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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Cassel (Stadt)

mit dem marmornen Kolossalstandbild des Landgrafen Friedrich Ⅱ. von Nahl und einer Wettersäule, der Theaterplatz mit dem Bronzestandbild (1883) von Louis Spohr (1822–59 Kapellmeister am Hoftheater) von Hartzer, der runde Königsplatz (143 m im Durchmesser), bekannt durch sein sechsfaches Echo, der Karlsplatz mit dem Standbild des um C. hochverdienten Landgrafen Karl, der Meßplatz mit der Bronzebüste auf Sandsteinsockel des frühern Oberbürgermeisters Schomburg von Echtermeyer, der Wilhelmshöher Platz, der große Ständeplatz mit vierfachen Lindenreihen und Anlagen und der Friedrich-Wilhelmsplatz mit einem Löwenbrunnen (1881). Auf dem Königsplatze, während der westfäl. Regierung Napoleonsplatz genannt, stand damals auf einem Marmorbrunnen das Marmorstandbild Napoleons. Der 1820 an Stelle des alten, 1817 abgetragenen Residenzschlosses auf dem Paradeplatz begonnene großartige Bau der Kattenburg wurde wegen seiner Kostspieligkeit nicht fortgesetzt, sondern 1869 abgebrochen und das Material zu der neuen Bildergalerie (s. unten) benutzt. Vor der Gemäldegalerie steht die Marmorbüste (1883) des ersten preuß. Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau E. von Möller (gest. 1880) von Hassenpflug, am Fuße des von der schönen Aussicht ziemlich steil abfallenden Berggartens das Hessendenkmal (1874) «zum Andenken der als Opfer franz. Fremdherrschaft gefallenen hess. Patrioten», ein schlafender Löwe aus Marmor auf Granitsockel von G. Kaupert. Auf dem Martinsplatz soll ein Standbild Philipps des Großmütigen errichtet werden.

Kirchen. C. hat 5 reform., je eine luth., kath. und engl. Kirche, mehrere Kapellen, eine Kirche der Baptistengemeinde sowie eine Synagoge. Die größte ^[Spaltenwechsel] Kirche ist die St. Martinskirche auf dem Martinsplatz mit Schiff aus dem 14., Chor aus dem 15. Jahrh. und neuen gemalten Fenstern, 1842 restauriert; der zweite Turm ist 1891 nach Plänen von Schneider vollendet, im Chor Denkmal des hier beigesetzten Landgrafen Philipp des Großmütigen aus schwarzem Marmor mit alabasternen Reliefs. Die Oberneustädter Kirche auf dem Karlsplatz bildet ein von einer mit Kupfer gedeckten Kuppel überwölbtes Achteck und ist 1698–1710 für die damalige franz. Gemeinde erbaut; die Hof- und Garnisonkirche ist 1757 gegründet, die Unterneustädter Kirche 1801–8 erbaut; die 1781 von dem Landgrafen Friedrich Ⅱ. durch du Ry erbaute, im Innern prächtige kath. Kirche enthält ein Gemälde von Tischbein.

Weltliche Bauten. Am Friedrichsplatz liegen das ehemals kurfürstl. Palais, 1769 erbaut und 1821 durch das sog. «Rote Palais» aus rotem Sandstein vergrößert, das Museum Fridericianum (s. unten), 1769–79 unter Landgraf Friedrich Ⅱ. von du Ry erbaut, und das schöne Auethor, ebenfalls unter Friedrich Ⅱ. errichtet und 1824 erweitert; an demselben zur Erinnerung an 1870/71 zwei Bronzereliefs mit Figuren von Siemering (Abschied und Rückkehr der Krieger darstellend); am Ständeplatz das 1836 erbaute Ständehaus und das Kunsthaus; am Königsplatz das neue Postgebäude, das neue Schollsche Kaufhaus und mehrere Hotels; am Schloßplatz das Justiz- und Regierungsgebäude, 1876–80 vollendet, mit schönen Treppenhäusern; an der Bellevuestraße das Schloß Bellevue (s. d.) und die Bildergalerie, 1871–77 nach Plänen von von Dehn-Rotfelser in Renaissancestil aufgeführt, ein langer Mittelbau mit mächtiger Loggia im Hauptgeschoß und zwei Eckpavillons.

^[Abb.: Cassel (Situationsplan).]

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