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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kaliubie - Kalk
uommene Verfahren setzt voraus, daß hinreichend Platinchlorid genommen wird, um alle Chlormetalle in Platindoppeltverbindungen zu verwandeln, daß die Flüssigkeit in ammoniatfreier Luft völlig zur Trockne verdampft wird, und daß man den Alkohol vor dem Trocknen möglichst vollständig aus dem Filter entfernt. Das Gewicht des Kaliuniplatinchlorids ergibt bei Multiplikation mit 0,i^; die Menge des vorhandenen Kalis. Die übrigen Bestandteile der K. werden in üblicher Weise bestimmt.
Kaliubie (Kaliub), ä'gypt. Provinz im SO. des Deltas, mit einer Kulturfläche von 912,4 hkni und <i862) 271,391 Einw. Die gleichnamige Hauptstadt an der Eisenbahnlinie Alexandria-Kairo ist aus den Ruinen des alten Heliopolis erbaut.
Kalium, s. Natrium (Bd. 17).
Kaliumbromid ist am häufigsten mit Kaliumchlorid verfälscht, und ein Gehalt von 2-3 Proz. Chlorkalium dürfte aus praktischen Gründen zu gestatten sein. Zum Nachweis des Chlorkaliums erhitzt man ."»l? zerriebenes K. mit 3 ^^ zerriebenem Kaliumbichromat und 10 ^^ konzentrierte Schwefelsäure in einer Retorte, welcher eine gut gekühlte Vorlage mit etwas Natronlauge angefügt ist. Bei chlorfreiem K. bleibt die Natronlauge farblos, bei chlorhaltigem färbt sie sich gelb (durch Chlorchromsäure). Zur quantitativen Bestimmung titriert man eine Lösung des Salzes unter Zusatz von Kaliumchromat mit Normalsilberlösung bis zur schwachen Rotfärbung, wägt den ausgewaschenen Niederschlag und berechnet aus der gefundenen Menge den Chlorgehalt des Salzes.
Kaliumchlorid ist bisweilendurch Eisengehalt rötlich oder gelblich gefärbt und gibt dann in salzsaurer Lösung mit gelbem Blutlaugensalz einen blauen Niederschlag. Blei wird in der wässerigen Lösung durch Schwefelwasserstoff, Kalk durch Ammoniak und Ammoniumoxalat angezeigt. Ist der Kalk ausgefällt, so kann man im Filtrat Magnesia durch Natriumphosphat nachweinen. Natron wird durch Kalinmantimoniat nachgewiesen und Ammoniak durch Erwärmen der Lösung mit Natronlauge. Kaliumsulfat wird durch Baryumchlorid angezeigt, und wenn man die wässerige Lösung mit Salzsäure schwach ansäuert und Eisenchlorid zusetzt, so entsteht bei Gegenwart ^on Kailumferrocyanid ein blauer Niederschlag. Den Kaligehalt des Kaliumchlorids bestimmt man wie bei Kalisalze angegeben. Enthält das K. aber Ammoniumsalze, so muß man es zunächst vorsichtig glühen, und wenn es starke Reaktion auf Schwefelsäure gegeben hatte, so muß man letztere bestimmen und eine entsprechende Menge Kali als Kaliumsulfat in Rechnung stellen.
Kaliunmillllid enthält Verunreinigungen, die von der angewandten Pottasche herrühren und in kleinern Mengen bei dem gewöhnlichen K. nicht zu beanstanden stnd. Verdampft man die Lösung unter Zusatz der doppelten Gewichtsmenge von Borax zur Trockne, so zeigt Silbernitrat in der mit Salpetersäure angesäuerten Lösung des Rückstandes Chlor an. Hiervei und bei allen Prüfungen, welche Ansäuern der Lösung erforderlich machen, ist Vorsicht erforderlich. Zur Prüfung auf Kaliumcyanat übersättigt man die konzentrierte Lösung mit Essigsäure und läßt längere Zeit stehen; das Cyanat scheidet sich kristallinisch ab. Quantitativ bestimmt man den Gehalt des Kaliumcyanids an Cyan durch Titrieren mit Silbernitrat oder schwefelsaurem Kupferoxydlimmoniak.
