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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Banken (Norwegen, Rußland, Nordamerika)
Jahr
Durchschnitt Stand 31.
Dezember
Noten Metall Noten Metall
1860
48 ca. 21 48 21
1870
48.5 ca. 21 53 26
1878
66,23 40.5 76 49,6
1877
6l,95 35,5 6? 37.4
1880
72,33 45,1 84 55,4
1884
72,83 48,9 79 49,6
1886
73,66 45,1 81 51,6
1887
77.58 49.5 86 57.4
1888
77.83 49,7 84 55
1839
77,83 49,4 88 60,1
Der Metallfonds wird also verhältnismäßig größer mit verwachsenden Notenemission; bei einer Emission von 48 Mill. soll er ungefähr 44 Proz. sein, bei 75 dagegen 66 Proz. 2c. Zur Charakteristik der Zinsverhältnisse führen wir die Diskontosätze der Nationalbank für beste Wechsel an; sie waren im Durchschnitt für 1876/77: 5,32 Proz., 1878: 4,4i Proz., 1879-1881: 3,3? Proz., 1882-84: 4,13 Proz., 1885/86: 3,62Proz.; vom 17.Juni 1886 bis 16. Okt. 1889 war der Diskont 3 Proz.; dann ist er im Oktober auf 3^2 und im November auf 4 Proz. gestiegen, aber im Januar 1890 wieder auf3^2Proz. herabgegangen.
Der Geschäftskreis der Vank ist außerordentlich weit gezogen; sie schließt auch das Hypothekengeschäft ein und nimmt verzinsliche Depositen entgegen.
10) Die Vank Norwegens.
Seit der Zeit nach Einführung der Goldwährung, also nach 1875, darf die Vank mit einem Metallfonds von etwa 16,5 Mill. Kronen in allem etwa 35,i Mill.
Kr. emittieren, sodaß also gegen 18,6Mill.Kr.metallisch nicht gedeckt werden. Dabei kommt in Betracht, daß die Vank berechtigt ist, bis ein Drittel des Metallfonds im Ausland zu deponieren, so daß für diesen Teil eigentlich Anforderungen auf Debitoren in Kopenhagen, Hamburg und London als Metall betrachtet werden. Am Ende des Jahres war (in Millionen Kronen):
Jahr
Metallfonds Notenumlauf davon ungedeckt
1860
14.4 25,8 11.4
1870
16.6 28,3 11,7
1873
34.7 47.1 12,4
1875
25.3 37.2 11.9
1878
19.2 30.9 11,7
1880
33,7 38.7 5,0
1882
33,1 40.5 7,4
1884
34.5 38.9 4,4
1885
28.7 37,1 8,4
1886
30,4 38,8 8,4
1887
40.0 40.0 1888
44.9 43,6 Ein wesentlicher Unterschied gegenüber den dänischen Verhältnissen liegt darin, daß die norwegische Vank dem Storthing fast ganz untergeben ist, das sämtliche Mitglieder der Direktion sowie auch die Administratoren der Filialen für eine Zeit von sechs Jahren wählt. Ferner müssen die Bücher der Bank jedes Jahr zur Revision dem Storthing unterbreitet werden. In Dänemark hingegen findet der Einfluß der Regierung auf die Leitung der Bank darin seine Grenze, daß sie einen der vier oder fünf Direktoren
wählt.
11) Die Russische Reichsbank.
Der Geschäftsbetrieb der Reichsbank erstreckt sich teils auf Belebung der Handelsumsätze, teils auf Operationen in staatlichen Finanzangelegenheiten.
