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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Crucis - Crusenstolpe
durch die strengen Lutheraner. Er starb 16. Nov.
1548. C. veröffentlichte Reden, Abhandlungen und
eregetifche Schriften. - Vgl. Pressel, Cruciger (in
"Leben und ausgewählte Schriften der Väter und
Begründer der luth. Kirche", 8. Tl., Elberf. 1862).
öruois (lat., "des Kreuzes", Genitiv von orux),
der dritte Quatember, der Mittwoch nach dem Tag
der Kreuzeserhöhung (Vxg,1tktio 83,nl)ta6 crucis,
"Erhöhung des heil. Kreuzes", 14. Sept.).
Crudität (lat.), roher Zustand, Unverdaulichkeit.
Erüger, Johannes, Kirchenkomponist, geb.
9. April l 589 zu Grohbreesen bei Guben, war an-
fangs Schullehrer, studierte seit 1620 in Wittenberg
Theologie und wurde 1622 Organist an der Nikolai-
kirche zu Berlin, wo er 23. Febr. 1662 starb. C. ver-
faßte mehrere theoretische Schriften, wie "?ra.6-
O6pt9. INU8I03.6 pi-actioas tiFin-Hiig" (Berl. 1625),
"3^Q0p8i8 mu8icH6" (ebd. 1630), "Hu3.68tioii68
mu8ieH6') (ebd. 1650), und komponierte viele Cho-
räle, die zum Teil noch jetzt gesungen werden ("Nun
danket Alle Gott", "Jesus, meine Zuversicht"). Ge-
sammelt sind seine Kirchenlieder in: "Neues Ge-
saugbuch Augsburger Konfession" (1640), "Geist-
liche Kirchen-Melodeien" (Lpz. 1649), "?89.1ni0äi9.
ßacra" (1658) und "?rHxi8 pietatis" (1658).
Cruikshank (spr. krükschänk), George, engl.
Kantaturenzeickner, geb. 27. Sept. 1792 zu Lon-
don, gest. daselbst 1. Febr. 1878, wurde zuerst
durch die polit. Karikaturen berühmt, zu denen
ihn 1819 der Prozeß gegen die Königin Karo-
line veranlaßte, und denen zahlreiche Darstellungen
aus dem engl. Volksleben folgten. Mit seinem
ältern Bruder Robert C. (gest. 1856) fertigte er
die Skizzen "I^ils in I^onäou", zu denen "I^ils in
?3.ri8" ein Seitenstück bildet. Seit 1835 ließ er den
"(^omio ^Inikmac" erscheinen und lieferte die Illu-
strationen zu den Werken Dickens' und anderer
Schriftsteller. In Hogarthscher Weise gab er 1848
acht geistvolle Blätter ("11i6 dottis") heraus, welche
die Folgen der Trunkenheit veranschaulichen. Eine
Fortsetzung davon, ebenfalls in acht Blättern, "Ne
slrrmlcarä'3 ckilärLn", schildert die Schicksale der
verwahrlosten Kinder eines Trunkenbolds. Von
seinen spätern Arbeiten ist das "I.if6 ok?ai8t3.ss"
l1858), mit Tert von Vrough, zu nennen. C.s
Figuren, obwohl karikiert, sind der Natur mit
großer Treue abgelauscht, bizarr und drollig; doch
stößt ein gewisser Hang zum Fratzenhaften zuweilen
ab. In den letzten Jahren seines Lebens wandte er
sich der Ölmalerei zu. - Vgl. Reid, Noinplsts eata-
10FU6 ok t1i6 6UFr3,v6ä ^ork8 ok (^60rF6 0. (3 Bde.,
Lond. 1873); Oruik^knkikma.-. OoUkotiou ok Ki8
mo8t 06i6dra.t6ä ^01^8 (ebd. 1875); Bates, (^sor^e
0. tke artist (ebd. 1878 u. ö.); Ierrold, I.ik6 ol 6.
0. (2 Bde., ebd. 1882); Stephens, Nkmoir of 6.
0. (ebd. 1891).
Crumpfall (spr.krömmphahl), Fabrikstadt in der
engl. Grafschaft Lancaster, 4 km nördlich von Man-
chester, hat (1391) 10371 E. ^S. 158d).
<3rnor (lat.), das geronnene Blut (s. d., Bd. 3,
vrnxÄlis ".rtsrll^. vona., nbrvns (lat),
Oberschenkelpulsader, -Blutader, -Nerv (s. Bein).
<3ru" (lat.), Bein, Schenkel, besonders Unter-
schenkel; kruräl, die Schenkel betreffend.
Erufado, portug. Münze, s. Cruzado.
t?ruso2>, ^oeaäLuiia. äsiig. (lat. ^caäsniia
kui-fui'601'niii), in Florenz, die berühmteste unter den
zahlreichen Akademien Italiens und eine der we-
nigen, die seit dem 16. Jahrh. Dauer und im gan-
zen ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben.
