Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

675
Proctor - Prout
nehlnen lieh- wcgcn ihrer hohen, schlanken Gestalt! wurde ihr Geschlecht nicht entdeckt, bis sie im Gefecht an der Göhrde <16. Sept. 1813) beim Sturm auf' eine von den Franzosen besetzte Höhe, bei welchem ! sie die Trommel schlug, schwer verwundet wurde; sie starb 5. Okt. in Dannenberg. 1863 wurde ihr auf dem Kirchhof daselbst und 1889 auf dem Alten Kirchhof zu Potsdam ein Denkmal errichtet.
Proctor, Richard A., ustron. Schriftsteller, geboren im März 1834 zu Chelsea, studierte im King's College in London und St. John's College in Cambridge, wurde 1866 Mitglied der Royal Ästronomical Society in London, in deren >N0ntnI^ ^0ti<^ or zahlreiche Arbeiten über die Oberfläche und Rotationsdauer des Mars, über Saturn und sein System, die Verteilung der Fixsterne und Nebel im Weltraum, die Venusdurchgänge :c. veröffentlicht hat, wurde 1872 Sekretär dieser Gesellschaft und starb l.1. Sept. 1888 in New Wrk. Unter seinen zahlreichen, auch populären, Schriften ist von dauerndem Werte der»3tkr atlau iu Nv^ive ciix>ulg,i'M9i)8ou tli« »^ui'liswut pr^'ectiou < (Lond. 1870). Auch schrieb cr eine geschätzte Anleitung zum Whistspiel (1885).
lProdersdorfsauch Leitha-P., ungar.Pordäny), ! Bad im ungar. Komitat Odenburg, am Fluß Leitha, ^ dicht an der österreichischen Grenze, mit einer Schwe- ^ feltberme (24" C.). ^
Drosch, Joseph, Klavierpädagog, geb. 4. Aug.
1.794 zu Reichenberg (Böhmen), hatte das Unglück, in seinem 8. Lebensjahr auf dem rechten Auge und im 13. auch auf dein andern zu erblinden; dennoch bildete er sich im Prager Blindeninstitut >am Hradschin-< unter Leitung Kozeluchs zum Klavier^ und ^ unter Farnik zum Klarincttuirtuosen aus. Auf einer! seiner Konzertreisen lernte er in Berlin I. V. Logiers Musikunterrichts-Mcthode kennen und errichtete nach ihrem Vorbild noch im selben Jahr (1825) in Prag eine Musikschule. Fünf Jahre später eröffnete or daselbst eine Musitbildungsanstalt zur Ausbildung nicht nur im Klavierspiel, sondern auch in der Komposition und den Musikwissenschaften, die er bis zu seinem Tod mit außerordentlichem Erfolg leitete.
Er starb 20. Dez. 1864 in Prag. Über seine Lehrmethode hat er sich in zahlreichen musikpädagogischen Schriften ausgesprochen. P. veröffentlichte auch eine Allgemeine Musiklehre< (Prag 1857, 2 Tle.). 1865 ward ihm von seinen Schülern ein Denkmal gesetzt.- ^ Die in Prag von ihm begründete Anstalt wurde von ! seinem Sohn Theodor und nach dessen Tod (1876) z von seiner Tochter Marie, welche derselben noch gegenwärtig vorsteht, weiter geleitet.
Prony, Riche, Bar o n d e/ Ingenieurund Mathematiker, ist auch als Musiktheoretiker zu erwähnen. ^ Für die französische Akademie, deren Mitglied er war. schrieb er, selbst ein kenntnisreicher Harfenspieler, einen Bericht über Erards neue Doppelpedalharfe< 1815). Von Bedeutung ist feine »lusti'uctwn <^Il>
Msll Wil'L 6UI' 1(55 IUOV6I!« <16 ^llicul SI' It!8illtt51 Villl^
,uu6i«nix<- (1822), bei welcher er sich der für die Ver-! anschaulichung musikalischer Verhältnisse so eminent praktischen, von Euler zuerst eingeführten Logarithmen auf Basis 2 bediente.
