Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

567
Methylacetanilid - Mexiko
mittels Eisenstangen ist insofern gefährlich, als die Arbeiter leicht zwischen Schleifstein und Auflage ge^ raten. Hier sind vorteilhaft besonder? Aodrelworrichtungen anzuwenden, bestehend in iräseartigen Werkzeugen, die mittels eines Supports an dem abzudrehenden Schleifstein vorbeigeführt werden. Wenn mit der Schleifarbeit eine erhebliche Stauberzeugung verbunden ist, so sind die Arbeiter gegen die höchst qesundheitsgefährliche Wirkung dieses Staubes durch Absaugen desselben zu schützen. Zu dem Zweck sind die Schleifsteine mit einer Umkapselung oder mit einem Auffangtrichter zu versehen, welche mit einem Exhaustor derart in Verbindung stehen, daß der ganze Staub mit der angesaugten Luft abgeführt wird.
Derartige Vorrichtungen finden sich besonders in den Schleifereien, Nadel- und Stahlfederfabriken. Bei großen Stangen mit Valancierantrieb kommen nicht selten Verletzungen der daran beschäftigten Arbeiter, wie auch zufällig vorbeigehender Personen, dadurch vor, daß diese von den Schwungkugeln des Balanciers getroffen werden. Zum Schutz hiergegen ist um die Schwungkugeln ein mitrotierender Flacheisenring zu legen, der durch eine Anzahl Speichen versteift wird. Ferner werden bei Stangen mit Balanciers zuweilen dadurch erhebliche Quetschungen der Hände herbeigeführt, daß die Schwungkugeln und somit auch die Preßspindel und der Preßkopf schon in Bewegung gesetzt wurden, bevor der mit dem Unterlegen des Arbeitsstückes betraute Arbeiter seine Hände zurück gezogen hatte. Hiergegen schützt eine Schiene, welche durch die Spindel mittels eines .Hebelmechanismus zwischen dem Preßkopf und der Unterlage (Matrize) und zwar ziemlich dicht über letzterer hin und her bewegt wird, so daß sie die Hand des Arbeiters fortschiebt, ehe der Preßkopf das auf der Matrize liegende Arbeitsstück erreicht hat. Bei Walzwerken für dünne Bleche sind die Hände der Arbeiter vor dem .Hineingeraten zwischen die Walzen zu schützen. Dazu empfiehlt sich die Anbringung von kleinen Schutzwalzen über den Einführungstischen, welche behufs Einführung des zu walzenden Stückes von dem hinter dem Walzwerk stehenden Arbeiter mittels eines Fußtrittes angehoben werden. Das zu walzende Stück wird dann von einem andern vor dem Walzwerk stehenden Arbeiter eingeschoben, sobald es jedoch von den Walzen erfaßt ist, zieht der erne Arbeiter seinen Fuß zurück, die Schutzwalze fällt auf das Arbeitsstück nieder und verhindert, daß die Hand des zweiten Arbeiters den Walzen zu nahe kommen kann.
Methylacetani Nd,s. Exalgin (Bd. 17).
-Methyläl (Methylendimethyläther) (^H^ entsteht bei Destillation von Methylalkohol mit Braunstein und Schwefelsäure und bildet eine farblose, durchdringend aromatisch, nach Chloroform und Essigäther riechende Flüssigkeit vom spez. Gew. 0,,<>5), es siedet bei 42", lost sich in Wasser, Alkohol nnd Äther, fetten und ätherischen Ölen, ist nicht leicht entzündlich und gibt mit konzentrierter Schwefelsäure Methylschwefelsäure und Formaldehyd. Innerlich erzeugen geringe Dojen von M. tiefen Schlaf, der aber nicht lange anhält, bei alkoholischem Irresein, beginnenden Psychosen und nächtlichen Aufregungszuständen bleibt die Wir tung aus. Inhalationen erzeugen vollständige Anästhesie, äußerlich dient es als schmerzstillendes Mittel.
Es wird auch als Gegengift für Strychnin gebraucht.
Methyläthyläther (^»0 entsteht bei Einwirkung von Iooäthyl auf Natriummethylat, ist eine farblose, eigentümlich riechende Flüssigkeit, siedet bei 11", kann daher nur in druckfesten Gefäßen aufbewahrt werben, ist äußerst leicht entzündlich und wird als
anästhetisches Mittel benutzt. M. soll ebenso sicher virken wie Chloroform, ohne wie dieses üble Zufälle
liervorzubrinaen.
