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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Wasserbau - Wasserrad
den Bauern im Oderbruch), bekannt machte, welches in der Schärfe und Eigentümlichkeit der Charakteristik an Menzel erinnerte, aber in dem licht gestimmten Kolorit unter dem Einfluß der Hellmalerei stand.
In seinen folgenden Bildern: d^r jüngste Rekrut l1887, Grenadiere Friedrichs II. c-ls Einquartierungn ei)?ein Bauernhof), ein Liebesmahl (im Offizierskasino eines Infanterieregiments) und Neckerei (Soldaten Friedrichs II. mit Mädchen scherzend), entsalteie er auch einen frischen, ursprünglichen Humor.
Die Kraft seiner Charakteristik zeigte sich am bedeutsamsten in dem 1889 ausgestellten Gemälde: eine bange Nacht (Friedrich II. in der Dorfkirche von Elsnig nach der Schlacht bei Torgau). W. hat auch Bildnisse, Aquarelle (Kaiser Friedrich am Sarg Wils)e!.n5i. im Mausoleum zu Charlottenburg) und einen Cyklus dekorativer Wandgemälde aus dem Berliner Volksleben für das Monopolehotel in Berlin gemalt und ist Lehrer an der königlichen Kunstschule.
Wasserbau. Zunächst haben die in den letzten Jahren eingetretenen Verheerungen durch Kochwasser in Preußen Vorschläge zur Abwehr von Überschwemmungsgefahren besonders durch die schlesischen Gclnrgsflüsse hervorgerufen, welche unter anderm in ^iner dem preußischen Landtag vorgelegten Denkschrift des Ministeriums für Landwirtschaft niedergelegt sind und darin gipfeln, daß künstlich angelegte Sammelbehälter zur Verminderung der Hochwasserinenge in den obern Flußgebieten wegen der Schwierigkeit und Kostspieligkeit ihrer Anlage und wegen der Seltenheit hierzu geeigneter Örtlichkeiten weni' ger zur Beseitigung von Überschwemmungsgefahren dienen können'als die durchgeführte Regelung der gefahrbringenden Wasserläufe. Zu einer solchen Regelung, welche die fließenden Gewässer befähigt, gewöhnliche Hochstuten unschädlich abzuführen, gehören die Herstellung eines normalen, d.h. hinreichend geräumigen und zweckmäßig geformten, also angemessen breiten und tiefen, Flußbettes, die Herstellung eines möglichst gleichmäßigen Gefälles zur Vermeidung von zu großen und zu geringen Strömungen, welche bez. Einrisse von Ufern und Sohle oder Ablagerungen von Geschieben bewirken würden, und die Beseitigung zu scharfer Krümmungen, welche bei Höchsten eine Verlegung der Stromrichtung und dadurch Einreihen von konkaven und Ablagerungen von konvexen Ufern veranlassen könnten. Zu diesen allgemeinen kommen als besondere durch die Bodenbeschaffenheit des Flußbettes, der Oberflächenbildung des Flußthals und durch etwa vorhandene technische Anlagen bedingt? Maßregeln, welche in der Befestigung der Ufer und des Bettes durch geeignete Ein- und Anbauten aus Stein und Holz, in der Anlage oder Regelung von Deichen und in der Beseitigung eines durch Wehre oder Brücken herbeigeführten schädlichen Aufstaues des Wassers bestehen/ Bei Vornahme dieser Arbeiten ist eine planmäßige, nach einheitlichen Grundsätzen durchgeführte Regelung erforderlich, wobei die zuvor angeführten Maßregeln sämtlich am rechten Ort und in der geeignetsten Weiie zur Anwendung kommen müssen.
Unter den Neuerungen, welche im W. eingeführt wurden, sind einige Wehr- und Schleusenanlagen sowie die Baggerungen u.
