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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Colombat de l'Isère - Colombier (Papierformat)
Colombat de l'Isere (spr. -longbah de lifähr),
Marc, franz. Arzt, geb. 28. Juli 1798 zu Vienne im
Depart. Isere, studierte in Montpellier, Strahburg
und Paris Medizin und errichtete zu Paris ein ortho-
päd. Institut für Stotterer, in welchem er solche
Erfolge erzielte, daß ihm von der Akademie der
Wissenschaften 1833 ein Preis von 50000 Frs. zu-
erkannt wurde. Da er richtig den nervösen Charakter
des Stotterns erkannte, so legte er den Hauptwert
bei der Behandlung des Stotterns auf die
rhythmische Aussprache der Worte. Er starb 10. Juni
1851. Seine Hauptschriften sind: "1r^it6 äs wus
163 vice" äs 1a. parois 6t 6n pHrtieniisr äu dsAllie-
M6M" (Par. 1830; 3. Aufl. 1843; deutsch nach der
2. Aufl. von Flies, Quedlinb. 1840), "iraitL äsg
maiaäiOF ä63 l6mm68)> (2 Bde., Par. 1838; neue
Aufl., 3 Bde., 1839-45; deutsch von Frankcnberg,
Lpz. 1841), "N6inoii'6 3ur i'liiLwirs p^sioloFilius
äe 1a v6Qtri1(iqui6" (Par. 1840).
Eolombes (spr. -löngb), Flecken im Kanton
Courbevoie, Arrondissement St. Denis des franz.
Depart. Seine, 3 Km nördlich von Courbevoie, nahe
dem linken Seine-Ufer und an den Linien Paris-
Dieppe über Pontoife und Asniöres - Argenteuil
der Franz. Westbahn, hat (1891) 18680, als Ge-
meinde 18918 E., Petroleumrasfinerien, sowie Fa-
brikation von Stärkemehl, Baumwollmützen, Leim,
Gelatine, Knochen und .hornwaren. Die Umgegend
und die ^eine-Inseln sind reich an Landhäusern.
Colombey (spr. -longbeh), Hof in der Gemeinde
Coincy, Kanton Pange, Landkreis Metz des Bezirks
Lothringen, früher schloß und Ortschaft, 7 km östlich
der Citadelle von Metz, zwischen den nach Saar-
brücken und nach Dieuze führenden Straßen gelegen,
erlangto geschichtliche Bedeutung durch die Schlacht
bei Colombey-Nouilly (s. d.) und durch viele kleine
Gefechte, die 1870 hier stattfanden.
Colombey-Nouilly (spr. -longbeh nüjih),
Schlacht von (s. Karte: Die Kämpfe um Metz
zu dem Artikel Metz), die erste der drei großen
Schlachten in der Umgebung von Metz (anfangs
Schlacht von Courcelles oder von Pange,
von den Franzofen SchlachtvonBorny genannt),
wurde 14. Aug. 1870 von der deutschen Ersten Armee
unter General von Steinmetz gegen Teile der im
Lager von Metz stehenden franz. Rheinarmee ge-
schlagen. Am 13. Aug., als die preuß. Vortruppen
Fühlung mit den franz. Vorposten gewannen, befahl
Marfchall Vazaine, am folgenden Tage mit der
Armee nach Westen, zunächst nach Verdun, abzu-
marschieren, um sich mit der in Chälons stehenden
Armee Mac-Mahons zu vereinigen. Seit dem
Morgen ging der Armeetrain auf das linke Mosel-
ufer über, gegen Mittag begannen die Truppen zu
folgen. Von 11 Uhr vormittags an trafen Mel-
dungen in den deutschen Stabsquartieren ein, wo-
nach die franz. Lager geräumt würden und der Feind
in westl. Richtung abmarschiere. General von Man-
teusiei Ueh darauf hvn das 1. Armeekorps sich kampf-
bereit halten. General Freiherr von der Goltz, der
die Vortruppen des 7. Armeekorps befebligte, faßte
auf eigene Verantwortung den folgenschweren Ent-
schluß, den abziehenden Franzosen möglichst Abbruch
zu thun und deren Rückzugsbewegung zu verzögern,
ging um 3^/2 Uhr nachmittags von seinem Biwak
bei Laquenexy aus zum Angriff vor und forderte das
1. Armeekorps sowie die 1. Kavalleriedivision zur
Unterstützung auf. Er nahm bis gegen 5 Uhr
gegenüber dem 3. franz. Korps (Decaen) und den
