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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dziatzko - Eads
Dziatzko, Karl Franz Otto, Bibliothekar, geb.
27. Jan. 1842 zu Neustadt in Oberschlesien, stu-
dierte in Vreslau und Vonn klassische Philologie,
wurde 1864 Lehrer am Oppclner Gymnasium, 1865
Professor am Lyceum in Luzern, 1871 Bibliothekar
an der Universität Frciburg i. Vr., 1872 Gymna-
siallehrer in Karlsruhe, noch in demselben Jahr als
Oberbibliothekar der Universitätsbibliothek nach
Vreslau, 1886 als Obcrbibliothekar und Professor
der Vibliothekshilfswissenschaftcn an die Universität
Göttingen berufen. Er veröffentlichte: "über die
Plautinischen Prologe" (Luzern 1867),"Ausgewählte
Komödien des P. Terentius erklärt" (1. Vdchn.:
"^Iwrinio", 2. Aufl., Lpz. 1884; 2. Bdchn.: "^äsl-
ptios", ebd. 1881), "Beiträge zur Kritik des nach Ael.
Donat benannten Tercnzkommentars" (ebd. 1879),
<(?. ^6i'6ntii conwLliiHL" (Stercotypausgabe, ebd.
1884), "Beiträge zur Gutenbcrgfrage", "Gutenbergs
früheste Druckerpraris", "Entwicklung und gegen-
wärtiger Stand der wissenschaftlichen Bibliotheken
Deutschlands" und "Beiträge zur Theorie und Praris
des Buch- und Bibliothekwefcns" (Heft 2, 4, 5 u. 0
seiner "Sammlung bibliothckswissenschaftlicher Ar-
beiten", Verl. 1889, 1890, 1893 u. 1894).
Dzieduszycki (spr. dsjäduschützki), Maurycy,
Graf, poln. Historiker, geb. 1813, Zögling der
Jesuiten in Tarnopol, besuchte die Lemberger Uni-
versität, wurde k. k. Statthaltercirat in Lembcrg und
starb daselbst 1877. Er stellte vor allem das Wirken
der Träger der poln. Kirchcngeschichte in streng kath.
Sinne dar ("Piotr Skarga und sein Zeitalter",
2 Bde., Krak. 1850; 2. Aufl. 1868; "Zbigniew Ole-
snicki", 2 Bde., 1853 u. a.); schrieb außerdem "IQ-oUci
r^8 li^iß^o^v i 8^)ia^v I^iLo^c^Mü^" (2 Bde., Lcmb.
1843, die Geschichte der poln. Partisanen des Kai-
sers im Dreißigjährigen Kriege) u. a.
Dzierzkowski (spr. dsjärsch-), Joseph, poln.
Schriftsteller, geb. 1807 in Fawcrow in Galizien,
gest. 13. Jan. 1865 in Lemberg, schrieb eine Reihe
von Erzählungen und Romanen, in denen er die
Schwächen und die Vcrderbtheit der höhern Stände
im Gegensatze zu dem niedern Volke interessant, aber
nicht frei von Tendenz schildert. So in dem Roman
"3a1on i ulica" ("Der Salon und die Straße", Lemb.
1847). Zu den besten Erzählungen gehört "Universal
KetinaüLki" (2 Tle., ebd. 1858; deutsch: "Das poln.
Rittertum" von Segel im "Wanderer", Wien 1859).
Dzierzon (spr. dsjärschon), Joh., Bienenzüchter,
geb. 16. Jan. 1811 zu Lowkowitz in Oberschlesien,
studierte in Vreslau kath. Theologie, wurde 1835
Pfarrer in Karlsmarkt, trat 1869 in den Ruhestand
und zog, als Altkatholik heftig angefeindet, später
nach Lowkowitz. D. gilt für den gründlichsten Ken-
ner der Naturgeschichte der Bienen und hat sich auch
um deren Zucht große Verdienste erworben. Es
gelang ihm, eine Vicnenwohnung mit beweglichem
Bau herzustellen, sodaß jede Wabe, weil an einem
besondern Stäbchen befestigt, zur Betrachtung oder
Versetzung herausgenommen werden kann ls. Tafel:
Biene und Bienenzucht, Fig. 12). Mit Hilfe
diefer Einrichtung entdeckte er, daß die Eier zu den
Drohnen einer Befruchtung nicht bedürfen, also auch
von den jungfräulichen Königinnen und selbst von
den der Begattung gar nicht fähigen Arbeitsbienen
erzeugt werden können. (S. Biene.) Für diese Ent-
deckung wurde er zum Mitglicde der deutschen Aka-
demie der Naturwissenschaften und von der Uni-
versität München zum Ehrendoktor der Philosophie
ernannt. D. schrieb: "Theorie und Praxis des neuen
Vienenfrcundes" (Vrieg 1848; Nachtrag Nördl.
