Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

715
Edessenisches Christusbild - Edgeworth
gethan haben. Erst um diese Zeit erhielt sie von der
gleichnamigen macedon. Stadt den Namen E. Doch
leiten andere Forscher E. von dem syr. Worte Ha-
ditha, d. h. Neustadt ab. Ein zweiter Name, der in
der Diadochenzcit auskam, Kallirrhoe, soll von
einem der Atergatis, später dem Abraham geweih-
ten Quell herrühren. Doch ist es auch von ihm
wahrscheinlicher, daß er einer Gräcisierung der syr.
Form Urhoi seinen Ursprung verdankt. Unter An-
tiochus VII.,nach welchem E.auchAntiochia genannt
ward, bildete daselbst Orhoi-Var-Hewja, wahrschein-
lich ein Araber, 137 (oder 132) v. Chr. das nach ihm ge-
nannte Orrhoenische odcrO s rhoenischeNei ch.
Seine Nachfolger sind sämtlich unter dem Namen
Abgar (s< d.) bekannt. Das Christentum fand zeitig
in E. Eingang. Trajan sandte den Lusius Quietue.
gegen E., der die 'Htadt zerstörte und das Neich den
Römern zinsbar machte. Zwar erneuerte Hadrian
das Osrhoenische Neich, allein es blieb fortwährend
von den Römern abhängig, bis es endlich 216 unter
dem Namen der ^olonia Narciß ^äL886N0i'uin zu
einer röm. Militärtolonie gemacht wurde. Kaiser
Caracalla wurde 217 hier ermordet. Gordianus III.
stellte 242 das Osrhoenische Neich abermals her
und übergab es einem Sprossen des alten Königs-
stammes; aber schon 244 ging es wieder in un-
mittelbaren Besitz Roms über. Unter Kaiser Iusti-
nus I. (518 - 527) durch ein Erdbeben zerstört,
wurde E. unter dem Namen Justin opolis bald
wieder aufgebaut und Metropolis. Mehr als 300
Klöster sollen in seinen Mauern gewesen sein; es
war der Sitz des Kirchenvaters Ephraem des Syrers
(s. d.) und seiner Schule.
Im I. 641 kam E. unter die Herrschaft der arab.
Chalifen, 1031 gelang es den byzant. Kaisern, E.
wieder an sich zu bringen; allein es wechselte im
Laufe des Jahrhunderts noch mehrmals den Herrn
und stand zur Zeit des ersten Kreuzzuges unter
einem Armenier, der die gricch. Herrschaft mehr
nur dem Namen nach anerkannte, schwer bedrängt
durch die Türken. Deshalb ward es dem Bruder
Gottfrieds von Bouillon, Balduiu, leicht, mit Hilfe
der Einwohner, die in ihm ihren Retter fahen und
ihren eigenen Fürsten erschlugen, sich der Herr-
schaft über die Stadt zu bemächtigen und E. zur
Hauptstadt einer Grafschast zu machen (1098), zu
der er auch noch Samosata und Sarudsch erwarb.
Gegen 50 Jahre bestand diese Graffchaft als Boll-
werk des Ierusalemischen Reichs gegen die Türken
unter der Herrschaft verschiedener aufeinander
folgender frank. Fürsten. In den fortwährenden
Kämpfen mit den Türken hielten sich die Franken
tapfer, bis es endlich unter dem vergnügungssüch-
tigen Grasen Ioscelin II. dem Herrscher von Mosul,
Imadeddin Zengi, 1144 gelang, die Stadt und Burg
zu nehmen. Alle christl. Kirchen wurden in Mo-
scheen verwandelt und der Islam von nun an in
E. herrschend. Ein Versuch der Einwohner 1146,
das türk. Joch abzuschütteln, vollendete den Ruin
der Stadt; sie wurden von Zengis Nachfolger, Nur-
ed-din, geschlagen, die Stadt zerstört, der Rest der
Bevölkerung in die Sklaverei gesührt. Nach vielen
Wechselfällen, die E. nacheinander in die Hände der
Sultane von Ägypten, der 'Mongolen, Turkomanen
und Perser brachten, ist es seit 1637 wieder im Besitz
der Türken, unter denen es sich aus den Trümmern
und zu einer Art Blüte crdob. - Vgl. von Gut-
schmid, Untersuchungen über die Geschichte des Nönia-
reichs Osroene (in den "N^moii-oL äe i'^callÖmie
imperiaik", Petersb. 1887); R. Duval, lliätoiro
Politikus, l6iiFi6U86 6t Iitt6i-air6 ä'^ä6886 Hii3>
<1li'ü. lg. preiniöi-L eroi^ä? (Par. 1892).
