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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kreosot - Kriegsflotten
lercht zerstört wad. ^iach nianchen Angaben enthält K. auch Harzseife, Fettseife, Alkohol. Es ist weit weniger giftig als Karbolsäure, steht aber letzterer an desinfizierender Kraft wenig nach, ja übertrifft dieselbe in gewissen Fällen, so zur Abtötung der Tuberkelbacillen. Man benutzt es in 2 - 5 Proz. Lösung , >ur Desinfektion von Wunden, insbesondere Wund höhlen, Händen, Instrumenten (für letztere, weil nicht durchsichtig, weniger geeignet), ferner namentlich zur desinfizierenden Abwaschung von Geräten x.
Kreosot. Neuerdings wurde das K. besonders angelegentlich zur Behandlung der Lungentuberkulose l'mpfohlen. Die Thatsache, daß alle Teerprodutte ^ energisch desinfizierende oder wenigstens entwictelungshemmende Wirkung auf die Tuberkelbacillen »msüben, ist geeignet, die vom Standpunkt der Erfahrung ant Krankenbett gegebene Empfehlung des Kreosots durch Sommerbrot zu unterstützen, beider ^vord in manchen Fällen die Anwendung des Mitteln unmöglich, weil der Magen dasselbe nicht oder nicht auf die Dauer erträgt.
Kreftowslij,2) W. (N. D. Chwoschtschinskaja), ruff. Schriftstellerin, starb 20. Juni 1889 in Peters)of bei St. Petersburg.
Kreta. Im Sommer 1889 brach wieder einmal cin Aufstand in K. aus, wo sich der Generalgouverneur Sartinsky Pascha nicht die Sympathien der christlichen Bevölkerung erworben hatte.. Die Aufständischen besetzten das Gebirge uon Sfakia und verkündeten die Vereinigung der Insel mit Griechenland als ihr Ziel. Die griechische Regierung trat in einer Note an die Mächte vom 6. Aug. für den Aufstand ein. Die Pforte schickte Schakir Pascha mit bedeutenden Streitkräften nach K., welcher auch bald den Aufruhr unterdrückte. Darauf wurde eine Amnestie erlassen und durch einen Ferman Reformen, namentlich auf wirtschaftlichem Gebiet, versprochen; deioe Erlasse erschienen aber den Christen nicht genügend uno beschwichtigten die Unzufriedenheit nicht.
Die griechische Regierung hatte daher Mühe, sich des Drängens der kretischen Flüchtlinge auf Intervention zu erwehren.
Krctzlchmer, Johann Hermann, Maler, starb 5. Febr. 1890 in Berlin.
Kriegsflotten der wichtigsten europäischen Staaten. Nächst den Dampf- u. den Panzerschiffen liaben die Torpedoboote bei ihrer Einführung auf die Entwickelung der K. aller Bänder den bedeutsamsten Einfluß ausgeübt. Die Panzerschiffe hatten bereits mehrere Wandlungen ihrer Bauart und Einrichtung Hintersich, alsd'ieTorpeoobooteMitteder 70er Jahre ihnen gegenübertrat^'n, denn Zweck der letztern war vornehmlich die Bekämpfung der Panzerschiffe mittels Torpedos. Glaubte man anfangs, daß es am vorteilhaftesten sei, die Torpedoboote so klein als möglich zu machen, und daß solche von 8 bis !2 Ton. genügen würden, so erkannte man bald, daß der aus dieser geringen Größe hervorgehende Mangel an Seetüchtigkeit ihren Nutzen fast ganz aufhob.
Infolgedessen wuchsen sie nach und nach auf 30, 40, 50 - 60 Ton. Damit war ihre anfänglich sehr geschätzte Mitführung als Beiboote auf dem Deck großer Schiffe ausgeschlossen. Man vereinigte nun in der Regel sechs Boote unter Führung eines größern Fahrzeugs von 250 bis 500 Ton., die sogen.