Artikel, di? man unter C ver
Garden den Abschnitt von Colombey (s. d.) in Besitz;
doch wurde die Lage der Vortruppen des 7. Armee-
korps, als der Gegner mit sehr überlegenen Kräften
einen umfassenden Gegenangriff begann, mehr und
mehr gefährdet. Da nahte von Osten der Rest der
13. Infanteriedivision zur Unterstützung, während
sich von Norden her die Einwirkung des seit 4^2 ^^
im Vormarsch begriffenen 1. Armeekorps fühlbar
machte, zunächst durch dessen Artillerie. Die 1. In-
fanteriedivision rückte auf Montoy und die Brauerei
vor, die 2. Division über Glattigny und Noisse-
ville gegen Servigny, Nouilly und die Höhen von
Mey, beide lebhaft beschossen von der auf den Höhen
von Vellecroix aufgestellten franz. Artillerie. Gegen
6^/4 Uhr wurde das westlich Colombey gelegene, bis-
her von den Franzosen hartnäckig verteidigte Tan-
nenwäldchen und der eingeschnittene Weg, der von
Colombey nach Bellecroir führt, die sog. Totenallee,
von der 25. Infanteriebrigade (General von Osten-
Sacken) und Teilen des 1. Iägerbataillons genom-
men und der Kampf des linken Flügels zu Gunsten
der deutschen Waffen entschieden. Zur selben Zeit
aber drang das 4. franz. Korps (Ladmirault), das
seinen Abmarsch unterbrochen hatte, mit drei Di-
visionen und zahlreicher Artillerie auf Mey und Ser-
vigny gegen den rechten Flügel des preuß. 1. Armee-
korps vor; doch trat General von Manteuffel dem
Angriff auf dem rechten Flügel durch einen energischen
Vorstop seiner Reserven, im Centrum durch Ent-
wicklung einer Artilleriemasse von 90 Geschützen in
der Richtung Servigny-Noisseville-Lauvallier sofort
wirtsam entgegen. So stand die Schlacht gegen
7 Uhr abends, als vom 8. Armeekorps die 28. In-
fanteriebrigade (von Woyna) südwestlich von Co-
lombey eintraf und sofort überLa-Grange-aur-Vois
gegen das Borny-Wäldchen vorging. Gleichzeitig
kamen die auf der Straßburger Chaussee heran-
rückende 18. Infanteriedivision (von Wraugel) und
1. Kavalleriedivision über Peltre bei Mercy-le-Haut
an und griffen Grigy an, worauf die franz. Truppen
aus Grigy und dem Borny-Wäldchen zurückwichen.
Hiermit sckloß auf dem linken Flügel des deutschen
Heers der Kampf, der beim 1. Armeekorps bis gegen
9 Uhr abends fortdauerte und mit dem völligen Rück-
zug der franz. Truppen endete, nachdem auch die
Höhe von Mey durch die von der Goupillon-Mühle
vordringende preuß. Infanterie genommen und die
beiden Reservebrigaden bis Lauvallier und Nouilly
vorgerückt waren, überall nahm das Festungs-
gesckütz, namentlich von Fort St. Julien aus, das
Feuer gegen die deutschen Truppen auf. General von
Steinmetz, der gegen 8 Uhr abends mit von Man-
teuffel bei Noisseville zusammengetroffen war, be-
fahl bedauerlicherweise den Rückmarsch der Truppen
in die am Morgen besetzten Stellungen, gestattete
aber mit Rücksicht auf die Verwundeten und auf das
Siegesgefühl der Truppen das Verbleiben der letztern
auf dem eroberten Schlachtfelde wenigstens während
der nächsten Stunden. Der deutsche Verlust betrug
1189 Tote, 3590 Verwundete, 127 Vermißte (zusam-
men 4906, darunter 222 Offiziere); die Franzosen
verloren nach eigenen Angaben 377 Tote, 2641
Verwundete, 590 Vermißte (letztere sind zumeist zu
den Toten zu rechnen).
Colombi (La Marchesa), Pseudonym der
ital. Schriftstellerin Maria Torriani (s. d.).
Colombia, südamerik. Republik, s. Columbia.
Colombier (frz., spr. -longbieh), franz. Bezeich-
nung eines Papierformats, s. Papier.
nnnt. sind unter K aufzusuchen.