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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Londonderry - Lord Howe
familie, ward noch unter Friedrich d. Gr. in der Kabinettskanzlei angestellt, nach dessen Tod Kabinettssekretär, machteimköniglichen.vauptqnartierden Feldzug von 1792 mit, geriet bei Valmy in französische Kriegsgefangenschaft', fiel unter Friedrich Wilhelm iii. zuerst in Ungnade, ward aber 1800 Zum Geheimen Kabinettsrat ernannt und bearbeitete vornehmlich die auswärtigen Angelegenheiten. Besonders seit einer Sendung an Napoleon (1803), der ihn beschenkte und ihm schmeichelte, vertrat er die Politik einer Frankreich freundlichen Neutralität und ward deshalb von den Gegnern dieser Politik und der Kabinettsregierung überhaupt heftig angegriffen und für die unheilvollen Folgen verantwortlich gemacht, so namentlich von Stein in seiner Denkschrift vom Mai 1806. Die Vorwürfe des letztern aber, daß ^.^. ein sittenloser Mensch gewesen und sich durch Bestechung zu Verrat habe verleiten lassen, sind übertrieben, wenn nicht unbegründet. Nach der Katastrophe von Jena richtete sich die allgemeine Entrüstung gegen L.; er ward in Stettin auf Befehl der Königin Luise verhaftet, vom König zwar wieder freigegeben und zum Sekretär der Akademie ernannt, starb aber schon 28. April 1812 in Nizza.
^Londauderry, 3) Charles Stewart Vane Tempe st, Marquis von, brit. Staatsmann, geb.
1852 als Sohn des fünften Marquis von L., ward in Et ON und Oxford erzogen und 18/8 für die Grafschaft Down in das Unterhaus gewählt. 1884 folgte er seinem Vater in der Peerswürde. Unter dem Ministerium Salisbury wurde er im August 1886 zum Vizekönig von Irland ernannt. Schon 1889 legte er diese Würde nieder.
*Long, 3) Thomas, amerikan. Walfischjäger, fuhr 1867 durch die Beringsstraße längs der Nordküste Sibiriens bis zum Kap Schelagstoj (ca. 170" östl. L.) und entdeckte auf der Rückreise die Südküste der von ihm Wrangelland, von Kellett aber, der die Ostküste schon früher erblickt hatte, Povelland genannten Insel. Er starb !875 auf Honolulu.
Lonovics l, pr. lönnowitsch), Joseph, ungar.Redner und kirchlicher Schriftsteller, geb. 31. Jan. 1793 zu Miskolcz, widmete sich dem geistlichen Stand und wurde 1829 Domherr zu Erla'u. Als Vertreter des Er/mier Kapitels auf dem Preßburger Landtag 1832-1836 riß er die Abgeordneten mit einer Rede, die er 20. Febr. 1833 in betreff der religiösen Beschwerden hielt, zur Bewunderung hin. 1834 wurde er zum Bischof von Csanäd ernannt. 1841 sandten ihn die ungarischen Bischöfe nach Rom, um wegen Herstellung des durch die Frage der gemischten Ehen gestörten religiösen Friedens Konzessionen zu erwirken. 1848 wurde er zum Erzbischof von Erlau ernannt und trat nur noch einmal in den Vordergrund, als er mit Georg v. Mailäth, Franz Deak und dem Grafen Ludwig Batthyänyi sich wegen Friedensunterhandlungen in das Lager des Fürsten Windischgratz begab. Nach der Revolution seiner kirchlichen Ämter' entkleidet, lebte er zuerst in Melk, dann in Wien, wo er außer kleinern Schriften sein Hauptwerk: »Populäre kirchliche Archäologie« (in ungar. Sprache, Wien 1857,3 Bde.; 2.Aufl., Pest 1869), herausgab. 1860 in sein Vaterland zurückgekehrt, wurde er zum Assessor des obersten Gerichtshofs, 1866 zum Erzbischof von Kalocsa ernannt. Er starb 13. März 1867.
Loomis, Elias, Meteorolog, starb 15. Aug. 1889 in Newhaven. Am wichtigsten sind seine Arbeiten über die Stürme, die Tornados, die Periodizität des Nordlichts, das verhalten der barometrischen Maxima und Minima und die Niederschläge der Erde.