1852), "Der Vienenfreund aus Schlesien" (Zeit-
schrist, 1854-56 erschienen), "Nationelle Bienen-
zucht" (Vrieg 1861; 2. Aufl. 1878), "Der Zwillings-
stock, die zweckmäßigste Vienenwohnung" (Kreuzburg
1890). - Vgl. Huber, Die neue, nützlichste Bienen-
zuckt oder der Dzierzonstock (Lahr 1892).
Dzumaleu, Gebirgsstock in der Bukowina, s.
Giumaleu.
E.
^, der fünfte Buchstabe des Alphabets, ist vom
yhöniz. 116 abgeleitet. In den ältesten phöniz. In-
schriften hat das 116 die Gestalt von drei gleich
langen wagrcchten Strichen, die sich an einen senk-
rechten anschließen. Ebenso im Griechischen ^, später
^; so erhielten die Italiker diesen Buchstaben. Durch
Abrundung und Verbindung der beiden obern Striche
entstand 6 (s. Schrift). Als Laut gehört 6 zu den
Voka'cn (s. d. und Laut).
Ale> Abkürzungszeichen steht 1^ oder 6 in
rom. Inschriften, Handschriften u.s.w. für ^nniu3,
^Si-6Fiu8, emei-itus, 6linnL, OLt, 6vocHw8 u. s. w.
Auf deutschen Reichsmünzcn bezeichnet 15 (1872-
86) den Münzort Dresden, seit 1887 aber Freiberg
(Muldencr Hütten), auf ältern preußischen'.Königs-
berg, auf österreichischen: Karlsberg (in Sieben-
bürgen), auf französischen: Tours. In der Logik
bezeichnet U einen allgemein verneinenden Satz; in
der Physik ist es bisweilen die Bezeichnung für
Elektricität (Diapositive,-^negative Elektricität).
Als engl. Abkürzung steht N für ^ai-1, ^Ltei-,
ku^Hnä und NnFliäli, als französische und eng-
lische in geogr., Meteorolog, und nautischen Werken
für Nät oder N^t (Ost, Ostpunkt). Auf franz. Rech-
nungen ist N bei Preisangaben die Bezeichnung
für I^nti-Lpüt (d. h. noch nicht verzollt, im Gegensatz
zu ^ für ^chuitto, d. h. Eingangszoll bezahlt).
In der Musik ist N (ital. und frz. mi; engl. N)
die Bezeichnung für die dritte Stufe der Oäur-Ton-
leiter (s. Ton und Tonarten). Gegen den Grundton
^ macht 15 zwei ganze große Töne aus. Es wird durch
eine Saite von vier Fünftel der Länge einer Saite
(von gleicher Stärke, Dichtigkeit und Spannung)
erzeugt, die den Grundton 0 giebt.
Gads (spr. ihds), James V., amerik. Ingenieur,
geb. 20. Mai 1820 in Lawrenceburg (Indiana),
erbaute 1844 ein Taucherglockenboot, um damit
die Ladung gesunkener Dampfer zu bergen. Mii
diesem Erwcrbszweige erlangte er ein bedeutendes
Vermögen. Beim Beginn des Bürgerkrieges 1861
nach Washington gerufen, um Vorschläge für den
Bau von Kriegsfchisfen zu machen, erbaute er unter
fehr erfchwerenden Umständen in der Zeit von
100 Tagen acht tüchtige Panzerfahrzeuge. Bei zwei
unter feiner Leitung gebauten Kanonenbooten führte
er zum erstenmal die wichtige Neuerung durch, zur
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