Sie ging aus einem Verein zu litterar. Unter-
haltung hervor, zu dem 1582 in Florenz Grazzini
mit Vernardo Canigiani, Giambattista Deti, Ber-
nardo Zanckini und Bastiano de' Rossi, bald auch
Lionardo Salviati zusammentraten. Die Gesell-
schaft hatte zunächst nur den Zweck, fremde und
eigene Geisteserzeugnisse vorzulesen und zu be-
sprechen oder, nach einem scherzhaften unter den
Mitgliedern geläufigen Ausdrucke, die "Kleie"
(eru8eg<) von dem "Mehl" zu sondern. 1584 wurde
sie als Akademie mit Statuten ausgestattet. Die
Mitglieder wählten sich nach der damaligen Sitte
akademische Beinamen, die zu der Bezeichnung
"Oru80H" paßten. In ihren Schriften und Vor-
trägen wurden die Bilder von Sack, Mehl, Kleie,
Sieb u. s. w. bis zur äußersten Geschmacklosigkeit
durchgeführt. Als Sinnbild der Akademie wählte
man 1587 den Neutelkasten (li-uNons), der bis heute
blieb. .Hauptgegenstand ihrer Arbeiten war die ital.
oder, wie man sie lieber nannte, die toscan. Sprache.
Der Beschluß zur Abfassung eines Wörterbuchs wurde
6. März 1591 gefaßt und dessen Bearbeitung auch
sofort in Angriff genommen. Nachdem die 0. eine
Ausgabe Dantes (Flor. 1595) veröffentlicht hatte,
erschien 1612 zu Venedig die erste Ausgabe des be-
rühmten "Vocadolai-io äöM ^ee3.ä6inioi äsiig, 0.",
1623 die zweite nach längern Zwischenräumm, 1691
die dritte, 1729 - 38 die vierte. Nach dieser Zeit
nahm die 0. an Bedeutung ab. Großherzog Leopold
vereinigte sie 1783 mit den beiden andern zu Florenz
bestehenden Akademien zur ^ceaäßiuig. ^iorkutina..
1811, unter der franz. Herrschaft, ward die 0. als be-
sondere Akademie wiederhergestellt und 1819 mit
neuen Statuten ausgestattet. Ihr Hauptgegenstand
ist noch immer die ital. Sprache, und ihr Ansehen, so
heftig sie wiederholt angegriffen worden, hat sich er-
halten. Nachdem der Anfang eines neuen Drucks
des Wörterbuchs (1843) keinen Fortgang gehabt,
erschienen seit 1863 6 Bände der neuen Ausgabe.
Von den "^tti" erschienen 1819-29 3 Bände, seit-
dem kleinere Lieferungen. Die Einrichtung der 0.
diente zum Vorbild für die von Fürst Ludwig von
Anhalt, einem Mitgliede der 0., 1617 gestiftete
"Fruchtbringende Gesellschaft". - Vgl. Zannoni,
8toi-ig. äeii' ^ecaäeinia, äßlia (^. (in Bd. 1 der "^.Ui");
Reumont, Zur Geschichte der Akademie der 0. (in den
"Beiträgen zur ital. Geschichte", Bd. 6, Verl. 1857).
Erusenstolpe, Magnus Jakob, schwed. Publizist
und Romanschriftsteller, geb. 11. März 1795 zu Iön-
köping, wurde 1825 Assessor am schwed. Hofgericht
zu Stockholm und widmete sich seit 1834 litterar.
Arbeiten. Er starb 18. Jan. 1865 zu Stockholm.
C. trat 1821 zuerst mit drei Novellen auf, die sein
Talent für die histor.-romantische Erzählung bekun-
deten ("Kleine Erzählungen", Verl. 1844). Spätere
Arbeiten dieser Art sind: "Vistkaärsii" (1842) und
"1V6NU6 3.kt6Q8k9.i)" (1847). Sein erstes bedeuten-
des publizistisches Werk waren die "I^olitiLica A8iZ"
ter" (Bd. 1, Stockh. 1828), worin er als Lobredner
der sog. Freiheitszeit von 1719 bis 1772 auftrat.
1828 unternahm er mit L. I.Hjerta die Herausgabe
einer Reichstagszeitung im Geiste der Opposition,
und als Hjerta das demokratische "^ltondi^äkt"
gründete, begann C. 1830 "?ää6i'u68laiiä6t" im
Interesse der Negierung, das jedoch 1833 einging.
Hierauf veröffentlichte C. wieder in liberalem Sinne
"8ki1ärinF3.i' ur äßt iurs ".k äg.F6Q8 ki8toi'iÄ"
(2 Bde., Stockh. 1834), "1720, 1772 ocb 1809"
Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.