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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Thureau-Dangin - Tiefseethermometer
Leipzig die Rechte, trat sodann in den sächsischen Staatsjustizdienst, ward 1859 vortragender Rat und Abteilungsdirektor im Finanzministerium und wurde 17. März 1890 zum Finanzminister ernannt. Am 1. Jan. 1892 wurde T. an Stelle Gerbers zum Vor. sitzenden im Gesamtministerium und iu kvanß'Liieis
ernannt.
Thureau-Dangin lsftr.tmoh-danssschang), Paul, franz.
Geschichtschreiber, geb. 14. Dez. 1837 zu Paris, ward Auditeur des Staatsrates, dann Mitarbeiter an der Zeitimg »1^6 ^ran^is«. Er schrieb: »No^aiistes 6t i'6M1i<niii8« (Par. 1874, 2. Aufl. 1888); »1.6 parti 1id6iNi 80N8 1a r68tlnii'5Ui0ii« (2. Aufl., das. 1888); »Hi3t0ii6 (16 1k monaic;1ii6 cl6 MÜlkt« (das. 1884-1889, 5 Bde., Bd. 1-3 in 2. Aufl. 1888); letzteres Werk wurde von der Akademie mit dem Preis Gobert
gekrönt.
Thürheim, Joseph Andreas, Graf von, o'sterreich. Geschichtschreiber, Sohn des Kämmerers Grafen Joseph Ferdinand von T. (gest. 1832), geb. 17. Mai 1827 zu Schloß Efferding in Oberösterreich, erhielt seine Erziehung im Theresianum zu Wien, trat 1844 als Kadett in die Armee, machte den Feldzug 1848-49 in Ungarn mit, wurde 1855 Flügeladjutant des Feldmarschalls Fürsten Windischgrätz, liahm jedoch bereits 1857 wegen eines Gehörleidens den Abschied und erhielt 1863 den Majorsrang. Er lebt zumeist in Salzburg. Thürheims Schriften gehören vornehmlich dem Gebiete der österreichischen Kriegsgeschichte an. Hervorzuheben sind: »Geschichte des k. k. 8. Ulanenregiments Erzherzog Ferdinand Maximilian« (Wien 1860); »Die Reiterregimenter der k. k. österreichischen Armee« (2. Aufl., das. 1866, 3Bde.); »Feldmarschall Karl Ioseph, Fürstvon Ligne« (das. 1877); »Feldmarschall Otto Ferdinand, Graf v.
Abensperg und Traun« (das. 1877); »Feldmarschall Ludwig Andreas, Graf von Khevenhüller-Frankenburg« (das. 1878); »Von den Cevennen bis zur Newa 1740-1805« (das. 1879); »Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k.k. österreichischen Armee« (Teschen 1880, 2Bde.); »Christoph Martin, Freiherr von Tegenfeld, und dessen Söhne« (Wien 1881); »Feldmarschall Ernst Rüdiger, Graf von Starhemberg« (das. 1882); »Ludwig Fürst Starhemberg, ehemaliger Gesandter an den Höfen im Haag, in London und Turin« (Graz 1889).
Thurn und Taxis, Emerich, Prinz von, ö'sterreich. General (Bd. 18), wurde im April 1892 in den Ruhestand versetzt.
Tiefbohr- und Tunnelbohrapparat, elektrischer, s. Erdbohrer.
Ticfseethermometer dienen zur Messung der Wasser^ temperatur in den Tiefen des Meeres. Dieselben müssen einesteils dem hohen Wasserdruck der Tiefe gewachsen sein, so daß sie infolge desselben weder zerbrochen noch zusammengepreßt werden und dadurch ein zu hoher Stand des Thermometers erzeugt wird, andernteils die in bestimmter Tiefe herrschende Temperatur fixieren, so daß die Thermometerangaben beim Passieren anders erwärmter Wasserschichten nicht geändert werden. Das erste derartige Thermometer (Maximum und Minimum) ist 1778 von Six konstruiert worden. Das Prinzip desselben ist bei dem noch jetzt gebräuchlichen Thermometer von Miller-Casella vertreten. Eine heberförmig gebogene Glasröhre (Fig. 1) läuft an beiden Enden in Erweiterungen aus, deren linke eine Alkoholflüssigkeit, deren rechte zum Teil dieselbe Flüssigkeit, zum Teil Dämpfe aus derselben enthält. Der mittlere Teil der hebersörmigen Röhre nimmt einen Quecksilberfaden auf,
über dem in beiden Schenkeln ein Indexstäbchen 1 liegt; dies Stäbchen besteht aus einer feinen Glasröhre mit eingeschlossenem Stahlstift und ist an seinen knopfartigen Enden mit elastischen Borsten versehen, welche gegen die innere Wandung der Glasröhre drücken, so daß das Stäbchen stehen bleibt, wenn es nicht von dem Quecksilberfaden vor sich hergeschoben wird. Nimmt die Temperatur zu, so dehnt sich der Alkohol im linken Gefäß aus, tritt bei dem linken Indexstäbchen vorbei (dasselbe bleibt stehen), schiebt jedoch den Quecksilberfaden vor sich her, und letzterer nimmt das rechte Indexstäbchen mit; bei Temperaturabnahme tritt der Alkohol links zurück, die Dämpfe rechts drücken, ohne die Lage des rechten Indexstäbchens zu beeinflussen, den Quecksilberfaden nach links, und dieser schiebt nun eventuell den linken Indexstab vor sich - her. Das untere Ende des 3ig> i.
linken Indexstabes zeigt demnach die niedrigste, des rechten Indexes die höchste gemessene Temperatur an, welche an für beide Schenkel angebrachten Skalen abgelesen werden können.
Nach den Ablesungen werden die Indexstäbe mittels eines Magneten wieder bis zu den Quecksilberkuppen verschoben. Zum Schutze gegen die Kompression ist die Thermometerröhre von einer zweiten starken, zum Teil mit Alkohol gefüllten Glasröhre umgeben und sodann auf einem Hartgummirahmen befestigt.' Zum Gebrauch wird das Instrument in einen Kupfercylinder gesetzt, der, mit Löchern versehen, das Wasser frei durchströmen läßt, und mit der Lotleine in die Tiefe, dessen Temperatur gemessen werden foll, hinabgelassen. Das Instrument hat sich bei der Tiefseeforschung gut bewährt, besitzt jedoch den Mangel, daß es bei anormaler Temperaturverteilung, d. h. wenn unter einer kalten Wasserschicht wieder eine wärmere folgt, leicht falsche Angaben liefert, indem es, nur das Maximum und Minimum registrierend, in diesem Falle die Temperatur der kalten Schicht angibt.
Dieser Mangel wird bei dem Nmkehrthermometer von Negretti-Zambra vermieden. Die Röhre dieses Quecksilberthermometers (Fig. 2, S. 913) ist unterhalb des cylinderförmigen Gefäßes verengert und mit einer 8-förmigen Biegung versehen, in welcher letztern sich eine Erweiterung V befindet. Wird das Instrument schnell umgedreht, so reißt der Quecksilberfaden in der Biegung ab, und der abgerissene Faden fällt in das entgegengesetzte Ende der Röhre.
Je höher die Temperatur, desto länger ist der abgerissene Faden, und eine an dem untern Teile der Röhre angebrachte Teilung gestattet hierdurch die im Moment des Umdrehens, resp. Abreißens des
Ticfseethermometer vonM i l l e r - C a s e l l a.