauch aus zwei an sich ungefährlichen Substanzen zusammengesetzt wird und auch dann noch durch Feuer, Schlag oder Stoß nicht zur Explosion gebracht werden kann. Der H. ist eine Lösung der Nitroverbindungen von Benzol und ähnlichen Kohlenwasserstoffen in konzentrierter Salpetersäure und bildet eine rubinrote Flüssigkeit, deren Sprengwirkung die des Nitroglycerins übertrifft. Gestein und Kohle sollen durch H. in großen Stücken abgetrennt, nicht zermalmt werden. Der H. ist an sich viel billiger als Dynamit, aber die Handhabung ist infolge der ätzenden Eigenschaften schwierig, umständlich und nicht ganz gefahrlos. Zur Patronierung dienen am besten
Vleihülsen, jedenfalls ist dieselbe teuer. Übrigens ist der H. nur eine Nachahmung der Sprengelschen Sprengstoffe. Vgl. Trauzl, Sprengels saure Explosivstoffe und der H. (Wien 1887).
"Hellriegel, Hermann, Agrikulturchemiker, geb.
21. Okt. 1831 z.: Mausitz bei Pegau, studierte Landwirtschaft zu Tharant, fungierte daselbst, 1854 in Leipzig zum Doktor promoviert, fünf Jahre als erster Assistent Ad. Stöckhardts am chemischen Laborato^ rium der Akademie und wurde 1856 zur Leitung der neubegründeten Versuchsstation Dahme in der Mark Brandenburg berufen. Hier war er 17 Jahre lang bemüht, dem landwirtschaftlichen Versuchswesen Eingang in die Provinz zu verschaffen, zugleich führte er eine Reihe bedeutender Untersuchungen über die Grundbedingungen des Pflanzenlebens mittels der sogen. Sandkultur aus. 1873 folgte H. einem Ruf als Wanderlehrer nach Bernburg, wo er 1881 zum Direktor der neubegründeten herzoglichen Versuchsstation, hauptsächlich für Zuckerrübenkultur, ernannt wurde. Seine neuesten bedeutenden Arbeiten betreffen die Ernährung der Pflanzen mit Stickstoff, auch zeigte er, auf welche Weise eine Vermehrung der stickstoffhaltigen Bestandteile in den Pflanzen erzielt werden kann. Er schrieb: »Beiträge zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Ackerbaues mit besonderer Berücksichtigung der agrikulturchemischen Methode der Sandkultur« (Braunschw. 1883); »Untersuchungen über die Stickstossnahrung der Gramineen und Leguminosen« (mit Wilfarth u. a., Verl.
1888). Eine Zeitlang war er Mitherausgeber des Hoffmannschen Jahresberichts für Agrikulturchemie«.
Helvig, Amalie von, Schriftstellerin. Ihre Biographie schrieb Henr. v. Bissing (Verl. 1889).
^Hendricks, Thomas Andrews, amerik. Staatsmann, geb. 7. Sept. 1819 bei Zanesville (Ohio), studierte die Rechte, ward 1843 Advokat in Shelbyville in Indiana und 1845 in die Legislatur dieses Staats gewählt. 1851warerMitgliedderKommission,welche mit der Revision der Verfassung von Indiana beauftragt war. Seit 1850 demokratisches Mitglied des Repräsentantenhauses, wurde er vom Präsidenten Pierce 1852 zum Kommissar des Landoffice ernannt, welchen Posten er vier Jahre bekleidete. 1860 siedelte er von Shelbyville nach Indianapolis über und ward 1863 in den Senat der Union gewählt, wo er bis 1869 mit großer Hartnäckigkeit die republikanische Politik der Regierung bekämpfte, besonders die Rekonstruktionsbill, und für Beendigung des Bürgerkriegs durch Zugeständnisse eintrat. Bei der demokratischen Nationalkonvention 1868 wurde er als Kandidat für die Präsidentschaft aufgestellt und erhielt im ersten Wahlgang die zweithöchste Anzahl von Stimmen. Seit 1872 Gouverneur von Indiana, ward cr 1876 von der demokratischen Partei als Kandidat für die Vizepräsidentschaft aufgestellt, unterlag aber dcm Republikaner. Dagegen siegte er mit Cleveland 1884 und bekleidete die Vizepräsidentschaft vom 4. März 1885 bis zu seinem Tod (25. Nov. 1885).
Henin-Üietard, (i8«6) 7506 Einw.
Hennebont, (i8«6) 5306 Einw.
Hennequin, 2) Alfred, franz. Theaterdichter, starb 7. Aug. 1887 in Paris.
"Henoch, Eduard, Mediziner, geb. 16. Juli 1820 zu Berlin, studierte daselbst, wurde nach einer längern Reise Assistent in der Poliklinik von Romberg, habilitierte sich 1850 als Privatdozent, wurde 185« außerordentlicher Professor und 1872 Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderkrankheiten in der königlichen Charitee. H.ist einer der hervorragendsten