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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eisenburg - Eisenchlorid
bahnbrückcn und der neuen Hamburger Brücke zur
Ausführung. Die größten Spannweiten sind außer
mit den Hängedrücken in neuerer Zeit durch die
oben erwähnten Kraqträgerbrücken erreicht worden.
(Näheres s. Forthbrücke.)
Die Baukosten der E. gestalten sich je nach den
zu überdrückenden Offnungen, ferner je nach dem
angewendeten System und endlich je nach besondern
Umständen, z. V. ob Wafferpfeiler notwendig sind,
sehr verschieden. Von den alten Nöhrenbrücken
kostet bei der Britanniabrücke der laufende Meter
rund 18000 M., von der Victoriabrücke (2637 m
lang) nur noch 12000 M.? bei der Letbrücke kostet
der laufende Meter bereits 6300 M. und sinkt bei
modernen Fachwerkbrücken von mittlerer (^pann- !
weite (etwa 60 m) auf 3200 M. herab. Bei den
größten Spannweiten jedoch steigt dieser Betrag
auf das 6- bis 10fache. So kostet die neue Forth- l
drücke rund 20000 M. pro Meter und die East-
Niver-Brücke sogar 35000 M. pro Meter.
Die Betriebssicherheit der E. ist in er-
freulichem Zunehmen begriffen. Zunächst ist das
unsichere Gußeisen von der Anwendung auf haupt-
teile gänzlich ausgeschlossen worden, und das neuer-
dings immer mehr in Anwendung kommende Fluß-
cisen bietet wegen seiner hohen Zugfestigkeit ein
vorzügliches Konstruktionsmaterial. Eine große!
Gewähr bieten auch die bei jeder Eisenbrücke größerer
Spannweite, namentlich bei Eisenbahnbrücken vor
ihrer Inbetriebsetzung vorgenommene Brückenprobe
und die spätern in regelmäßigen Zeitabschnitten
wiederholten Revisionen. (S. Vrückenprobe.)
Gisenburg, ungar. Va8. 1) Komitat in Ungarn,
grenzt im W. an Nicderösterrcich und Stciermark, im !
N. an das Adenburger, im (^. an das Zalacr und im
O. an das Veszprimer Komitat, ist ein fruchtbarer
Landstrich, obschon teilweise von Ausläufern der
Alpen durchzogen, hat Überfluß an Getreide, Obst
und Wein sowie an üppigen Wiesen und Weiden,
welche große Herden von Hornvieh ernähren. Von
Bedeutung ist auch die Schweinezucht, welche durch
die weit ausgedehnten Eichenwaldungen befördert
wird. Das Komitat hat 5035,3i qkin, (1890) 390371
E., d. i. 77 E. auf 1 hkm, darunter 289309 Römisch-
katholische, 80192 Evangelische Augsburger Kon-
fusion, 11470 Reformierte und 9335 Isracliten.
Der Nationalität nach sind: 197 389 Magyaren,
!05526 Deutsche, 18197 Kroaten, 47080 Wenden,
^6 Slowaken. Der Hauptort des Komitats ist
Steinamanger (ungar. ^omdatdei^). Das Ko-
nntat hat seinen Namen von der Klein-Gemeinde E.
<s. unten) und zerfällt außer den Städten mit
geordnetem Magistrat Güns (Köszcg) und Stein-
amanger in die 10 Stuhlbezirke Ober-Wart (Felsö-
Ör), Kis-Czell, Körmcnd, Güns, Mura-Szombat,
Güssing (Mmet-Ujvär), Sarvär, Szent-Gotthärd,
Steinamanger, E. (Va^vü,!-) mit 634 Ortschaften. -
2) E., ungar. VN8vHr, Klcin-Gememde im Komitat
E., Hauptort des Stuhlbczirks E. (Vasv^i'), einst
tönigl. Freistadt und unter Matthias Corvinus be-
deutende Festung, hat (1890) 2763 magyar. E.
Gisencarbld, I^o^, erhalt man durch Erhitzen
von Eisenoxyd mit Teer; es findet bei der Dar-
stellung von Natrunn und Kalium Verwendung.
Eifencarbouäte. a. Kohlensaures Eisen-
oxydul, Eisenoxydulcarbonat oder Ferro-
carbonat, 1^6 <ÜO^, kommt als Eisenspat (s. d.) int
^.Itineralreiche vor. Künstlich erhält man es als weißen
Nicderschlag, wenn man heiße luftfreie Lösungen
von Eisenorydulsalzen und Natriumcarbonat miscbt.