Methylchwrür wird als lokales Anästhetikum empfohlen, da es bei der Verdunstung viel Wärme bindet und dadurch die Körperstelle, auf welche es appliziert wurde, unempfindlich macht. Eine Lösung uon M. in Chloroform ((^mnpormä liquid HieliÄr«!-8s»n) dient alv Ersatz des Chloroforms für Narkosen.
Methylenchlond (Dich lormethan) (N^^ entsteht bei Einwirkung von Chlor auf Methan oder Methylchlorür und wird durch Behandlung von Methw lenjodid mit Chlor dargestellt. Es bildet eine farblose Flüssigkeit, riecht ^chloroformartig, spez. Gew.
1,354 bei 15", siedet bei 41-42", verhält sich gegen Lösungsmittel wie Chloroform und ist wie dieses schwer entzündlich. M. erzeugt ebenso schnell wie Chloroform eine Narkose von gleicher Tiefe, die aber weniger lange anhält; es wirkt lange nicht so gefährlich wie Chloroform auf Puls und Respiration. Englisches M. (M.-Richardson, Methylene)istein Gemisch von Methylalkohol mit Chloroform, welches besser wirken soll als M. oder reines Chloroform.
Mrttenleiter, 2) D ominikus, kath. Theolog und Musikschriftsteller, Bruder des Komponisten I. G.M.
(1), geb. 20. Mai 1822 zu Thonhausen im Württembergischen, studierte Theologie, wurde 1846Priester und Vital des Stifts an der Alten Kapelle in Regensburg; starb 2. Mai 1868. Außer vielen asketischen Schriften veröffentlichte er: > Geschichte des heil. Thomas von Aquia« (Regensb. 1856); »Johannes Gerson und seine Zeit<' (Augsb.1857); »Musikgeschichte der Stadt Regensburg^ (Regensb. 1866); »Musikgeschichte der Oberpfalz ^(Amberg 1867); biographische Schriften über seinen Bruder Joh. Georg M. (Brixen 1866), Karl Proske (Regensb. 1868) u. a.
Mexiko, Bundesrepublik, hatte angeblich im I.
1888: 11,487,210 Seelen, von denen 19 Proz. Euro päer oder deren Nachkommen, 38 Proz. Eingeborne und 43 Proz. gemischter Rasse sind. Die volkreichsten Städte sind Mexiko (329,535), Guadalajara (83,122), Puebla (78,530), Zacatecas (60,000) und Guanajuato (52,112). Die Ausfuhr des Jahrs 1886/87 bestand aus Waren im Wert von 15,631,000 Pesos und 33,561,000 Pesos (zu 3,4? Mk.) in Edelmetallen. Unter den Waren sind am wichtigsten: Hanf (3,901,000 Pesos), Kaffee (2,627,000 Pesos), Hcw e, Holz, Tabak, Vanille, Ixtle, Vieh und Blei. Von Eisenbahnen waren Anfang 1889:8022 km im Betrieb, während das Telegraphennetz eine Ausdehnung von 44,865 km hatte. Unter der weisen Verwaltung des Generals P. Diaz scheinen die Finanzen in bessere Bahnen gelenkt worden zu sein. Das Budget für 1888-89schätzt die Einnahmen auf37,900,000Pesos, die Ausgaben auf 36,765,906 Pesos. Die >äußere< Schuld betrug Anfang 1889: 72,500,000 Pesos, die innere 128 Mill. Pesos. Um letztere abzuzahlen, wurde im März 1889 mit Bleichroder eine Anlei! c von 210 Mill. Mk. abgeschlossen. Die stehende Arn ce zählte 1889:100 Generale, 3771 Offiziere und29M/ Mann. Die Kriegsflotte beschränkt sich auf 5 Kanonenboote. - Diaz wurde 15. Okt. 1888 vom Kongreß beinahe einstimmig auf neue vier Jahre, bis 30. Nov. 1892, zum Präsidenten gewählt und die Ways durch einen sogen. I^näo dem Volk verkündigt, das sie mit Beifall begrüßte. Diaz hatte diese Wiederwahl, die dem Gebrauch zuwiderlief, seinen Erfolgen auf wirtschaftlichem Gebiet, besonders der Ent-Wickelung des Eisenbahnnetzes, zu danken. Auch eine Anleihe nahm die Republik 1888 in Europa zu 6