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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Schlegel - Schmidt
aber ungiftige Schlangen und giftige aus sehr verschiedener Abteilung. Vgl. Selbstmord bei Tieren (Bd. 17).
Schlegel, 6) Friedrich von, Schriftsteller. Seine Briefe an seinen Bruder August Wilhelm wnrden von Walzet herausgegeben (Verl. 1889).
Schleiden, 2) Rudolf, Jurist, veröffentlichte eine neue Folge seiner > Iuqenderinnerungen<, die Zeit 1841-48 umfassend (Wiesb. 1889).
Schleifsteine, Schutzvorrichtungen, s. Metallbearbeitung (Bd. 17).
^Schlichting, Sigismund von, preuß. General, geb. 3. Okt. 1829 zu Berlin, trat 1847 als Portepeefähnrich in das Königs-Grenadierregiment Nr. 7 ein, ward 1848 Sekondeleutnant, 1854 in das Alexander-regiment zu Berlin versetzt, 1858 Premierleutnant, 1860 in das Elisabethregiment, 1861 als Hauptmann und Kompaniechef wieder in das Alexanderregiment versetzt, in welchen: er den Krieg von 1866 mitmachte, im Oktober 1866 Major und Generalstabsoffizier der l8. Division. 1869 in den Großen Generalstab versetzt, ward er in: Juni 1870 Bataillonskommandeur im 63. Regiment, mit welchem er den französischen Krieg 1870/71 beim 6. Korps mitmachte, 1871 Oberstleutnant, 1872 Chef des Generalstabs des 7. Armeekorps, 1873Oberst, 1874Kommandeurdes Elisabethregiments, 1878 Chef des Generalstabs des Garde^e-ps, 2880 Generalmajor, 1884 Generalleutnant und Kommandeur der 15. Division in Köln, 1885 der l. Gardeinfanteriedivision und 1888 kommandierender General des 14. Armeekorps in Karlsruhe. 1889 wurde er zum General der Infanterie befördert.
^Schlieclmann, Albrechtvon, Oberpräsident von Ostpreußen, geb. 28. Aug. 1835 zu Magdeburg, ward in Schulpforta erzogen, studierte in Heidelberg, Berlin und Breslau die Rechte, erwarb an letzterer Nniversität 1857 die juristische Doktorwürde, trat in den Staatsjustizdienst, ward 1862 Gerichtsassessor, 1864
oinnen, 1878 Stellvertreter des Polizeipräsidenten in Berlin, 1879 Regierungspräsident inGumbinnen, l881 Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern und 1882 Oberpräsident in Ostpreußen und Kurator der Universität in Königsberg. Er wurde 1878 und wieder 1884,1887 und 1890 in den Reichstag gewählt.
Schliemann, Heinrich, Altertumsforscher. Eine übersichtliche Darstellung seiner Forschungen lieferte Schuchhardt in dem' Werk »Schliemanns Ausgrabungen in Troja, Tiryns, Mykenä, Orchomenos, Ithaka'< (Leipz. 1889).
Schloß. Sicherheitsschlösser mitelektrischen Vorrichtungen sind bereits mehrfach konstruiert worden.
Sie gewähren indes wenig Vorteil, wenn, wie bei den ältern Konstruktionen, der Schlüssel bei seiner Drehung den Strom schließt, worauf dieser die Zuhaltung aufhebt. Hierbei muß wenigstens die Batterie ausgeschaltet sein, so daß eine Öffnung des Schlosses nur möglich ist, wenn der Einbrecher über elektrischen Strom verfügt. Einen wesentlichen Fortschritt zeigt ein von Hübner angegebenes und von Busse in Schweidnitz ausgeführtes elektrisches S.
