Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

579
Dufrénoy - Dufresny
sich, 1815 zum Kapitän befördert, bei der Befestigung
und Verteidigung von Grenoble (Fort L'Ecluse)
aus. Nach Wiedervereinigung Genfs mit der Schweiz
trat er in deren Dienste, wurde Direktorder Milnär-
schule zu Thun, wo auch Napoleon III. unter ihm
leine militär. Studien machte, stieg bis 1827 zum
Oberst im eidgenössischen Generalstabe, wurde 1831
Chef des Generalstabes und bald darauf Oberst-
quartiermeister. Im Okt. 1847 als General an die
Spitze des eidgenössischen Heers gegen die Sonder-
bundskantone berufen, führte D. den Krieg inner-
halb eines Monats zum glücklichen Ende. Er ging
hier mit großer Vorsicht und Vedachtsamkeit zu
Werke und zeigte gegen die überwundenen Mitbürger
eine ebenso kluge als humane Schonung. Auch
1849 bei der Grenzbesetzung im bad. Ausstände,
1856 beim Ausbruch des Neuenburger Konflikts
mit Preußen, und 1859 bei der Grcnzbesetzung im
Italicnischen Kriege war er wieder zum Oberbe-
fehlshaber des eidgenössischen Heers bestimmt.
Der gemäßigtkonservativen Partei angehörend, trat
er im Großen Nate von Genf dem perfönlichen Re-
giment Fazys energisch entgegen und wurde 1848
von einem bernischen Wahlkreise in den Nationalrat
gewählt. Zuerst als Nationalrat, dann als Stände-
rat gehörte er bis 1870 der Bundesversammlung an
und wurde mehrmals mit Missionen an Napoleon III.
betraut. Auch an dem Abschluß der Genfer Kon-
vention (s. d.) 1864 nahm er als Delegierter der
Schweiz und Präsident des Kongresses in hervor-
ragender Weise Anteil. Seine letzten Lebensjahre
brachte er zurückgezogen, mit mathem. und histor.
Studien beschäftigt, auf feinem Landgute in Con-
tamines bei Genf zu, wo er 14. Juli 1875 starb.
Sein Denkmal (Neiterstatue von Lang) zu Genf
wurde 2. Juni 1884 enthüllt.
Ihm zu Ehren wurde die höchste Spitze des Monte-
Rosa Dufourfpitze genannt. Auch die "Topogr.
Karte der Schweiz" im Maßstab 1:100000 (25 Blatt,
1842-65), ein Meisterwerk der neuern Kartographie,
trägt seinen Namen. Als Zeugnis seiner gelehrten
kriegsgesäuchtlichen Forschungen gilt das"Äsm0irs
8ur 1'ai'tilioris cl68 aneikNZ 6t 8ur celie äu ino^en
K.S6" (Par. und Genf 1840). Die neuere Kriegfüh-
rung behandeln: "Nsmoi-ial pnur 168 travaux äs
ßusrrs" (Genf und Par. 1820), "Ds 1a fortiüciUion
psrmanonts" (2. Aufl., Genf 1854) und "Ooui'8 äs
ta.cti(iu6" (2. Aufl. 1851; deutfch von Ttscharner,
Zür. 1841). Von seinen mathem. Schriften sind
zu nennen: "In8truction 8ur 1s ä688in ä68 rscon-
liai88ancL8 mi1it9,ii'68" (Genf 1827), "(F60in6ti is
P6r8p6ctiv6 avso äs8 3.pp1ication8 ü. 1a rsciisroks
äs8 0mdre8" (ebd. 1857). Aus feinem Nachlaß
erschien: "1^3. camM^ns äu sonclerduncl 6t 168
6V6N6M6M8 äs 1856" (Neuchatel 1875; deutsch
Basel 1876). - Vgl. Seun-Barbieux, Das Buch
vom General D. (3. Aufl., Lpz. 1886); Ochsenbein,
General D. wern 1881; 3. Aufl. 1886).
Dufrenoy (spr.düfrenöä), Pierre Armand, franz.
Mineralog und Geognost, geb. 5. Sept. 1792 zu
Sevran im Depart. Seine-et-Oise, gest. 20. März
1857 als Generalinspektor der Bergwerke und Di-
rektor der kaiserl. Bcrgwerksschule. Er schrieb:
"Vo^kFS IU6t9.Il!II'AihU6 6N ^.NZl6t6I'r6" (mit Elie de
Beaumont, 2. Aufl., 2 Bde. u. 2 Atlanten, 1837-
39), "Nom0ii-68 pour 86rvir 9. uns 663cripti0u
ß^owßiqus 66 1a Granes" (mit Beaumont, 4 Bde.,
1836-38), (^xplic^io^ ^6 la. ^arts ^solo^i^ns
äs 1a. Francs" (mit Veaumont, 2 Bde., 1841-48),
"Iraits compist äs miusralo^is" (3 Bde., 1844-
45; 2. Aufl., 4 Bde. mit Atlas, 1856-59).
