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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eisenproduktion - Eisenschwarz
noch in großer Zahl bei verschiedenen Krankheiten,
besonders bei Bleichsucht (s. o.) und überhaupt bei
Blutarmut verwendete Mittel. Viele derselben sind
im Laufe der Zeit als unnütz oder entbehrlich aus
der Liste der Arzncikörper gestrichen worden, dafür
aber auch wiederum zahlreiche neue hinzugekommen.
Im folgenden sind die in das Arzneibuch für das
Deutsche Neich aufgenommenen E., von denen
manche in den verschiedenen Ausgaben nicht un-
wesentliche Unterschiede zeigen, in alphabetischer
Reihe ihrer lat. Bezeichnungen aufgeführt:
Erste Auflage
der
Deutschen Pharmakopöc
(1872).
^utiäotnin ^.rseuici.....
Lxtr5,otnin Hlaiti lsrratnin
verrinn oaidonicuin 8ace^Ä-
^orrnui oliluratuui......
I^err^rn oitriomn ox^äatum
I'orruui ^'odHtniii 8ÄLLiil>.rÄ.-
I'Oirniii laotionni.......
^erruni pniveratnui.....
ouru, ^.uimonio eitrioc"
I^i<inor I'eiri aootiei (8 Proz.
Eisen)
(15 Proz. Eisen)
I^i^nor ^Li-ri 8ii1lnric)i ox^-
Natrium p^roxiioZpIioiiLiini
torratum
s^rupn" I'erri ^joäati ....
ß^rupuL l^eiii ox^äati 8o1rl-
dili"
1'artar^8 lsiratiiL......
rsa (6 Proz. Eisen)
'linotnra I'erii odiorati
Dritte Auflage (Arzneibuch
für das Deutsche Neich) der
Deutschen Pharmakopöc
(1890).
lüxtrÄLturn I'srri poniatuin
^ssnurn oitrionm ox^Iatniu
^oirnm 868cirliLiii0rÄtiiin
I^errnm Lulln"ouin "rnduni
I'erruni 8u1kliriouiii "iocuni
I^icl^or I^orri acetioi (4,8 bis
5 Proz. Eisen)
(10 Proz. Eisen)
163, (4 Proz. Eisen)
Gifenproduktion, f. Eisenerzeugung.
Gisenpulver, gepulvertes Eisen (das ^er-
vnin pu,1v6r3.tuin des Arzneibuches für das Deutsche
Reich), ein schweres, etwas metallisch glänzendes,
graues Pulver, das vom Magneten angezogen wird.
Es wird dargestellt durch Zerstoßen von Stabcisen
und Reiben des Pulvers unter Druck, wodurch es
dcn Glanz belommt.
Eisenrahm, s. Eisenglünmer.
Gisenrogenstein, s. Eisenoolith.
Gisenrosen, förmlich wie Blumenblätter im
Kreise geordnete Gruppen von Eisenglanztafeln, die
in besonderer Schönheit in den Alpen, Z.V. auf der
Fibia, westlich vom Gotthardhospiz und im Tavetsch-
thal vorkommen; auf den stark metallglänzenden
Blättern der Rosetten liegt vielfach in gefetzmäßiger
Gruppierung fuchsroter Rutil, der, wie es fcheint,
aus dem titansäurehaltigen Erz herausgefchwitzt ist.
Gifenrost, s. Eisenoxydhydrate.
Gifenrot, s. Eisenoxyd.
Gisensaccharat, Eisenz ucker (das ^sri-um
ox^äawin L^cc1i5lrll>tuin des Arzneibuches für das
Deutsche Reich), im wesentlichen eine lösliche Verbin-
dung von Eisenoxyd, Natron und Zucker und bildet
ein braunrotes, in Wasser lösliches Pulver von
süßem, zusammenziehendem Geschmack; es enthält
'> Proz. Eisen. Die wässerige Lösung giebt mit
Vlutlaugensalz erst auf Zusatzvon Salzsäure Eisen-
Gisensafran, s. Eisenoxyd. fteaktion.
GifenfalMMk (^inmonium cliloratnm kLrra-
tnm), t'62^g 4-4^11401^21120, entsteht durch Ver-
mischungen der Lösungen von Eisenchlorid mit Sal-
miak in den entsprechenden Verhältnissen und Ver-
dunsten der Lösung als granatrotc Quadratoktaeder.
Gisenfalz, s. Eiscnsulfate a.
Gisenfau, f. Kupfer (Gewinnung).
Mineralquellen, die zu Heilzwecken benutzt werden,
z. V. die von Pyrmont, Driburg u. a. (S. Mineral-
wässer.)
Gisensäure, 11^62 04, in freiem Zustande
nicht bekannte Säure. Ihr Kalisalz, ^^604, ent-
steht bei schwachem Glühen von Eisenpulver mit
Salpeter. Wasser entzieht der Schmelze das kirschrot
gefärbte Salz, das sich leicht zersetzt unter Bildung
von Eisenoxyd und Entwicklung von Sauerstoff.
Gisenschiefer oder Eisenglimmerschiefer,
ein körnig-fchieferiges Gemenge von Eisenglanz in
schwarzen, stark glänzenden Blättern oder Häuten
und Quarz in graulichweißen Körnern oder zusam-
menhängenden Lagen; meistens herrscht der Eisen-
glanz bei weitem vor; accessorisch finden sich Talk,
gediegen Gold und Eisenkies. Mächtige und aus-
gedehnte Schichtensysteme werden von E. in Bra-
silien, z. B. bei Itabira, Antonio Pereira, gebildet,
auch in Südcarolina; ein anderes Vorkommnis
von E. erscheint zwischen Gebroth und Winterburg,
am südl. Fuße des Soonwaldes, wo mehrere Lager
desselben zwischen sericitischen Schiefern auftreten.
Gisenfchnitt, die künstliche Bearbeitung des
Eisens mittels, schneidender Werkzeuge, Meißeln,
Feilen u. s. w. aus dem Block heraus. Die Technik
bietet große Schwierigkeiten und war besonders im
16. bis 18. Jahrh, in Deutschland üblich.
Gifenfchuh, Teil der mittelalterlichen Rüstung;
er kommt vor als Schnabelschuh, Halbschuh, Kuh-
maul (s. d.), Entenschnabelschuh; im 17. Jahrh, wird
er vom Kniestiefel verdrängt.
Eisenschüssig heißen solche Naturprodukte, die
einen Gehalt an Eisenoxyd oder Eisenoxydhydrat
haben, ohne daß dieses zu ihren wesentlichen Be-
standteilen gehörte. So z. V. eisenschüssiger Thon,
eisenschüssiger Kalkstein u. s. w. Mitunter erteilt
der Eisengehalt den betreffenden Materialien befon-
dcre Eigenfchaften, fo z. V. den Thonen, sich rot zn
brennen und leichter schmelzbar zu werden. Wcnn
das Notbrcnncn bei den Thonen in manchen Fällen
erwünscht ist, so ist andererseits die durch das Eisen-
oxyd bewirkte leichtere Schmelzdarken meist nach-
teilig, da solche Thone weniger brauchbar sind.
Gifenschwarz, Vezeichnnng sür den Graphit
(s. d.). Mit dem gleichen Namen bezeichnet man