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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Charles - Charleville
und C.-Lodelinsart (4kili) der Vclg. Vicinalbahnen.
Die Stadt besteht aus Ober- und Unterstadt, hat
(1890) 20668 E., ein archäol. Museum mit mine-
ralog. Sammlung, eine Industrieschule und ist
in ihrer Gewcrbthätigkeit völlig abhängig von dein
umgebenden Vergwerksbezirk. Das Kohlenbecken von
(5. ff. Nebenkarte auf Karte: V e l g i e n u n d L u r e m-
burg), ein Teil des Steinkohlengebirges, das sich
von Frankreich durch Hennegau (s. d.) bis Lüttich
erstreckt, hat 75 abbauwürdige Flötze und ist übersät
mit Kohlengruben, Hochösen, Kotsöfen, Schmelz-
Hütten, Walzwerken, Glashütten und Eiscnwaren-
fabriken.- (5., ursprünglich Charnoy, wurde zu-
erst 1666 von den Spaniern befestigt und nach ihrem
König Karl II. benannt. Das Anrücken eines franz.
Heers 1667 hinderte sie, den Bau zu vollenden.
Ludwig XIV. liest denselben durch Vauban zu Ende
führen. C. kam im Frieden zu Aachen 1668 an
Frankreich, 1678 wieder an Spanien, wnrde 1693
von den Franzosen unter Villeroi und 1697 wieder
von den Spaniern erobert. Die Festung muhte 1746
sich an den Prinzen von Conti ergeben, fiel aber
durch den Aachener Frieden an Österreich zurück.
Während der Revolutionskriege wurde sie 1794 nach
viermaliger Belagerung schliestlich 25. Juni von
den Franzosen genommen. Die Festungswerke sind
seit 1859 geschleift. Im Frühjahr 1886 war C. der
Schauplatz bedeutender socialistischer Unruhen.
rerseminar, ein 1789 gegründetes O0II6F6 ok 0.,
das 8tat6 N6äical (^oiie^, ein Zeughaus, Waisen-
baus, mehrere schöne Hotels und eine Rennbahn.
In der Nähe liegt der White Point Garden und der
Magnoliakirchhof. C. besitzt großartige Reismühlen
und unterhalt außer einer regen Küstenschiffahrt
Dampferoertehr mit den Antillen, Südamerika und
Europa. Die Flotte zählte 1889: 140 Segelschiffe
mit 3155 t und 34 Dampfer mit 5221 t. 1888/89
liefen ein 154, und aus 178 Schiffe ohne den Küsten-
verkehr. Die Einfuhr hatte einen Wert von 662606,
die Ausfuhr aber von 14001563 Doll. Darunter
waren 256425 Ballen Baumwolle im Werte von
und 1609758 Gallonen Terpentin (619105 Doll.),
ferner Bauholz und Phosphate. Den Innenhandel
vermitteln die South-Carolina-Bahn nach Augusta
und dem Westen, die Northeastern nach Florence
und dem Norden und die C. and Savannah nack
Savannah. Unter den Zeitungen C.s befindet sich
auch eine deutsche. - 1776 wurde vor C. die engl.
Flotte zurückgeschlagen. Von C. aus wurden 12. April
1861 die ersten Feindseligkeiten des amerik. Bürger-
krieges eröffnet durch Beschießung des Fort Suntter
seitens der Konföderierten, in deren Besitz die Stadt
bis zu ihrer nach zweijähriger Belagerung 18. Febr.
1865 erfolgten Einnahme durch die Vundestruppen
verblieb. Am 31. Aug. 1886 wurde C. vou dern Erd-
Der Kanal von C., 1832 eröffnet, bildet von der ! beben, welches nach ihm benannt wird, das sich
2tadt aus eine für den Kohlcntransport höchst bc- fast über den ganzen Osten der Vereinigten Staaten
Stadt
queme Wasserstraße nach Vrüsfcl, woselbst er in den
Kanal von Willebroek zwischen Brüssel und Ant-
werpen einmündet.