Dufrenoyftt, rhombisches, schwärzlich blei-
graues, lebhaft metallglänzendes Mineral von der
Zusammensetzung 2 ?d3 ^ ^8283 (22,io Proz.
Schwefel, 20,72 Arsen, 57,i8 Blei). Es findet sich
besonders im Vinnenthal (Oberwallis). Wiser
nannte es Vinnit (s. d.).
Dufresne (spr. düfrähn), Charles, Sieur Du
Cange, daher oft bloß Ducange genannt, franz.
Gelehrter, geb. 18. Dez. 1610 zu Amiens, erhielt die
erste wissenschaftliche Bildung daselbst im Iesuiten-
kollegium, studierte in Orle'ans die Rechte, wurde
1631 Parlamentsadvokat in Paris, widmete sich aber
bald in seiner Vaterstadt ausschließlich wissenschaft-
lichen Studien. In Amiens kaufte er sich 1645 eine
königl. Schatzmeistcrstelle, floh aber 1668 vor der
Pest nach Paris, wo er 23. Okt. 1688 starb. In
Amiens wurde ihm 1849 ein Denkmal errichtet. Seine
beiden Hauptwerke sind: das "6i088arwm aä 8<?rip-
toi-68 msäias 6t iuümils I9.tiuita.ti8 " (3 Bde., Par.
1678; hg. von den Benediktinern, 6 Bde., ebd. 1733
- 36; Vcned. 1737 und Basel 1762) und das
"A1o889.1'iuni 3,ä 8ci'ipt0lS8 msäias 6t illilNIHS
Ara6citati8n (2 Bde., Lyon 1688). Supplemente zu
dem erstern Werke lieferte der Benediktiner Carpen-
tier (4 Bde., ebd. 1766) und einen Auszug daraus
u. d. T. "6i0883.rinin maiiuals aä 8ci'ipt0rs8 sto."
besorgte Adelung (6 Bde., Halle 1772-84). Eine
neue Ausgabe mit den Zusätzen des Genannten
sowie anderer besorgte Henschel (7 Bde., Par. 1840
-50), Diefenbach ein "8uppi6in6iituin" (Franks.
1857 u. 1867). Eine neue Ausgabe des ganzen
Werkes mit den Supplementen ist von L. Favre
veranstaltet worden (Niort 1882-88). Durch beide
Werke hat sich D. um das Studium der Geschichte
des Mittelalters und insbesondere um das der
Diplomatik ein ausgezeichnetes Verdienst erworben.
Unter seinen histor. Werken sind die "ll^toirs äe
I'sinpii'6 äs 00ll8t3.lltill0p1s 80U3 168 Sinpsrsurg
kr9.llha,i8" (Par. 1657) und die "Il^toria, L^antina"
(ebd. 1680) hervorzuheben. Wertvoll sind auch seine
Ausgaben d.'s Ioannes Cinnamus (ebd. 1670), des
Zouaras (2 Bde., ebd. 1686) und des "lüln-ouieou
ra,8Cüg.l6') (hg. von Baluze, ebd. 1689; Vened. 1729).
1869 veröffentlichteNey D.s noch ungcdrucktes Werk
"D63 pi'inci^Hut68 ä'outi-s-msru u. d. T. "1^68 la.-
mili68 ä'0utr6-in6r)). - Vgl. Hardouin, N88ai 8iir 1a
vis 6t 8ur 168 0UVlH^68 äs lÜQ3.ri63 I)uli'63Q6 Du
c^HUFs (1849); Feugöre, ^tuäs 8U1' Du 0^11^6 (1852;
im ""Inurniii äs 1'Iii8truc:ti0ii pudii^us").
Dufresny (spr.düfränih), Charles de la Riviöre,
franz. Lustfpieldichter, geb. 1654 zu Paris, war ein
Großenkel der unter dem Namen I.a dsii^Hi-äitiiers
ä'^.n6t bekannten Geliebten Heinrichs IV. Dieser Um-
stand verschaffte ihm die Protektion Ludwigs XIV.;
er ward königl. Kammerdiener und später Aufseher
der königl. Gärten. Hier führte er zuerst den engl.
Geschmack ein. Leichtsinnig und verschwenderisch,
verkaufte er seine Stellen für eine mäßige Summe,
später auch eine Leibrente von 3000 Livres. Mit
Regnard, der ihn weit überragte, arbeitete er sodann
für das Theater. Die Entwicklungen semer Stücke
sind meist schwach, der Witz oft matt; doch gehören
immerhin seine Lustspiele, namentlich "1^68pi-it äs
coQtraäictioQ", "D6 cloudis vsuva^s", "Ds mai-igAs
tait st rompu", zu den bessern Konversationsstücken
der Franzosen. D. erhielt 1710 durch eine neue Gunst
des Königs das Privilegium für den "Nsrours
37*