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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dorsetshire - Dortmund
Grafschaft werden 4 Abgeordnete ins Parlament
geschickt. D. ist das Land der alten Dnrotriges. -
Vgl. Worth, Dor86t8inr6 (1882); Hntchins, H^tor?
of tns coan^ ol D. (3. Anfl., 1801-73).
Dorsetfhire (spr. -schlr), s. Dorset.
Dorsten, Stadt im Kreis Recklinghansen des
prenß. Rcg.-Bez. Münster, an der Lippe und an
den Linieii Qnatendrück-Oberhailsell, Wesel'.yalterli
nnd Essen-Winterswyk der Prenß. Staatsbahnel^,
hat (1890) 3001 (5., darunter 343 Evangelische und
27 Israeliten, Post erster Klasse, Telegraph, Amts-
gericht (Landgericht Essen); vier kath., eine evang.
Kirche, Progymnasinn: (seit 1642), höhere Mädchen-
schule im Kloster der Ursnlincrinnen, Niedcrlassnng
der Franziskaner, Anstalt für Epileptische; Schiff-
bau, Eisengießerei und Maschinenfabrik, sowie
Garnbleicherei, Fabrikation von Teppichen, Glas,
Papier, Seife, Asphaltpapier und Fischernetzen;
Holzschneidcmühlen.
vorstenia. ^ , Pfianzengattnng ans der Fa-
milie der Urticaceen (s. d.) mit 45> Arten, meist in
den Tropen Amerikas und Afrikas. Es sind ans-
dauernde Kräuter oder kleine Sträucher mit knolli-
gemWnrzelstock oder knrzenStälninen, langgestielten,
einfachen Blättern und gestielten, achselständigen
Blutenständen von kuchen- oder scheibenförmiger Ge-
stalt, die auf ihrer fleischigen Oberfläche kleine ein-
geschlechtige Blüten eingesenkt tragen. Die männ-
lichen Blüten bestebcn aus zwei bis vier Staubge-
fäßen, die weiblichen ans einen: Fruchtknoten mit
seitenständigem Griffel und zweispaltiger Narbe. Die
Frncht ist ein kleines Nüßchen. Die Dorstenien haben
scharfe und gewürzhaft schmeckende Wnrzeln nnd
gelten für wirksame Mittel gegeil den Biß giftiger
Schlangen. Der als Vezoar- oder Giftwnrzel
in den Handel kommende Wurzelstock der westindi-
schen I). contl'3^6i'VH _^. hat gewürzhaft bittern
Geschmack und diente als schweißtreibendes Mittel.
Auch D. I)rll8i1i6N8i8 ^nm. und I). Il0U8toni ^. (Bra-
silien) liefern Vezoarwnrzel.
Dorstfeld, Dorf im Landkreis Dortmnnd des
preuß. Neg.-Vez. Arnsberg, an der Emfchcr nnd
der Linie Essen-Dortmund der Preuß. Staatsbah-
nen, mit Dortmnnd zusammenhängend und dnrch
Pferdebahn vcrbnnden, hat (1890) 5220 E., darun-
ter 3126 Evangelische, 2007 Katholiken und 77 Is-
raeliten, Post, Telegraph, Wasserleitung, elektrische
Straßenbelenchtung, Krankenhans; Steinkohlen-
gruben D. und Karlsglück und bedeutenden Vieh-
handel. " srücken.
vorsnin (lat.), der Nucken; I). M3>u,i8, der öand-
Dortmund. 1) Landkreis ohne Stadt D. im
preuß. Neg.-Bez. Arnsberg, hat 245,74 ^m, (1890)
77 834 E., 1 Stadt und 59 Landgemeinden.
2) Stadt und Stadtkreis (27/:" <^c,n), früher
^.^ Reichsstadt und Ätitglied der
^ Hansa, ansebnlichste Stadt
Westfalens, liegt 51" 31/
nördl. Br. und 7" 28' östl. L.
von Grcenwich, in 80 m Hohe,
2 liin östlich von der Emscher
amHcllwege(wovonjetzt noch
die Hanptstraße den Nainen
Osten- und Westenhellweg
führt) in fruchtbarer Gegend.
An Stelle der ehemals starken Mauern sind Pro-
menaden (Westwall, Königswall, Schwanenwall
u.s. w.) getreten, die der innern Stadt ein modernes
Aussehen geben; die äußern Stadtteile sind größ-
tenteils regelmäßig angelegt. (S. den Situations-
plan, S. 457.) Von der Gesamtfläche (2766 lia)
sind 407 Im mit Häusern bebaut, 219 Iia sind Wege,
sind gärtnerisch und landwirtschaftlich benntzt.