Charles (fpr. schart), Jacques Mrandre Ce'sar,
franz. Physiker, geb. 12. Nov. 1746 zu Veaugency,
wurde durch Frantlins Entdeckungen in der Lehre
von der Elektricität veranlaßt, sich der Physik zu
widmen und in Paris Vorlesungen über die Expe-
rimentalphysik zu haltcn, die großen Beifall fan-
den. Besonders zeichnete er sich aus durch, eine
seltene Gefchicklichteit bei den schwierigsten Experi-
menten. Als Montgolfier seine ersten Versuche in
der Luftschifferei machte, warf sich C. sogleich mit
Eifer auf diefcn Gegenstand. Er war der erste, der
Wasserstosfgas zur Füllung des Ballons (Char-
liere, s. Tafel: Luftschiffahrt I, Fig. 6) be-
nutzte. Den ersten so gefüllten Ballon ließ er
2. Aug. 1783 auf dem Marsfelde in Paris steigen.
Mit Robert unternahm er von den Tuilericn aus
dann 3. Dez. 1783 die erste größere Luftreife. Seit
1804 Mitglied, später auch Bibliothekar des 1n8tiwt
äs Francs, starb er 7. April 1823.
Charles, Jean, Pseudonym für Braun ls. d.)
von Vraunthal.
Charles d'Orlöans (spr. scharl dorrlöäng),
franz. Dichter, s. Orlöans.
Charleston (fpr. tfchahrlst'n). 1) Hauptstadt
des County C. in Südcarolina, an der Küste des
Atlantischen Oceans, zwischen den Mündungen des
Ashley und des Cooper unter 32° 45^ nördl. Br. ge-
legen, hatte 1880: 49984 E., darunter 27276 Far-
bige, und 1890: 54955 E. Der Hafen ist geräumig
und sicher, die Einfahrt aber durch eine Barre er-
schwert. Der Haupteingangskanal hat bei Ebbe 5,
bei Flut 7 m Tiefe und wird durch 4 Forts ver-
teidigt. C., früher der Hauptsitz der füdl. Aristo-
kratie, ist gut gebaut, besitzt einen schönen Quai
"Vattery", ein großartiges Zollgebäude, 40 Kirchen,
darunter die St. Michael^tirche von 1752, ein Leh-
erstreckte, schwer heimgesucht. - 2) C., Stadt im
County Kanawha in Westvirginien, 1870-75 und
seit 1885 wieder Hauptstadt des Staates, am Ka-
nawhafluß, in einer an Kohlen, Eisen und Salz-
quellen reichen Gegend, hat (1890) 6742 E.
Charlestown (spr. tschahrlstaun). 1) Ort im
County Iefferson des nordamerik. Staates Wcst-
virginien, südsüdöstlich von Martinsburg, in reicher
und fruchtbarer Gegend, an 2 Bahnen gelegen, hat
(1890) 2287 E. und 2 Banken. In C. wurde 2. Dez.
1859 der Abolitionist John Vrown (s. d.) gehenkt.
- 2) C., früher felbftä'ndige Stadt, jetzt Teil von
Boston ls. d.) in Massachusetts. - 3) Hauptort der
Insel Nevis (s. d.).
Charlet (fpr.scharleh), Nicolas Toussaint, franz.
Maler, geb. 20. Okt. 1792 zu Paris, gest. daselbst
29. Okt. 1845, trat 1817 in das Atelier von Gros
ein und begann hier mit Darstellungen aus dem
Soldatenleben der Napoleonischen Zeit. Von seinen
Gemälden sind hervorzuheben: Episode aus dem
rusf. Feldzug (1836; Museum zu Versailles), Mo-
reaus Übergang über den Rhein (Museum in Lyon),
ein Zug Verwundeter (Museum von Bordeaux). Die
Zahl seiner lithographierten und radierten Blätter
belauft sich auf 1089 Stücke. - Vgl. Lacombe,
0., 8Ä V16 6t 868 16NI-63 ÄV60 111. äkZOI'iMou vai-
80HU66 ä6 80Q wuvr6 1itQ0F1'll.I)1ii(1U6 (Par. 1858).
Charleville (fpr. scharlwl'l), Hauptort des Kan-
tons C. (91,3? lilim, 11 Gemeinden, 31356 E.) im
Arrondifsement Me'zieres des franz. Depart.Ar-
dennes, an der Maas und an den Linien Neims-
Givet, Me'zieres-C.-Hirfon und Me'zieres-Fontenoy
(Fentsch, Deutsche Grenze) der Franz. Ostbabn,
Me'zieres (s. d.) gegenüber und mit ihm durcd eine
Brücke verbunden/hat (1891) 16394, als Gemeinde
17390 E., ein Tribunal erster Instanz, Handels-
gericht, ein Lyceum, Lehrerseminar, Theater und
Bibliothek (23000 Bände, 400 Manuskripte). C.,
der gewerbreichste Ort des Devartements, bat
Artikel die man unter C vermint, sind unter K aufzusuchen.