Kaliumhydro Z'l)d enthält in den gewöhnlichern Präparaten die Verunreinigungen der Pottasche,
also Alkalisalze, Thonerde, Eisen, Mangan, Kalk, Magnesia ?e. Größere Mengen von Kaliumcarbonat machen das K. mattweiß und die Stangen leichter zerbrechlich, geringereMengen(5-6Proz.) sind nicht zu beanstanden. Zur Prüfung löst man 1 Teil K. in2 Teilen Wasser, fügt 20 Teile gesättigtes klares Kalkwasser zu, kocht einige Minuten, filtriert und läßt das Iiltrat in überschüssige Salzsäure laufen; hierbei darf sich keine Kohlensäure entwickeln. Auf Cliloride, Sulfate, Natriumverbindungen prüft man in gewöhnlicher Weise. Bei quantitativer Untersuchung wird der Wassergehalt am besten aus der Differenz berechnet. Man bestimmt das Unlösliche, die Gesamtalkalinität, durch Titrieren mit Normalsäure, das Gesamtkali mit Platinchlorid, den Gehalt an Carbonat aus dem Gewichtsverlust, den 5,-8 ^^ des Präparats beim Übersättigen mit Schwefelsäure erleiden.
Bestimmt man auch die Chloride, Sulfate, Silikate:c., so läßt sich der Gehalt an K. und aus der Differenz mit der Geiamtalkalinität der Gehalt an Natriumhydroxyd berechnen.
Kllliumjodid soll sich in 12 Teilen Alkohol von 92 Proz. klar und farblos lösen, erheblichere Mengen von Chlorid, Bromid, Iodat und Sulfat bleiben ungelöst, im übrigen prüft man K. wie Kaliumbromid, resp. Kaliumchlorid. Kleine Mengen von Kaliumcarbonat bis 0,5 Proz. sind nicht zu beanstanden.
Kaliumjodat erkennt man durch die in der wässerigen Lösung des Salzes auf Zusatz von verdünnter Schwefelsäure entstehende Gelb- bis Vraunfä'rbung; bei gleichzeitigem Zusatz von Stärkekleister entsteht dabei sogleich eine blaue Färbung. Die quantitative Be^ stimmung geschieht analog dem bei Kaliumbromid angegebenen Verfahren.
Kalt. Bei der Kalkbrennerei entwickeln die Öfen älterer Konstruktion große Mengen von Teerdämpfen und übelriechenden Gasen, welche zwar nicht eigentlich schädlich wirken, aber die Umgegend oft auf 2 !i km belästigen. Bei der Anlage von Kalkbrennereien ist daher die herrschende Windrichtung zu berücksichtigen. Die neuern Kalköfen erzeugen viel weniger Rauch, aber sie sind insofern für die Arbeiter gefährlicher, als diefe leichter in die Lage kommen, sich den der Gicht entströmenden kohlenoxydreichen Gasen auszusetzen. Ob die Kohlensäure, wenn sie sich bei ruhigem, trocknem Wetter schnell zu Boden senkt, der Vegetation nachteilig wird, scheint noch nicht sicher festgestellt zu sein. Beim Ziehen des gebrannten Kalks entsteht Staub, welcher für die Arbeiter und die Umgebung, besonders die Vegetation, ichädlich ist. Es ist daher für geeignete Ventilation vor den Ausziehöffnungen und dafür Sorge zu tragen, daß der mit der Ascye des Brennmaterials gemischte Kalkstaub vor dem Wind geschützt wird.
In den meisten Fällen genügt zur W er t besinnmun g des Kalks eine Bestnmmmg des Kohlensäuregehalts, und man bedient sich hierzu des Scheiblerschcn Apparats, in welchem das Volumen der entwickelten Kohlensäure gemessen wird. Bei stark magnesiahaltigen Kalksteinen genügt diese Methode nicht, man muß sie gewichtsanalytisch untersuchen, indem man 5 ss K. in Salzsäure löst, das Ungelöste (Kieselsäure, Sand, Thon) abfiltriert, answ'äscht, trocknet, glüht und wägt. Aus der Lösung fällt man durch Ammoniak Eisen und Thonerde, aus dem Filtrat von diesen durch Ammoniumoxalat den K. und aus dem Filtrat von letzterm durch Natriumodosphat uno Ammoniak die Magnesia. Zur V.sti nmung der Al' kalten brennt man 1 ^^ K. im Platintieoel über dem Gebläse, zieht den Ätzkalk mit heißen Wasser auß,