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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Neumann-Strela - Nibby
Seit Januar 1888 ist er Direktor des Deutschen ^andestheaters in Prag.
Meumann-Strela, Karl, Schriftsteller, geb. 30. Dez. 1838 zu Stralsund, erlernte den Buchhandel, widmete sich aber dann in Berlin litterarischen Studien und ist nach vorübergehendem Aufenthalt in Weimar und Leipzig seit 1868 in Berlin als Feuilletonist thätig. Selbständig erschienen von ihm: Das Christgeschenk«, Weihnach'tsgeschichte (Dessau 1860); Sophie La Röcke und Wieland« i Weimar 1861);: Mit dem Zopf<, Geschichten (2. Aufl., ^eipz. 1868); »Wer i'"t von Gottes Gnaden?« Novelle (Verl. 1871); ^ Erzählungen« (das. 1872); »Narren und Sünder ,, i Humoresken (3. Aufl., das. 1876); »Aus dem Reich ! des Todes«, Geschichten (das. 1876); »Bunte Reihe <, Novellen (das. 1876); »Prinz Lieschen« (das 1880); Berliner Blau^ Erzählung (das. 1881); »Theaternovellen« (das. 1882); »Thron und Reich«, Bilder und Skizzen (3. Aufl., Oldenb. 1883); »Die Erziehung der Hohenzollern« (Düsseld. 1888) u. a.
Neumayr, 1) Melchior, Geolog, Sohn des folgenden ,, starb 29. Jan. 1890 in Wien. Von seinem letzten Werk: »Die Stämme des Tierreichs«, erschien der 1. Band (Wien 1890).
*2)Max von, bayr. Staatsminister, geb. 29. Juli !808 zu München, besuchte das Gymnasium und die Universität seiner Vaterstadt, arbeitete sodann längere ^eit im Auswärtigen Ministerium und ward 1836 Sekretär und 1842 Assessor im Ministerium des Innern. 1847 trat er als Oberstudieni at in das Kultusministerium über und wurde schon l848 Ministerialrat. Der Frankfurter Nationalversammlung von 1848 angehörend, vertrat er in derselben den großdeutschen Konservativismus und legte im Mai 1849 sein Mandat nieder. Seitdem ward er wiederholt zu diplomatischen Sendungen verwendet und befand sich vom November 1849 bis Mai 1859 als Geschäftsträger und dann als bevollmächtigter Minister in Stuttgart. 1859 in das neugebildete Kabinett berufen, übernahm er die Leitung der innern Angelegenheiten. Hier stellten sich ihm sehr bedeutende Aufgaben: Trennung der Rechtspflege vonder Verwaltung, Durchführung der Ämterurgänisation, Ausarbeitung eines freisinnigen Polizeistrafgesetzbuchs, Emanzipation der Juden :c., namentlich auch die Einleitung der sogen. Sozialgesetzgebung.
Im November 1865 wurde N. auf sein Ansuchen der Stellung als Minister enthoben und in die Zahl der Staatsräte im außerordentlichen Dienst eingereiht.
Seiner großdeutsch-konservatiuen Überzeugung blieb l'r auch über 1866 hinaus getreu; im Zollparlament vertrat er den schroffsten Partikularismus. Er starb l4. Jan. 1881.
Neujchönefeid, bei Leipzig, wurde 1. Jan. 1890mit iX'r Stadtgemeinde Leipzig vereinigt.
Neusilber. Nickelreiches N. ist fast silberweiß und nerändert sich beim Gebrauch nicht, nickelarmes ist gelb, und wenn es versilbert worden war, so kommt an den der Abnutzung besonders ausgesetzten Stellen das N. bald zum Vorschein und hebt sich von dem umgebenden Silber als dunkler Fleck ab. Um die Versilberung auf N. zu erkennen, betupft man den Gegenstand mit einer Lösung von Kaliumbichromat in der gleichen Gewichtsmenge reiner Salpetersäure vom svez. Gew. 1,25. Auf Silber macht diese Lösung einen roten Fleck. Zur quantitativen Untersuchung löst man das N., eventuell nach Entfernung der Versilberung, in Salzsäure unter Zusatz von etwas Salpetersüure, fällt durch Schwefelwasserstoff das Kupfer, filtriert, verdampft bis fast zur Trockne, verdünnt
stark, neutralisiert nahezu mit Natrmmcarbonat, fällt dann durch Schwefelwasserstoff das Zink l zuletzt unter Zusatz von wenig Natriumacetati, filtriert, verjagt den Schwefelwasserstoff und fällt Nickelhydroxyd mit Kalilauge.
