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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Elysia - Elzevier
an von Fußgängern, Reitern und Wagen belebt.
Die daranstoßenden Gärten der großen alten Her-
renhäuser des Faubourg St. Honorö sind zum Teil
von partartiger Größe. Auf einem großen freien
Platze links befindet sich der Industriepalast von
1855. Vom Rond-Point bis zum Triumphbogen
de l'Etoile sind die Elyfeischen Felder nur noch eine
von doppelten Baumreihen eingefaßte Avenue, mit
prächtigen Häusern zu beiden Seiten.
Elysia, bei den alten Griechen Orte, wohin der
Blitz geschlagen hatte; sie wurden dem im Blitz nieder-
fahrenden Zeus (k3.tNiI)kt68) geheiligt und durften
nicht betreten werden. (S. auch Vidental.)
Glysium (grch. Elysion) bei Homer, bei dem
es allerdings nur an einer stelle vorkommt, ein
gesegnetes Gefilde am Westrande der Erde, nahe
am Okeanos, wohin ausgezeichnete Helden (wie z. B.
Menelaos, der Eidam des Zeus), ohne den Tod zu
erleiden, versetzt werden, um dort unter Rhadaman-
ihys' Herrfchaft ein kummcrfreies Leben zu führen.
Ein ähnlicher feliger Aufenthalt der verstorbenen
Helden waren die Inseln der Seligen (s. d.). Spä-
ter bildete sich mit der Sage von dem Totengericht
des Minos, Rhadamanthys und Triptolemos oder
Aiakos der Glaube aus, daß durch deren Entschei-
dung den Frommen und Gerechten nach ihrem Tode
die Infeln der Seligen oder das E., worunter nun
ein Genüsse jeder Art bietender Ort in der Unterwelt
verstanden wird, als Aufenthaltsort angewiefen, die
Verdammten dagegen in den Tartaros verstoßen
werden. - Vgl. Rohde, Psyche (Freib. i. Br. 1890).
Elhtron (Mehrzahl Elytren, grch.), Hülle,
Scheide, besonders Mutterscheide; in der Zoologie
sind Elytren die Flügeldecken der Insekten und die
Rückenschuppen der Seeraupen, s. Ringelwürmer.
Elytralgie, Mutterscheidenschmerz; Elytritis,
Entzündung der Mutterscheide; Elytrocele,
Scheidendruch; Elytroncus, Scheidengeschwulst;
Elytroptösis, Mutterscheidenvorfall; Elytror-
rhagie, Mutterscheidenblutung: Elytrorrha-
phie, Scheidennaht, s. Kolporrhaphie.
Elz, Nebenfluß des Rheins im bad. Schwarz-
walde, entspringt im SSO. vom Rohrhardts-
derge (114l m), läuft nach N., windet sich um den
Gschassikopf (964 m), bildet das Prechthal und
kommt in südwestl. Richtung nach Waldkirch, nach-
dem sie vorher noch mehrere Bäche, wie die Wilde
Gutach, aufgenommen. Bei Emmendingen tritt iin
207 m Höhe) von rechts die Breiten, oberhalb Rie-
gel von links die Glotter und Dreisam (s. d.) hinzu.
Nach einem Laufe von 90 km mündet sie gegenüber
Rheinau rechts in den Rhein. Zur Verhütung von
überschwemmungenführtvonRiegelderLeopolds-
kanal nach Saafenheim.
Elzach, Stadt im Amtsbezirk Waldtirch des bad.
Kreises Freiburg, an der Elz, in 362 m Höhe, im
Schwarzwald, hat (1890) 1104 katb. E., Post, Tele-
graph, Wasserleitung, schöne gotische kath. Pfarr-
kirche mit Glasgemälden und Grabmälern; Papier-
und Seidenwarenfabriken, zwei mechan. Leinen-
webereien, Schreinereien, Bildschnitzereien; künst-
liche Fischzucht, Ackerbau, Viehzucht (Schweine) und
bedeutende Holzausfuhr nach dem Elfaß.