Eine ihrer Hauptaufgaben ist die Aufnahme und Regelung des Staatspapiergeldes. Im Verkehr mit Pnvaten befaßt sich die Reichsbank vor allem mit der
Diskontierung von Wechseln auf das In- und Ausland. Die Verfallzeit darf bis zu fechs Monaten laufen; bei Neunmonatswechseln ist die Diskontierung von der Genehmigung des Finanzministers abhängig. Die Vank pflegt ferner den Metallhandel und den Handel mit Wertpapieren. Sie betreibt das Lombardgeschäft und nimmt verzinsliche Einlagen entgegen. Bis zum Belauf ihres Stammkapitals' darf sie Wertpapiere für sich selbst erwerben. Die Bank verabreicht ferner Depofitalquittungen (auf Halbimperiale lautend) gegen Empfang von Goldmünze (auch ausländische), Goldbarren uno»Assignowka« der Bergwerksverwaltung auf eingeliefertes Gold. Diese Quittungen sind zur Entrichtung des Zolles (in Gold) sehr gebräuchlich.
Ein Gesetz von 1884 gestattet auch die Eröffnung von Krediten an Gutsbesitzer auf Solawechsel mit Verpfändung des Grundbesitzes. Die Umsähe der Reichsbank sind aus der Statistik S. 85 ersichtlich.
12) Zettclbankcn der Vereinigten Staaten von Nord«
amcrika.
Die Schwierigkeiten, welche der Bürgerkrieg auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiete hervorrief, führten zu einer einheitlichen Regelung des Bankwesens. Bei dem stark erschütterten Kredit der Union waren es die B. der drei großen Städte New I)ork, Philadelphia und Boston, von denen man die zur Kriegführung erforderlichen Geldmittel zu gewinnen suchte. Das Finanzjahr 1860/61 schloß mit einer Staatsschuld von 90,9 Mill. Doll., und im Juli 1891 wurde der Schatzsekretär zur Aufnahme eines Anlehens von 250 Mill. Doll. ermächtigt. Davon konnte ein Betrag von 50 Mill. in unverzinslichen Schatzscheinen ausgegeben werden, die nicht unter 10 und nicht über 50 Doll. lauten durften. Es erschien unmöglich, die verzinslichen Schuldverschreibungen anderwärts als bei den B. unterzubringen, welche im Laufe des Jahres 1861 bei einem Grundkapital von 120 Mill. Staatsanleihen im Betrage zu 146 Mill. aufnehmen mußten und nicht mehr als 50 Mill. davon begeben konnten. Die Folge davon war, daß das in seinem Vertrauen zu den B. erschütterte Publikum die Depositen zurückzog, worauf dann die V. im Januar 1862 ihre Zahlungen einstellten. Dem Beispiel der drei großen B. folgten ohne Verzug die übrigen Staatenbanken. Damit war zugleich die finanzielle Hilfsquelle der Union erschöpft, welche sich nunmehr dazu entschließen mußte, Papiergeld mit Zwangskurs in Umlauf zu setzen.
Das Nebeneinanderstehen von Staats- und Banknoten rief Verwirrungen hervor, beide notierten bedeutend unter Pari. Der Staatssekretär Chase hoffte den Kurs des Staatspapiergeldes wieder dadurch zu heben, daß er sich die B. dienstbar machte.
Er erblickte den überwiegenden Mißstand in dem unkontrollierten Umlauf von tausenderlei verschiedenen Noten, nicht in der Papierwährung an sich.
Sein Bestreben richtete sich demgemäß dahin, eine einheitliche, von der Union in allen Teilen des Landes gleichmäßig beaufsichtigte Notenausgabe herzustellen. Es gelang ihm, beim Kongreß ein Gesetz in diesem Sinne durchzusetzen, welches 15. Febr.
1863 in Kraft trat. Danach sollten fortan Bewilligungen zur Errichtung von Nationalbanken erteilt werden, welche unter den Schutz und die Aufsicht der Zentralgewalt gestellt sind. Ihre Noten sind ausschließlich in der Valuta zahlbar, welche der Kongreß für gesetzlich erklärt. Ein Kontrolleur der Umlaufsmittel, dem Schatzamt untergeordnet, leitet dis Überwachung, die sich auf Errichtung und Geschäftsführung der B. erstreckt. Dieselben deponieren wenig-