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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Duhamel - Duino
von ihm eroberten Bretagne überwarf er sich 1378
zeitweilig mit dem König. Als er 1380 Chäteauneus
de Randon (bei Le Puy) belagerte, ertränkte er und
starb 13. Juli 1380. Sein Verdienst war es, daß
die undiscipliniertcn, das eigene Land gefährdenden
Söldnerbanden zu gutgeübten Compagnien umge-
staltet wurden. - Vgl. Guyard de Vcrville, I1i8wir6
äs Lei-ti-aiKi v. (neue Aufl., Tours 1874); Iame-
son, I.if6 auä timo3 ok Lei'traiiä I). (Lond. 1868);
Luce, I1i8t0ii'6 ä6 Lei-tranä I). (2. Aufl., Par. 1883);
d'Ausfy, (^3>mpg,FN68 äs I). 6^118 Is Molton, 1'^uni3
et 1a 8Hint0nF6 1372-75 (La Rochelle 1890).
Duhamel (spr.düamöll), Jean Marie Constant,
franz. Mathematiker, geb. 5. Febr. 1797 zu St.
Malo, besuchte die Polytechnische Schule zu Paris
und wurde dann Studiendirektor an derselben, 1851
Professor der höhern Mathematik an der Universität
zu Paris. Erstarb 29. April 1872 zu Paris. Außer
vielen Arbeiten in Fachzeitschristen, die sich meist
auf Wärmetheorie und analytische Mechanik be-
ziehen, schrieb D.: "^oui-3 ci'knai^s" (2 Bde.,
1840-41), "Ooui-8 äs mocaniyus" (2 Bde., 3. Aufl.
1863), "^Ism6nt8 äu calcul inünits3iinal" (2 Bde.,
3. Aufl. 1874), "Ds8 msl1i0äs3 äan3 1s3 8cisucs8
äs rHi80iinsmsnt)) (5 Bde., 1866-72).
Duhamel duMonceau (spr.düamMdümong-
ßoh), Hcnri Louis, franz. Botaniker, geb. 1700 zu
Paris, beschäftigte sich hauptsächlich mit Botanik und
Baumzucht; auch entdeckte er die von einem Pilze
herrührende Krankheit der Safranpslanze. 1728
wurde er bereits Mitglied der Akademie der Wissen-
schaften in Paris. Auch im Seewesen war D. d. M.
thätig und machte als Marineinspektor Reisen in
den Küstengegenden Frankreichs und Englands. Er
starb 12. Äug. 1781 zu Paris. Seine Hauptwerke
sind: "^raits äs8 ardi'68 st arlni3ts8, qni 86 cul-
tivsnt sn Granes sn plsins tsi'rs" (2 Bde., Par.
1755; deutsch Nürnb. 1763; 2. Ausg. bekannt als
"Muvslni Dukamsi" von Et. Michel u. a., 7 Bde.,
Par. 1801-19), "I.a pl^^iqus äs3 ardr68" (2 Bde.,
Par. 1758; deutsch Nürnb. 1764), "Iraito äs3 Hrdr68
fi-uitisi'8" (2 Bde., Par. 1768; von Poiteau und
Turpin, 6 Bde., ebd. 1808 -35; deutsch Heraus-
aegeben u. d. T.: "I>0M0na Fallica oder von Obst-
bänmen", Nürnb. 1771-83).
Dührmg, Engen Karl, philos. und national-
ökonomischer Schriftsteller, geb. 12. Jan. 1833 zu
Berlin, studierte daselbst die Rechte und war 1856
-59 als Referendar bei dem Kammergericbt an-
gestellt, wandte sich aber infolge eines Augenleidens,
das später zu völliger Erblindung führte, dem Stu-
dium der Philosophie und der Nationalökonomie zu
und habilitierte sich 1864 als Privatdocent für diese
beiden Fächer an der Berliner Universität. Wieder-
holte Konflikte mit der Professorenschaft, der er
Nepotismus vorwarf, veranlaßten 1877 feine Ent-
fernung aus dem Lehrkörper der Universität. Er
veröffentlichte eine Rcihc kritisch-philos. und natio-
nal-ökonomycher Schrision, worin er als ein An-
hänger des amerik. Nationalökonomen H. C. Carey
erscheint. Seine philos. Anschauung ist ein abstrak-
ter Materialismus mit optimistischer Färbung,
hervorzuheben sind: "Kapital und Arbeit" (Berl.