Glze, Stadt im Kreis Gronau des preuß. Reg.-
Vez. Hildesheim, 20 Km im SW. von Hildesheim,
in 75 m Höhe, an der Saale und 2 km von der
Leine, an den Linien Hannover-Cassel und Goslar-
Löhne der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amts-
gerichts (Landgericht Hildesheim), Steueramtes und
einerSuperintendentur, hat (1890) 3042 E., darunter
209 Katholiken und 45 Israeliten, Post zweiterKlasse,
Telegraph, evang. Pfarrkirche, städtische Sparkasse;
Fabrikation von Turmuhren, Orgeln, Pappe, Wa-
gen, Geldschränken, Kochherden und Faßdauben,
4 Gerbereien, Zuckerfabrik (200 Arbeiter), Zucker-
rafsinerie und Dampfmahlmühle. 4 km östlich im
sog. Osterholze der seit 1883 bekannte größte Hünen-
gräberkirchhof in Hannover; 5 km nördlich die vom
König Georg von Hannover auf den Überresten einer
altgerman. Landesfeste erbaute Marienburg. Etwa
4 km westlich beginnen die Ausläufer des Deister-
gebirges mit den Osterwalder Kohlenbergwerken,
Sand- und Kalksteinbrüchen. - E. ist vielleicht einer
der ältesten Orte in Hannover, in dessen Nähe der
Sitz des Hauptgerichts im Gudingo war. Karl d. Gr.
gründete 796 hier ein Bistum; Ludwig der Fromme
verlegte dasselbe aber 818 nach Hildesheim.
Elze, Friedr. Karl, Vertreter der engl. Philo-
logie, geb. 22. Mai 1821 zu Dessau, studierte 1839
-43 in Leipzig und Berlin erst klassische Philologie,
dann neuere, namentlich engl. Litteratur, und unter-
nahm wiederholte Reisen nach London und Edin-
burgh. Nachdem er lange Zeit am Dessauer Gym-
nasium gewirkt hatte, wurde er 1875 auherord.,
1876 ord. Professor der engl. Philologie an der
Universität Halle und starb daselbst 21. Jan. 1889.
Die schriftstellerische Laufbahn begann E. mit dem
"Engl. Liederschatz" (Dess. 1851;'5. Aufl., Halle
1869) und der "Atlantis, Zeitschrift für Leben und
Litteratur in England und Amerika" (Defs. 1853-
54). Auf eine kritische Ausgabe von Shakespeares
"Hamlet" (Lpz. 1857; völlig umgearbeitet, Halle
1882) ließ er Ausgaben von Chapmans "^Iplion-
8U8" (Lpz. 1867) und Rowleys "^Vk6n ^ou 866
M6, ^0N kno^v M6" (Dess. 1874) als erste Neudrucke
dieser lehrreichen Stücke folgen. Von seinen Bio-
graphien von W. Scott (2 Bde., Dresd. 1864),
Byron (Berl. 1870; 3. Aufl. 1886) und Shakespeare
(Halle 1876) wurden die Byrons (Lond. 1872) und
Shakespeares (ebd. 1888) auch ins Englische über-
setzt. Für die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft gab
E. Bd. 3-14 des "Jahrhuchs" (1867 fg.) heraus;
eine Auswahl seiner eigenen "Abhandlungen zu
Shakespeare" erschien Halle 1877, die ältern englisch
von D. Schmitz schon 1874 als "^883^8 on 81iak6-
8P6ÄI-6" (London). Ferner erschien von ihm eine
"Festrede zur 300jährigen Geburtstagsfeier Shake-
fpeares" (Dess. 1864) und "Die engl. Sprache und
Litteratur in Deutschland" (Dresd. 1864). Außer-
dem sind zu nennen: "Nach Westen! Brit. und
amerik. Gedichte übersetzt" (Dess. 1860), "Eine Früh-
lingsfahrt nach Edinburgh" (ebd. 1860), "Der engl.
Hexameter" (ebd.1867), "Vermischte Blätter" (Köthen
1875), eine Auswahl kleinerer Beiträge zur Litte-
ratur- und Kulturgeschichte, Mot68 ou Nli2ad6tliall
l1l-HMHti8t8 ^vitd C01^6etui-3.I 6M6näati0U8 ok tko
t6xv) (3 Bde., Halle 1880-86; neue Aufl., ebd.
1889), "Gedichte" (ebd.1878; 2. Aufl. 1881), "Grund-
riß der engl. Philologie" (ebd. 1887; 2. Aufl. 1889);
endlich die Revision von vier Stücken in der von der
"Deutschen Shakespeare-Gesellschaft" veranstalteten
Bearbeitung der Schlegel-Tieckschen Shakespeare-
Elzebeere, s. Eberesche. ^Übersetzung.
Elzevier oder Elsevier, lat. Elzevirius,
Buchhändler- und Vuchdruckerfamilie, die seit 1592
vorzüglich zu Leiden (bis 1712) und zu Amsterdam
(bis 1681) eine Menge schöner Ausgaben besorgte.
Ludwig E., um 1540 zu Löwen geboren, lebte