Hei diesem wird cin dem Schlüssel des Jale-Schlosses ähnlicher flacher Schlüssel, in dessen Ränder Kurven eingeschnitten sind, oder noch besser ein äußerst schwierig abzuformender konischer Schlüssel ohne Drehung in das Schlüsselloch gesteckt. Dadurch wird der Strom geschlossen, durch dessen Wirkung ein Elektromagnet einen Riegel zurückzieht, welcher sonst durch Federkraft den Riegel eines mechanischen Schlosses sperrt. Beim Schließen des letztern schnappt der elektrische Sperr riegel von selbst ein. Diese Vorrichtung ist an jedem ältern Geldschrank 2c. anzubringen, das Schlüsselloch für den Stechschlüssel kann an irgend einer versteckten, schwer auffindbaren Stelle angebracht werden, die Lage des elektrischen Sperrriegels ist von außen nicht erkennbar, und die Schließung des Stroms durch die Stechschlüssel erfolgt in so eigentümlicher Weise, daß eine anderweitige Erreichung des Zweckes unausführbar erscheint. Durch den Stechschlüssel wird nämlich ein System von Kontaktriegeln aus nicht leitendem Material mittels der Kurven in eine Lage gebracht, die den Durchgang des Stroms gestatte':.
Da aber diese Lage von außen nicht wahrnehmbar ist, so ist das S.'durch Anwendung der bisher üblichen Kunstgriffe nicht zu öffnen. Diese Erfindung paßt sich den verschiedensten Verhältnissen an und ermöglicht z. V., daß beim Verlassen einer Wohnung durch Schließen der Thür sämtliche Zimmer, nebst Vorsaal von innen verriegelt werden und das Öffnen nur durch Einstecken des Stechschlüssels an einer verborgenen Stelle der Außenwand erfolgen kann.
Schmalz unterliegt sehr häufig der Verfälschung.
Zur Untersuchung bestimmt man das spezifische Gewicht bei 100", welches 0,36i betragen muß. Unter Beimischung von Borax, Natronlauge, Kalkmilch nimmt S. sehr viel Wasser auf. Erhitzt man eine Probe im Reagenzglas im Wasserbad, so sammelt sich das Wasser mit etwanigen andern mechanischen Beimengungen am Boden und kann nach dem Erkalten leicht von dem Fett getrennt, gewogen und anderweitig untersucht werden. Schwerspat, Gips, Thonerde sind nach dem Auswaschen mit Äther leicht zu identifizieren. Häufiger sind Verfälschungen mit Kunstfettkompositionen, bei welchen Sonnenblumen- und Baumwollsamenöl eine Rolle spielen. Beim Erhitzen derartig verfälschten Schmalzes tritt der Geruch der genannten Öle deutlich hervor, auch ist das specifische Gewicht erheblich niedriger als bei reinem S.
Schmid, 14) K arl Joseph von, Württemberg.
Minister, geb. 4. März l832 zu Munderkingen, studierte in Tübingen die Rechte, widmete sich der Advokatur und wurde Stadtschultheiß und Rechtsanwalt in Munderkingen. 1808 im Oberamtsbezirk Ehingen zum Mitglied des württembergischen Landtags gewählt, bekämpfte er mit besonderm Eifer und wirkungsvoller Beredsamkeit die Volkspartei und die Nltramontanen, obwohl er selbst katholisch war.
Auch an den Verwaltungsfragen beteiligte er sich lebhaft und war Berichterstatter über die Steuerreform, weswegen er auch 1873 zum Oberfinanzrat ernannt wurde/ Dem Reichstag gehörte er als Vertreter des Wahlkreises Blaubeuren'-Ehingen seit 1871 erst al5 Mitglied der nationalliberalen, dann der deutschen Reichspartei an, bis er wegen seiner Ernennung zum Mitglied des Bundesrats sein Reichstagsmandat niederlegen mußte. Im September 1887 wurde er als Nachfolger Hölders zum Minister des Innern ernannt und bemühte sich zunächst, ein Einverständnis mit dem Landtag über die seit langem für notwendig erachtete Verfassungsänderung zu erzielen, indes ohne Erfolg.
Dagegen gelang es ihm, die Verwaltungsreform in Gang zu bringen.
Schmidt, 1) Karl von, preuß. General. Ihm zu Ehren wurde 1889 das I.pommersche Nlanenregi mert Nr. 4, in welches er einst als junger Offizier eingetreten war, Nlanenregiment v. S. genannt.
"23) Hermann, protest. Theolog, geb. 23. Febr.
1832 zu Fruttenhofen (Württemberg), studierte in Tübingen, war daselbst 1858-61 Repetent, wurde 18i>3 Diakonus in Kalw, 1809 zu Stuttgart uno