1865), "Der Wert des Lebens" (Vresl. 1865; 4. Aufl.,
Lpz. 1891), "Natürliche Dialektik" (Berl. 1865),
"Kritische Grundlegung der Volkswirtschaftslehre"
(ebd. 1866), "Dve Verkleinerer Careys und die Krisis
der NationaMonomie" (Vrcsl. 1867), "Kritische
Geschichte der Philosophie" (Berl. 1869; 3. Aufl.,
Lpz. 1878), "Kritische Geschichte der allgemeinen
Principien der Mechanik" (Berl. 1873; 3. Aufl.,
Lpz. 1887), die wertvollste seiner Schriften, mit
dem ersten Preis der Veneke-Stiftung zu Göttin-
gen gekrönt, "Kritische Geschichte der National-
ökonomie und des Socialismus" (3. Aufl., Lpz.
1879), "Kursus der National- und Socialökonomie"
(Berl. 1873; 2. Aufl., Lpz. 1876), "Kursus der
Philosophie als streng wissenschaftlicher Weltan-
schauung" (Lpz. 1875), "Der Weg zur höhern Be-
rufsbildung der Frauen und die Lehrweise der Uni-
versitäten" (2. Ailfl., ebd. 1885), "Neue Grundgesetze
zur rationellen Physik und Chemie" (ebd. 1878),
"Logik und Wissenschaststheorie" (ebd. 1878), "Die
Iudensrage als Frage der Nassenschädlichkeit für
Existenz, Sitten und Kultur der Völker" (4. Aufl.,
Verl. 1892), "Die Ubcrsckätzung Lessings und dessen
Anwaltschaft für die Juden" (ebd. 1881), "Sache,
Leben und Feinde" (ebd. 1882), "Der Ersatz der Reli-
gion durch Vollkommeneres und die Ausscheidung
alles Judentums durch den modernen Völkergeist"
(Karlsr, und Lpz. 1883), "Die Größen der modernen
Litteratur, populär und kritisch nach neuen Gesichts-
punkten dargestellt" (2 Abteil., Lpz. 1892-93). -
Vgl. Druskowitz, Eugen D. (Kcidelb. 1888); Döll,
Eng. D. Etwas von dessen Charakter, Leistungen
und reformatorifchem Beruf (Lpz. 1892).
Duida, Cerro, granitischer Gedirgsstock in der
südamerik. Republik Venezuela, an der Westseite
des Parima-Gevirgssystems, am rechten Ufer des
obern Orinoco, erreicht 2475 m. Nach S. und W.
fällt er steil ab; sein Gipfel ist kahler Fels, aber
sein Fuß steht in endlosen Urwäldern. An seinem
Fuße beginnt die Vifurkation des Orinoco.
Tuiffopruggar, s. Ticffenbrucker.
Duilier (oder Duellier), röm.plebejisches Ge-
schlecht, aus dem namentlich Gajus Duilius be-
rühmt ist, der als Konsul 260 im ersten Punischen
Kriege den ersten großen Seesieg der Römer über
die Karthager bei Mylä an der Nordküste von Sici-
licn, besonders durch Anwendung der von ihm er-
fundenen Enterhaken, erfocht. Das Andenken an den
Sieg ward durch Aufstellung der (^owmna ro8trat3.
(s. (^oluinnH) erhalten. Die jetzt zu Rom befindliche
Säule ist nur eine moderne Nachbildung, in welche
der Nest der antiken, aus der Zeit des Kaisers Clau-
dius stammenden Inschrift eingelassen ist.
Duilius, Gajns, s. Duilier.
Duim (spr. deum), Daumen, die ältere Holland.
Bezeichnung für Eentimeter.
Duingen, Flecken im Kreis Alfeld des preuß.
Reg.-Bez. Hildcsheim , 12 km im SO. von Lauen-
stein, 10 1<m im NW. von Alseld, in 203 m Höhe,
hat (1890) 1041 evang. E., Postagentur, Telegraph;
in der Umgebung Stein- und Braunkohlen-, Gips-,
Schwefel-, Asphaltgruben, Thonlager; die Töpferei
liefert gute braune Stcingutwaren. Die Duinger
Berge gehören den im NW. des Oberharzes liegen-
den Trias-, Jura- und Kreiderücken an, zu welchen
auch die Vergzüge des tzils und des Ith gehören.
Dumo, deutsch Tibein, Flecken und Schloß
im Gericktsbezirk Monfalcone der österr. Vezirks-
hauptmannschaft Gradisca, in der Grafschast Görz
und Gradisca, an der Mündung des Timavo ins
Adriatische Meer und an der Linie Trieft-Nabresina-
Cormons der Österr. Südbahn, hat (1890) 491, als
Gemeinde 948 meist slowen. E., Post, Telegraph,
Wein- undOlivenbau sowie Seefischerei. Das Schloß,
jetzt Eigentum der fürsti. Fam'üie von hohenlohe,