Vevölkernng. D. hatte 1816: 4465, 1880:
66544,1885: 78435,1890: 89663 (45899 männl.,
43 764 wcibl.) E., d. i. eine Zunahme (1885/90) von
2,""Proz., darnnter 47 816 Evangelische, 40 381
Katholiken und 1306 Israeliten; 4803 Wohnhänser,
18087 Haushaltungen und 60 Anstalten. Die Zahl
der Geburten betrng (1891) 3918, der Todesfälle
1998, der Eheschließungen 912. 1890 zogen 15248
Personen zu, 13133 ab.
Von Bauwerken sind hervorzuheben: die große
Neinoldikirche, eins der hervorragendsten Bauwerke
Westfalens im nbcrgangsstil (13. Jahrh.), mit
Glasmalereien, vorzüglicher Orgel (1450) und
Tnrm (1519 zum Teil ernenert), daneben die roman.
Marienkirche, nach 1150 erbaut, mit got. Ehor
(1350), die renovierte Petritirche mit spätgot. Altar-
werk (36 Gemälde) und Schnitzerei, die gotische
kath. Pfarr-, ehemals Dominikanerkirche, 1353
vollendet, mit Altargemälde von Vikt. und Heinr.
Dünwegge aus D. (1521), die neue Licbfrauen-
nnd Iofephkirche, die neue evang. Kirche, das
alte reichsstädtische Rathaus, in der zweiten Hälfte
des 13. Jahrh, begonnen, im roman. Stil mit got.
Facade, das Kriegerdenkmal am Hohen Wall, 1881
enthüllt, zwei tleinere Denkmäler am Königswall
für 1866 und 1870/71, ferner das alte Landwehr-
zeughaus, die Schulgebäude und die Gebäude des
Oberoergamtes, Landgerichts und Luifenhospitals.
^ Verwaltung. Die Stadt wird verwaltet von
einem Oberbürgermeister (Schmieding, seit 1886,
12000 M.), Bürgermeister (Arnecke, lebenslänglich,
8400 M.), 15 Magistratsmitgliedern (4 besoldet),
42 Stadtverordneten und hat freiwillige Bürger-
feuerwehr (269 Mann), fowie ein bedeutendes städti-
sches Wasserwerk, welches gleichzeitig die Nachbar-
stadt Horde und die ganze Unigegend uebft viclen ge-
werblichen Anlagen und Vierbrauereien (znsammen
etwa 150000 E.) mit Wasser aus der Ruhr (jährlich
etwa 12 Mill. cdm) versorgt (jährlicher Überschuß
etwa 415000 M.) und das großartige Kanalsystem
der Stadt spült. Die beiden öffentlichen und die pri-
vate Gasanstalt (57 km Hauptrohre) lieferten (1889)
4,438 Mill. cdm Gas, darnnter 569 800 cdm zur öffent-
lichen Velenchtnng (924 Flammen) und 124500 zu
technischen Zwecken (62 Gasmotoren).
Anf dem städtischen Schlachthof wurden (1891/92)
aufgetrieben 30103 Rinder, 27 239 Schweine, 12192
Kälber nnd2607Hammel, davon auf dem Schlachthof
geschlachtet 7082,17 820,7963,2217 und 905 Pferde.
Behörden. D. ist Sitz des Landratsamtes für
den Landkreis D., eines Landgerichts (Oberlandes-
gericht Hamm) mit 8 Amtsgerichten (D., Hamm,
Horde, Camen, Kastrop, Soest, Nnna, Werl) und
einer Kammer für Handelssachen, eines Amtsge-
richts, Hanptsteueramtes, einer Reichsbankhaupt-
ftelle, Handelskammer für den Kreis D. und eines
Oberbergamtes (f. Bergbehörden; mit 1 Inspek-
tion, 14 Vergrevierämtern und 1 Salzamt) für die
Provinz Westsalcn mit Ansnahme des HerZoatums
Westfalen, der Grafschaften Wittgenstein-Wlttgen-
stein und Wittgenstein-Berlednrg, des Fürftenw-ms
Siegen und der Amter Vurbach und Neukirchen, für
die Kreise Rees, Essen und Duisburg, den nördlich
der Düsseldorf-Schwelmer Straße belegenen Teil