Edessenisches Christusbild, s. Christusbilder.
Edfu, Stadt in Oberägypten, am linken Nilufer,
mit 2500 E., heißt in den hieroglyphischen Inschriften
^ed oder Islni, kopt. ^tkö, griech. ^poiiinopolig
maFna.. (S.Apollinopolis und Tafel: Ägyptische
Kunst I, Fig. 3 und Taf. II, Fig. 1.)
Edgar, angelsächs. König (959 - 975), geb.
944 als jüngerer Sohn König Edmunds, folgte
seinem Bruder Eadwig auf den Thron. Unter ihm
stand Dunstan, der Erzbischof von Canterbury, auf
dem Höhepunkt seiner staatlichen Wirksamkeit und
machte durch seine Thätigkeit die Regierung E.s
nach derjenigen Alfreds zu der bedeutendsten für die
angelsächs. Epoche. Besonders trat unter ihm die
freundliche Haltung gegenüber den auf engl. Boden
lebenden Dänen hervor. Der König regierte in
gleicher Weise drei Nationalitäten, Engländer, Dä-
nen und Briten, und hielt durch diese versöhnliche
Haltung, die er auch gegenüber einigen in ihrem
Machtbcreich fast selbständigen Ealdormen beobach-
tete, den Frieden im Reich ausrecht. Mit Dunstan
arbeitete er an der Verwaltungsreform und sorgte
besonders für eine gute, mit Strenge durchgeführte
Rechtspflege. Gerade in der scheinbaren Ereignis-
losigkeit seines friedlichen Regiments, in der starken
innern Thätigkeit liegt die hohe Bedeutung seiner
Regierung, nach der unter entartenden Nachfolgern
ein Niedergang eintrat, der das Angelfachfenreich
der dän. und dann der normann. Herrschaft in
die Arme trieb. - Vgl. Stubbs, ^1i6 conätiwtionlll
Ki8t0i^ ol Un^icTUtl iu it8 01'igin Hiiä äcvelopuient
(3 Bde., Lond. 1874-78); Green, ^iie C0nliu68t
ot' NnZiauä (ebd. 1884).
Edgcumbe, Mount- (spr. maunt öddschkömm)
oder Putauaki, erloschener Vulkan (792 m) an
der Nordküste der Nordinsel Neuseelands, 1. Nov.
1769 durch Cook entdeckt.
Gdgeworth (spr. öddschwörth), Henry Allen,
Beichtvater Ludwigs X VI., geb. 1745 zu Edgeworth-
town (Irland), kam als Konvertit zu den Jesuiten
nach Toulouse, dann auf die Sorbonne und ward
hier 1777 von Madame Elisabeth, des Königs
Schwester, zum Beichtvater erwählt. Als solcher
hatte er den Mut, Ludwig XVI. auf feinem Todes-
gange mit geistlichem Zuspruch beizustehen. Selbst
mit Mühe dem Tode entgangen, kam er nach kurzem
Aufenthalt in England zum Grafen von Artois
(Karl X.), dann nach Mitau zu Ludwig XVIII.
Er starb 22. Mai 1807. Seine "Nemoii-Z" gab
C.Sneyd-Edgcworth (Lond. 1815 u.ö.; franz. Über-
setzung von Dupont, Par. 1815; neue Ausg. 1856)
und die "I^6tt6r3 anä in6ni0ii'8" Thomas N^*
(französisch von Elise de Von, Par. 1818) heraus.
Edgeworth (spr. öddschwörth), Maria, engl.
Schriftstellerin, Tochter des durch mehrere Erfin-
dungen bekannten Parlamentsmitglieds Richard
Lovell E., geb. 1. Jan. 1767 bei Ncading in
! Berkshire, entwickelte, nachdem sie ihrem Vater
! 1782 nach Irland gefolgt war, sehr bald unter
! dessen Leitung die als Schriftstellerin sie auszeich-
! nende feine Beobachtungsgabe. Berühmt wurde
^ sie durch ihre "U83N^8 ou in'3,ctic9.1 o^uc^ioii"
, (1798). Mit ihrem Vater schrieb sie den "1^883^ ou
! Ii-i8ii du1i8" (1801). Nach des Vaters Tode gab
sie "Hlonioii^ ol I^ieli. I^oveii U., ds^un d^ liim-
36ll äuä conowäeä d)' biä ääUAkter" (2 Bde., Lond.