Das sich dabei bildende Salz ist im höchsten Grade
unbeständig, es absorbiert mit Begierde Sauerstoff
^ und giebt Kohlensäure ab, dabei färbt es sich zuerst
! grün, gelb und schließlich unter Umwandlung in
Eisenoxydhydrat braun. Die Zersetzung läßt sich
durch Zusatz von Zucker verringern. Ein solches
Präparat ist das I^rrum cki'doiiicmin ^codain-
wni des Deutschen Arzneibuches oder der Eisen-
oxydulcarbonatzucker, ein feucht hergestelltes,
auf dem Dampfbade getrocknetes Gemenge von
Ferrocarbonat mit Zucker, welches etwa 10 Proz.
Eisen enthalt.
I). Kohlensaures Eisenoxyd oder Ferri-
! carbonat kommt nur in Form starkbasischcr Salze
vor, die als braunrote Niederschlage beim Ver-
mischen von löslichen Fernsätzen mit Sodalösung
fallen und gewöhnlich noch etwas Natron enthalten.
(Hchon im kochenden Wasser verlieren sie die Kohlen-
säure ganz und gehen in Eisenoxydhydrate über.
Eifencarbonyl, s. Eisenkohlenoxyd.
Gisenchamäleon, s. Eisensulfate d.
Eisenchamois, s. Nanking.
GisenchitttN, citronensaures, s. Chinin.
Eisenchlortd, Eisensesquichlorid, Ferri-
chlorid, ^6.2 (^5, setzt sich, wenn man metallisches
Eisen bei mäßigem Erhitzen in Chlorgas verbrennt,
an den kältern Wandungen des Apparats in schwar-
zen Krystallen oder zusammengeschmolzenen Krusten
ab (^eiiuin 868Huicd1oi'kwm Ludliinatnin, ^Ioi-68
Niiiti8, Nn8 Nki-ti8 der Alchimisten). Auf nassem
Wege und wasserhaltig erhält man es, indem man
Hämatit in roher Salzsäure oder Eisen in Königs-
wasser durch längere warme Digestion bis zur Sät-
tigung löst, die klare Flüssigkeit bis zur Sirups-
konsistenz in einer Porzellanscbale verdampft (die
Anwendung irgendwelcher eiserner Gerätschaften
ist ausgeschlossen, weil dadurch Bildung von Eii'en-
chlorür herbeigeführt werden würde) und in der
Kälte erstarren läßt; es ist das I^iiuin 868(inic1ii0-
ratuin, 1^62 (^g ^ 12II2 ^, des Arzneibuches jür das
Deutsche Reich. Das E. ist sehr leicht in Wasser, in
Alkohol und Äther löslich. Es zerflieht an der
Luft zu einer öligen Flüssigkeit, die früher unter dem
Namen Eifenöl, Oisuin mHi ti3, I^nor 8t^Mcu8
I.on ofsizinell war. An Stelle desselben ist der I^i^uol ,
l^rri 868hui<Ms)rHti getreten, dessen Konzentration ^
nach dem Arzneibuch für das Deutfche Reich einem ^
Gehalt von 10 Proz. Eisen und einem spec. Gewicht
von 1,280 bis 1,282 entsprechen soll.
j Der I^Huor ^6rri 86s<iuic>d1()i'Hti dient zur Anfer-
tigung der linoturg. Hssrri clilor^ti ".etuLre".
oder Bestushews Eisentinktur (s. d.), deren Ve-
reitung nach dem Arzneibuch für das Deutsche
Reich, entsprechend der inzwischen veränderten Kon-
zentration des I^uo!- I^6rri 868Huie1il0i'ati, andere
Vcrhältniszahlen, als früher angegeben, erfordert,
nämlich 1 Teil I^nor ^eri-i 868<iuil)Qi()i'Hti. 2 Teile
Äther, 7 Teile Weingeist. E. dient als Ausgangs-
! material für die Herstellung verschiedener medizinisch
! gebrauchter Eisenpräparate; chemisch benutzt man
es zur Extraktion des Kupfers aus seinen Erzen, in
der Färberei, als Beiz- und Atzmittel für Metalle,
sowie zur Desinfektion.
Lösungen von E. nehmen beim Digerieren mit
^ Eisenoxydhydrat eine große Menge desselben unter
Bildung von basischen Salzen auf. Ein derartiges
Präparat ist durch die zweite Auflage der Deutschen
Pharmakopöe ofsizinell geworden als l.i^nor IV'iii