Loojl lipr. luhp), Henry, amerikan. Maler, geb.
1831 zu Hillsdale (New I)ork), widmete sich in New Dork der Malerei unter .Henry Peters Gran, ging 1856 nach Paris, arbeitete ein halbes Jahr im Atelier Coutures, brachte ein Jahr in Rom, Florenz und Venedig zu, besuchte 1867 andre Kunststädte Europas und kehrte dann nach New L)ork zurück.
Seine Bilder, meist idealen Indalts, stellen (nnzelfiguren in phantastischer Auffassung und mit durchsichtigem, leuchtendem Kolorit dar. Die bedeutendsten derselben sind: Undine (1863), Klytia (1865), die Improvisatorin, der italienische Sänger (1869), der Lago Maggiore, die weiße Rose (1871), Phantasien, Aphrodite (1876), Önone.
^ Lopez (spr. löpe^i, 4) Narciso, span. Parteigänger, geb. 1799 in Venezuela, trat in die spanische Armee, zeichnete sich im Kriege gegen die aufständischen Kolonien aus und wurde 1839 von Espartero zum Statthalter von Trinidad ernannt. Nach dessen Sturz 1848 als Hochverräter angeklagt, entfloh er nach den Vereinigten Staaten und rüstete daselbst eine Expedition zur Befreiung Cubas von der spanischen Herrschaft aus. Am 19. Mai 1850 landete er auch mit 600 Mann zu Cardenas und eroberte diesen Ort, fand aber bei den Kreolen nicht die erwartete Unterstützung und mußte seinen Versuch aufgeben. Am 12. Aug. 1851 landete er zum zweitenmal an der Spitze einer neuen Expedition bei Playnas, ward jedoch nach mehreren glücklichen Gefechten bei Maritorena in den Gebirgen von Rosario 21. Aug. überfallen und gefangen genommen und 1. Sept. in Havana hingerichtet.
*5) Antonio, Marquis von Comillas, span.
Reeder, geb. 1820 zu Eomillas bei Santander von armen Eltern, ging nach Cuba und erwarb sich hier als Kaufmann durch seinen Scharfblick, durch seinen ehrlichen Charakter und seinen unverdrossenen Fleiß ein ansehnliches Vermögen. Er kehrte darauf nach Spanien zurück, ließ sich in Barcelona nieder und begründete hier die (vs»m Mai«, (^nerai ^lau^^tlkutun, deren Dampferflotte, die besonders den Verkehr mit Amerika unterhält, eine der bedeutendsten Europas ist. Auch war er Präsident des Kauco Hi8jmn<>kolonial, des ^i Läito-Nkioaiitii und der ('omMilia (I0U6i'»1 ä6 1a,d^c08 ä6^i1ipiim8, welche Gesellschaften er mit errichtet hatte. Er erwarb hierdurch ein ungeheures Vermögen (125 Mill. Mk.), das ihm die Mittel zu einer großen und umsichtigen Wohlthätigkeit gewährte. In Anerkennung seiner großen Verdienste um den spanischen Handel und Verkehr ernannte ihn der König Alfons XII. 1881 zum Granden von Spanien und Marquis von Connllas. L. starb 17. Jan. 1883 in Barcelona.
^Lorch, Melchior, Maler und Kupferstecher, geb.
1537 zu Flensburg, bildete sich bei einem Goldschmied in Lübeck, durchwanderte Deutschland und kam 1548 nach Augsburg. Nach weitern Reisen durch Holland, Frankreich und Italien ging er 1557 mit dem kaiserlichen Gesandten nach Konstantinopel, wo er drei Jahre blieb und unter anderm das Porträt des Sultans und der Favoritsultanin malte und in Kupfer stach. Er kam dann nach Kopenhagen, ging 1579 zum zweitenmal nach Konstantinopel und war 1582 wieder als Hofmaler in Kopenhagen thätig. Er soll nach 1594 in Rom gestorben sein Von seinen Gemälden ist keins mehr nachzuweisen. Unter seinen Kupferstichen ist ein Porträt Dürers, unter seinen Holzschnitten eine Sammlung von 122 Blatt türkischer Trachten hervorzuheben.
*Lord Howe lipr. hau), brit. Insel im südlichen Teil