Divisionsboote, Torpedobootjäger oder Torpedoauisos, zu kleinen Flottillen, um sie den Schlachtschiffen oder Geschwadern zur Ausübung des Kundschafter- und Sicherungsdienstes auf hoher See beizu«zcben oder ihnen selbständig den gleichen Dienst in
der Küstenverteidigung zu übertragen. Je mehr aber die Torpedoboote bei Flottenübungen zur praktischen Verwendung kamen, um so mehr brach sich die Nberzeugung Bahn, daß für den Dienst auf hoher Sec diese kleinen Boote wenig geeignet sind, daß sie da^ gegen der Küstenverteidigung vielen Nutzen versprechen. Richtig war die anfängliche Ansicht, daß dic ileinen behenden Boote von den schwerfälligen Pan. zergeschützen wenig zu fürchten hätten, daß aber diese Sicherheit mit ihrer Größe schwindet. Wen/r ullch ihre im ^auf weniger Jahre außerordentlich gesteigerte Fahrgeschwindigkeit ein Hinaufgehen in dieser Richtung wieder ausglich, fo war doch all diesen Bc^ strebungen in den Revolverkanonen und Schnellfeuergeschützen, die in kurzer Zeit überraschende Fortschritte in ihrer technischen Entwickelung machten, ein Gegner entstanden, den sie nicht mehr überholen konnten. Mit den wirkungsvollen Schnellfeuert'anonen größern Kalibers hat die Artillerie den Schiffeit großer Fahrgeschwindigkeit gegenüber die Stellung als Waffe im Seekrieg wiedergewonnen, die sie gegenüber den Panzerschiffen nie verlor, den kleinen Blitzbooten aber eine kurze Zeit lang hatte preisgeben muffen. Ebenso rasch entwickelten sich der Schiffs- und Schiffsmaschinenbau, deren Leistungen die schnell fahrenden Kreuzer von 2 - 3000, neuerdings sogar zu 5j-60l)0 Ton. bezeugen. Insbesondere ist der außerordentliche Fortschritt im Schiffsmaschinenbau auf die Seetaktik von großem Einfluß gewesen, insofern die Fahrgeschwindigkeit der Schiffe die Bedeutung einer Waffe erhielt Das italienische Panzerschiff Sardegna von 13,860 T. hat Maschinen von 22,800 i 6 (indizierte Pferdekräfte), die englischen Panzerdeckkreuzer Blake und Blenheim von 9000 T.
20,000 i o, der französische Panzerkreuzer Dupuy de Lome von 6300 T. 14,000 i e, die deutschen Torvedo-Dlvisionsboote D. 7 u. D.8 von 350T, haben 4000 i <; und 26 Knoten (48 I<m) Geschwindigkeit. Gegenüber diesen größern Schiffen, die Kohlen für mehrere tausend Seemeilen Fahrt an Bord u.hmen können, ist dic Bedeutung der kleinen Torpedoboote auf hoher Sec sehr geschwunden, zumal die Lancicrungder Torpedos eine so günstige Entwickelung genommen, daß dieselbe mit gleicher Sicherheit auch von den Kreuzern ausgeführt wird. Damit kehrte auch das gesunkene Vertrauen zu den schweren Panzerschiffen, das sie bei der schnell wachsenden Bedeutung der Torpedoboote einbüßten, wieder zurück, unterstützt vom Schiffbau, der es verstanden, durch den Zellenbau und Herstellung vieler wasserdichter Abteilungen, durch Längs- und Querschotten im Schiffsraum die Wirkung treffender Torpedos zu lokalisieren und ihnen so die Schwimmfähigkeit zu erhalten, auch wenn sie ein Leck durch einen Torpedo erhielten. Glaubte man eine Zeitlang, daß der Kampfwert der Panzerschiffe für die Seeschlacht nicht mit ihrer Größe und Schwere des Panzers wie der Geschützarmierung wachse, sondern daß mehrere kleine Panzerschiffe in dieser Beziehung einein großen vorzuziehen seien, so hat auch diese Ansicht sich geändert, ebenso die, daß der Sei^ tenpanzer ganz, wie an den italienischen Panzerschiff fen der Lepantoklasse, oder teilweise, wie an den englischen Schiffen der Admiralsklasse, entbehrlich sei. Schießversuche mit Vrisanzgeschossen haben gelehrt, dcch die Wirkung derselben gegen ungepanzerte Schiffswände ganz furchtbar ist, wogegen sie beim Anprall gegen Panzerwände springen, ohne durch diese hindurchzugehen. Man ist daher heute der Ansicht, daß für die Seeschlacht, sei es gegen Schiffe oder Küstenwerke, grohc Panzerschiffe mit starkem