Felösprengungen in Nordame^ rita hervorzuheben. Unter den erstern zeichnen sich die im Ohw bei Pittsburg ans. Das dortige
Wehr ist nach Art der Chanoinaschen Klapppnwehren gebaut und bewährt sich gut, wenn auch sein Betrieb kostspielig ist. Die Thore der benachbarten großartigen Schleuse, welche 33,-. in breit und 1d0 m lang ist, sind einheitliche Verschlußkosten, die bei Öffnung der Schleuse nach Art der Schiebethüren mittels zweier Dampfmaschinen seitlich in tiefe Schlitze gezogen werden. Beim Bau des neuen Ha fens von San Diego in Kalifornien wird ein von Bower konstruierter Bagger angewai dt, welcher al5 Schneide- und Saugebagger zugleich wirkt und selbst schweren Thonboden fördert. Zu den Felsenspren gungen in dem reißenden St. Lorenzstrom verwen det der Ingenieur Gil^ ert Sprengboote mit vier aus das Flußbett aufgesetzten Fünen, welche dem Wasserstoß wenig Angriffsflache darbieten. Von jenen Booten aus wird das Sprengen mittels Dynamits und Herausheben der Felsentrümmer bewirkt, wodurch die Kosten der Beseitigung des Kubikmeters Felsen von ^0-30 auf 2- 3 Doll. ermäßigt worden sind. -Zur Litteratur: Franzius, Der W. (im »Handbuch der Baukunde«, 3. Abt., Verl. 1890).
Wasserrad. Zur bessern Ausnutzung der motorischen Kraft der Flachlandflüsse soll an Stelle der Schiffsmühlenrä'der die sogen. Hndroloko mobile von Nossian dienen. Diese besteht in der Hauptsache aus zwei hintereinander auf derselben Welle angeordneten und mit ihrer Achse in der Stromrich^ tung liegenden Rädern, welche nach Art derpenschel Ionval-Turbinen mit entgegengesetzt schraudenför migcn Schaufeln uenehen und zwischen zwei Pontons so gelagert sind, daß sie gemeinschaftlich nach Belieben gehoben oder gesenkt werden können. Das von der Strömung zuerst getroffene Rad steht fest und dient als Leitschaufelapparat, um das Wasser in pas. sendem Winkel gegen die Schaufeln des zweiten Rades (Laufrad) zu führen. Tie Schaufeln des Laufrades sind von einem Regulator derart verstellbar, daß sie die Laufradkanäle je nach der Kraftentnahme oder der Stromgeschwindigkeit mehr oder wenige: öffnen und hierdurch für einen gleichmäßigen Gang gesorgt ist. Der Antrieb von Arbeitsmaschinen er folgt direkt vom Umfang des Laufrades aus mittels Ketten, Seile :c. Dem Schiffsmühlenrad gegenüber hat dieser Motor vor allem den Vorzug, daß er die Geschwindigkeit der Wassermassen bis nahezu auf den Grund ausnutzt. Auch gestattet die größere Tourenzahl eine bequemere Kraftübertragung auf Arbeitsmaschinen. Die Hydrolokomotioe' soll Verwendung finden für elektrische Beleuchtung und Kraftübertragung unter Benutzung elektrischer Akkumulatoren, für den Betrieb von Mühlen, für landwirtschaftliche Zwecke (Bewässerung, Betrieb landwirtschaftlicher Maschinen), für Flußregulierungen und Brückenbau ten (Betrieb von Baggern, Rammen, Winden, Kränen), für die Fluß chiffahrt beim Ein- und Ausladen 2e. Mit der Flußgeschwindigkeit ändert sich natürlich die Leistung. Über die Leistungen und Dimensionen werden folgende Angaben gemacht:
Naddurchmesser in Metern Minimal»
wassertiefe in Metern Flußq schwin» digkeit in Metern pro Sekunde Leistung in Pferdekräften Dimensionen der Pontons Gewicht des Motors allein des Motors mit Ponton?
lang breit ^^ tief Nieter 6
2.3 3,4 4.5 5,b 2 4.9 12 20 3? 10 12 15 15 1 1^3 1.45 1.25 1,35 1,5 3200 4200 53<.'0 6500 K40<> 7000 8500 10500