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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eisenbahnbau

ooer Eisenvitriol oder Zinkchlorid durchtränkt, wodurch ihre Dauer um 25 Proz. (bei Eichenholz) bis 500 Proz. (bei Buchenbolz) verlängert wird (s. Holzkonservierung). Die gebräuchlichen Abmessungen der hölzernen Querschwellen sind 2,5-2,7 m Länge, 16 cm Höhe und 25 cm Breite (Schwellen, wo zwei Schienen zusammenstoßen - Stoßschwellen - 30 cm breit). Die Befestigung der Schienen auf den hölzernen Quersckwellen richtet sich in erster Reihe nach der Form der Schienen. Bei den Stuhlschienen (s. S. 837 a) erfolgt sie mittels sog. Stühle, die in der Regel aus Eisen gegossen und u. a. von der in Fig. 8TTTTT, dargestellten Form sind. Zur Befestigung der Schienen in den Stühlen dienen gewöhnlich Holzkeile. Die Stühle selbst werden mit den Schwellen durch eiserne Nägel oder Schrauben verbunden, vielfach auch durch Holznägel (Dübel). Fig. 8 b zeigt die Verbindung von Stuhlschienen durch Laschen, sowie die Stühle von der Seite. Zur Befestigung der breitfüßigen Schienen (s. S. 837 a) aus den hölzernen Querschwellen werden Nägel (Fig.9)oder Holzschrauben (Tirefonds, Fig. 10) verwendet. Man unterscheidet den schwebenden und den festen Stob, je nachdem das Zusammenstoßen zweier Schienen einer Schienenreihe zwischen zwei Schwellen oder auf einer Schwelle stattfindet. Der schwebende Stoß wird immer allgemeiner eingeführt, da TTTTT ein sanfteres Fahren begünstigt. Die Entfernung der Schwellen voneinander ist nicht überall gleich. Die dem Schienenstoß zunächst liegenden Schwellen sind in geringern Abständen verlegt als die mittlern. Die Entfernung der Mittelschwellen beträgt bei Hauptbahnen höchstens

1 m, etwa 0,8 m und bei schwebendem Stoß etwa 0,6 m. Auf eine Schiene von9 in Länge sind etwa 10 Schwellen zu rechnen. Neuerdings werden bei verkehrsreichen Hauptbahnen 11, auch 12 Schwellen aus eine Schienenlänge von 9 m verlegt. Zur Verminderung des Druckes auf die Schwellen und Erhöhung der festen Lage des Oberbaues werden, besonders an den Stoßschwellen, eiserne Unterlageplatten von nachstehender Form (Fig. Iiau.d) angebracht. Da die Schienen zur Vermeidung des Kantens nicht senkrecht, sondern nach innen geneigt (um 1/20TTTTT bis 1/16 in der Höhe) gestellt werden, müssen die Schwellen mit gleicher Neigung versehen (gekappt) werden. Oft sind zur Vermeidung der Kappung die Platten schon mit schräger Auflagefläche (Fig. 111)) versehen. Um eine Längsverschiebung ("Wandern") der Schienen auf den Schwellen zu verhindern, werden entweder kräftige Laschenverbindungen (s. S. 838 a) angewendet, die über die beiden benachbarten Stoßschwellen hinüberreichen und hier TTTTT erhalten, in welche die Schienenbefestigungsmittel eingreifen, oder es erhalten die Laschen tiefe Schenkel, die um den Schienenfuß herum zwischen die Stoßschwellen greifen und sich gegen dieselben stützen. Das hölzerne Querschwellensystem mit breitfüßigen Schienen ist auf vorstehender Fig. 12 dargestellt.

Eiserne Querschwellen haben meist den unten in Fig. 13 0 dargestellten Querschnitt. Sie besitzen gewöhnlich eine Länge von 2,5 bis 2,7 in und eine Dicke von 9 bis 13 mm. Von den hauptsächlichsten Systemen sind zu erwähnen: das Vautherinsche, Fig. 13 (Gewicht für das laufende Meter 15 -24, der ganzen Schwelle 40-60 kg), und das Haarmannsche, Fig. 14 (Gewicht 20,4 und 52 kg. Fig. 13:; stellt einen Vertikalschnitt durch die Schienenanlage, Fig. 14 a die Schienenanlage, von oben gesehen. Fig. 13 b u. 14 b die Schienenbefestigungen, Fig. 13 c u. 14 c die Querschnitte der eisernen Schwellen dar. Das erstgenannte System ist zur Anwendung gekommen auf der Württemb. Staatsbahn, der Rhein. und der Bergisch-Märk. Eisenbahn u. a. m., das letzterwähnte aus der preuß. Staatsbahnstrecke Erfurt-Ritschenhausen. Fig. 15 u. 16 lassen die Querschnitte des unter anderm auf der Gotthardbahn (s. d.) angewendeten Küpferschen Systems (Gewicht 23 und 57 kg) und des unter anderm auf den preuß. Staatsbahnen, der Hess. Ludwigsbahn, der Franz-Josephbahn und der Arlbergbahn sowie der Bayr. Staatsbahn in Anwendung gekommenen Hilfschen Systems ohne Mittelrippe (Gewicht 19-29 und 50-72 kg)