Mcuwirth, Joseph, österreich. Politiker und Nationalökonom, geb. 6. Mai 1839 zu Triesch bei Iglau in Mähren, studierte zu Prag und Wien, war seit 1861 Mitarbeiter der »Ostdeutschen Post« und der »Presse undhalj 1864die »Neue Freie Presse« begründen. 1873 und 1879 ward er von der Brünner Handelskammer in das Abgeordnetenhaus gewählt/wo er sich der Verfassungspartei anschloß. Seit 1878 ist er Mitglied der österreichischen Delegation. Er schrieb außer mehreren Abhandlungen in Zeitschriften als sein Hauptwerk: »Bank und Valuta in Österreich-Ungarn (Leipz. 1873-74, 2 Bde.); ferner »Zollpolitik und Handelsbilanz« (Wien 1875); Der Kampf um dio Währung« (Jena 1881).
*New (ipr. niuh), Charles, Reisender, geb. 1840 von armen Eltern, lernte das Schuhmacherhandwerk, wurde dann Missionär, ging 1863 als solcher nach Ostafrika, bereiste von Mombas aus mehrmals dic Gallaländer und kam 1871 bis zum Kilima Ndscharo, den er bis zur Schneelinie bestieg. 1872 nach Eng' land zurückgekehrt, ging er 1874'nach Sansibar, zog von der Paganimündung landeinwärts in einen: Bogen über Usambara nach Mombas und 1875 aber mals an den Kilima Ndscharo. Auf der Rückreise zur Küste starb er 1875 an der Dysenterie. Er schrieb: »I^its, NÄnä6i'iiiA8 lind Itchom« in 1^8tyrn ^t>i (n (Lond. 1873).
Mewmarch (sftr. njichmartsch), William, engl Nationalökonom und Statistiker, geb. 28. Jan. 1820 zu Thirsk (Jorkshire), bekleidete anfangs verschiedene Schreiber- und Kommisstellen, ging dann nach London, wo er später Leiter einer Versicherungsgesellschaft und 1861 Teilhaber eines großen Bankhauses wurde. Seine wissenschaftlichen Arbeiten erschienen nieist in der Zeitschriftder Londoner Statistischen Gesellschaft, deren Präsident er 1869-71 war.
Von den beiden Schlußbänden des bekannten Tookeschen Werkes über die Geschichte der Preise ("üikwr^ ot pl'ioss Änä ol ttw 8tat6 ot tk6 oirculation äui'm^ 1848-56«, Lond. 1857) hatte er den größten Teil ausgearbeitet. Erstarb23.Mai1882inTorquay.
Mewretop, Hauptort eines Kasa im türk. Wilajet Saloniki, 560 in hoch am rechten Ufer des Karasu oder Mesta (des alten Nestos) nordöstlich von Seres gelegen, mit etwa 10,000 Einw. (über die Hälfte mohammedanische Serben, ^/in Osmanen, ^20 christliche Bulgaren und V10 christliche Serben), welche Handel mit Getreide, Baumwolle und Tabak treiben.
N. ist Sitz eines griechischen Erzbischofs und eines türkischen Kaimakams.
Mibby, Antonio, ital. Archäolog, geb. 4. Okt.
1792 zu Rom, wurde 1812 Skriptor an der vatikanischen Bibliothek, 1820 Professor der Archäologie an der Universität zu Rom und starb daselbst 29. Dez.
1839. Von semen Werken sind zu erwähnen: das »Lehrbuch der Archäologie« (Bd.1,1828); das »Lehrbuch über die römischen Altertümer« (Bd. 1, 1830); ^nalisi« öwlioo - topo Fratieo - anti^uaria äeii^ ca Na äs' contoi-ni äi Koma« (1837-38, 3 Bde.) und die aus seinem Nachlaß fortgesetzte Beschreibung der Stadt Rom selbst(1838-40,2Bde.). Mit Lorenzo Re lieferte er Erläuterungen zu den Monumenten des kapitolinischen Museums, die Beschreibung ausgewählter Monumente der Villa Borghese und die Fortsetzung des »Uu8L0 l Hikramo Mi«.