^Proschlo, Franz Isidor,österreich. Romanschriftsteller, geb. 2. April 1816 zu Hohenfurt in Böhmen, studierte zu Prag Rechts- und Staatswissenschaften und erbielt 1842 eine Stelle als Praktikant bei der Polizeidirektion in Linz, wo er 1850 zum Konzipistt'n in der Statthalterei befördert wurde. Später <1857) promovierte er noch an der Universität in Wien als Doktor der Rechte, wurde 1861 zum Oberkommissar
ernannt, 1865 als solcher nach Oraz verletzt, 1867 wieder nach Wien berufen, wo er später zum kcnsel lichen Rat, 1878 zum Polizeirat befördert wmdc und 1883 in den Ruhestand trat. Sein erstes Werl war: Fels und Aster«, Dichtungen epischen und ln rischen Inhalts (Linz 1849). Dann folgten realistisch gehaltene Romane und Erzählungen, meist mit histo rischer Basis, wie: »Die Höllenmaschine« (3. Aufl., Linz 1865); »Ein deutsches Schneiderlein« (2. Aufl., das. 1863); > Der Iesuit<< (2.Aufl., Wien 1867); »Ds" Nadeln (Leipz. 1858); »Ein böhmischer Student (Prag 1862); »Erasmus Tattenbach« (Graz 1873» u. a. Daneben veröffentlichte er zahlreiche Jugend schriften, Reiseschilderungen und mancherlei Poesien.
Eine katholisch.-fromme Richtung kennzeichnet P. und macht ihm den Klerus sehr geneigt. - Auch sein, ' Tochter Hermine Kamilla'P.. geb. 29. Juli 185^ zu Linz, ist eine fruchtbare Schriftstellerin (teilweis'' unter dem Pseudonym C. Witte adorf).
^Protais lspr. -täh), Alexandre, franz. Maler, geb. 1826 zu Paris, Schüler von Desmoulins, machte Studien im Krim-, italienischen und deutsch-französischen Krieg und malte Lagerszenen und Episoden aus den Kämpfen, in welchen mit Vorliebe die melan^ cholische und tragische Seite des Kriegslebens hervorgekehrt wird. ^eine Hauptwerke sind: die Schlacht bei Inkerman < 1857), der Angriff auf den Grünen Mamelon (1859), die Schlacht bei Solferino, Mor^ gen vor und Abend nach der Schlacht (1863), Sol datenbegrätmis in der Krim (1865), der einsame Ver wundete (1866), die Fahnenwacht, die Armee bkl Metz, Gefangene bei Metz, Flußübergang (1877), August 1870(1878), auf Rekognoszierung und vor geschobener Posten. P. starb 26. Jan. 1890.
"Protitsch (Protic), Kosta, serb. General, geb.
1831 zu Poscharewatz, besuchte das Gymnasium in Belgrad, trat 1848 als Freiwilliger in das Heer und ging nach dem Besuch der Belgrader Militärakademie 1855 nach Berlin, um an der dortigen Artillerie, und Ingenieurschule den Ingenieurkursus durchzu machen. Nachdem er in Danzig beim Pionierbataillon und in Lüttich bei den belgischen Ingenieurtrup pen Dienst gethan hatte, kehrte P. nach Serbien zurück, wurde 1869 Major und 1873 Kriegsminister.
1875 von diesem Posten zurückgetreten, wurde er Oberst und 1876 nach dem Treffen von Schumatowah gegen die Türken General; im nächsten Ieldzug gegen die Türken 1877 war P. Generalstaböchef. Nach dein Krieg ward er Hofmarschall und seine hübsche elc gante Gattin Oberhofmeisterin der Fürstin, die aber aus Eifersucht gegen Frau P. 1879 die Versetzung P.' als Korpskommandeur nach Nisch bewirkte. M. nige Jahre später nahm dieser seinen Abschied, trat aber 1888 in das Kabinett Christitsch wieder als Kriegsminister ein, holte den Sohn des Königs, den Kronprinzen Alexander, von Wiesbaden ab, wohin ihn seine Mutter entführt hatte, und wurde von Milan bei seiner Abdankung 6. März 1889 zum Mitglied der Regentschaft für den unmündigen König Alexander ernannt.
'^Prout (spr. v'aut), Ebenezer, engl. Komponist und Musiktheoretiker, geb. 1. März 1835 zu Oundlc (Northamptonshire), wurde im Klavierspiel Schüler von Charles Salaman, verdankt aber seine musikalische Ausbildung im übrigen ernsten Privatstudien.
1854 erlangte er die Würde eines Bakkalaureus, und seit einer Reihe von Jahren ist er Professor der Harmonielehre und Komposition an der königlichen Musikakademie zu London sowie an der National Training School of Music daselbst und daneben als Musit 43*