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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ericssonsche Maschine - Erigena
veröffentlicht. Er starb 8. März 1889 in Neuyork.
Sein Leichnam wurde 1890 nach Schweden über-
geführt. Seine Biographie fchrieb Church (2 Bde.,
2. Aufl., Lond. 1893).
Sein älterer Bruder, Nils Ericfon (wie er
sich, nachdem er geadelt, fchrieb), ebenfalls ein
ausgezeichneter Ingenieur, geb. 31. Jan. 1802,
wurde 1823 Unterlieutenant beim Ingenieurkorps
der fchwed. Armee, 1828 Lieutenant in der Armee,
1830 Kapitän, 1832 Major, 1850 Oberst im mechan.
Korps der Flotte. Seit 1855 wirkte er als dirigie-
render Chef der Eisenbahnbauten des Staates. Als
bedeutender Ingenieur bekundete er sich u. a. durch
die neuen Schleufen im Trollhättakanal (1837-44),
durch den großen Kanal zwischen dem Saimen und
dem Finnischen Golf in Finland (1849-56), beson-
ders aber durch die schwed. Eisenbahnen, welche recht
eigentlich als sein Werk angesehen werden können.
Als er 1862 von der Leitung des Eisenbahnwesens
zurücktrat, bewilligten ihm die Reichsstände eine
lebenslängliche Pension von jährlich 15 000Rits-
dalers. Schon 1854 war er geadelt und 1860 in den
Freiherrenstand erhoben worden. Er starb 8. Sept.
1870 zu Stockholm.
Gricssonsche Maschine, s. Heißluftmaschine.
Gridanos, in der griech. Mythologie der Name
eines Flusses, der im fernen Norden in den Okeanos
mündet. In ihn stürzte Phaethon (s. d.) hinab.
Eridänus, sehr ausgedehntes Sternbild des
südl. Himmels, das nicht in seiner ganzen Aus-
dehnung in unsern Gegenden sichtbar ist. In dem-
selben befindet sich ein Stern erster Große (Acharnar),
der aber für uns unter dem Horizont bleibt. Es
enthält zahlreiche, zum Teil sehr interessante Dop-
pelsterne, von denen einer eine auffallend starte
Eigenbewegung hat. Auch ein von Herfchel ent-
deckter planetarlfcher Nebelsteck, der vermutlich ein
fehr gedrängter und entfernter Sternhaufen ist,
verdient Erwähnung.
Erie (fpr. ihn), Hauptstadt des gleichnamigen
County im nordamerik. Staate Pennsylvanien,
114 lim südwestlich von Buffalo, am Sndufer des
Eriesees, ist Eisenbahnknotenpunkt, hat (1890)
40634 E. (gegen 1880: 27 737), Fabrikation von
Eisen, Eisenwaren, Wagen, Leder, Orgeln, Stiefeln
und Schuhen, und bedeutenden Handel mit Fischen
und Getreide. Der geräumige Hafen wird durch die
vorliegende Insel Presque-Isle geschützt; große
Flöße und Schiffe bringen Eisenerze aus Michigan
und Holz aus Canada und nehmen als Rückladung
hauptsächlich Kohlen. E. wurde 1795 gegründet an
der Stelle eines von Franzosen gegen 1749 er-
bauten Forts (äs la?r68qui8i6).
Griekanal (spr. ihri-), eine das südl. Plateau
des Staates Neuyork von W.nach O. durchziehende,
585 kin lange Wasserstraße zwischen dem Eriesee und
dem Hudson. Er beginnt nahe bei Vuffalo, hebt sich
auf die Höhe von Lockport (115 in über dem Eriesee),
überschreitet den Geneseefluß bei Rochester sowie
noch einige kleinere Flüsse, bis er bei Syracnse eine
112 km lange, schleusenlose Kanalhaltung erreicht
und sich von Rome ab in der Thaleinsentung des
Mohawkflusses allmählich zum Hudson hinabsenkt.
Hier hat der Kanal auf der Strecke von Troy bis
zum großen Bassin unterhalb Albany mehrere Aus-
mündungen oder Durchfahrten zu dem parallel lau-
fenden Flußbett. Der Weg von Vuffalo bis Troy
oder Albany wird in einer durchschnittlichen Fabr-
zeit von 243 Stunden zurückgelegt. In den Haupt-
kanal münden Nebenkanäle wie der Oswego-, Black-
River- und Champlainkanal von N. In den I.
1817 - 25 ursprünglich mit einem Kostenaufwand
von 32 688 600 M. hergestellt, dann aber 1836
-42 und noch später erweitert und vertieft,
fowie mit den besten Einrichtungen znm Laden,
Löschen, Durchfchleusen, Wiegen der Schiffe ver-
fehen, beanspruchte der Bau einen Gesamtaufwand
von 187 647 700 M. Der Kanal besitzt eine Ober-
flächenbreite von 21,33 in, eine Soblenbreite von 16 in
und eine Wassertiefe von 2 in gegen ursprünglich
1,2 m. Seine 72 aus Quadern erbauten Schleusen
sind 1876 in Zwillingsschleusen umgewandelt; je-
doch sind die Schleusenkammern durchweg einfach,
d.h. je für ein Schiff eingerichtet mit 33,5 in Länge
und 5,5 in Breite. Die flachen Kanalboote haben
bei 27,70 in Länge und 5,33 in Breite 1,33 in Tief-
gang und laden 4-5000 Ctr. Seine Entstehung
verdankt der E. dem amerik. Staatsmann De Witt
Clinton. Er hat jedoch feit Eröffnung der Eisen-
bahnen seine Bedeutung als Verbindungsweg zwi-
schen dem Westen und der atlantischen Küste wesent-
lich eingebüßt. - Vgl. Mosler, Die Wasserstraßen
in den Vereinigten Staaten von Amerika (Berl.
Griels, fchweiz. Dorf, s. Airolo. ^1877).
Griesee (spr. ihn-), der südlichste der Canadi-
schen Seen in Nordamerika, wird begrenzt im N.
von Obercanada, im W. und S. von den Unions-
staaten Michigan, Ohio, Pennsylvanien und Neu-
york. Der See umfaßt bei einer Länge von 402
nnd einer Breite von 50 bis 100 km 24491,94 ^m,
liegt 172 in ü. d. M. und 4 in tiefer als der Huron-
nnd 102 in höher als der Ontariofee, mit dem er
durch den Niagara (s. d.) in Verbindung steht. Er
ist wegen der ihm durch den Detroit am Huronsee
mgeführten Schwemmstoffe und des weichen Ge-
steins feiner Nfer der seichteste und selten mehr als
37, an feiner tiefsten Stelle aber 76 in tief. In den
E. ergießen sich nur kurze Flüsse; die größten sind:
der Grand-River (195 km lang) von N. und der
Maumee-Niver, der an der Westecke bei Toledo
mündet. Der Wellandkanal stellt eine fahrbare
Wasserstraße zwischen dem E. und dem Ontariosee
her. Von Buffalo am Ostende führt der Eriekanal
(s. d.) ostwärts zum Hudson, von Eleveland der Obio-
kanal südwärts bis Portsmouth am Ohio, von To-
ledo der Miamikanal nach Cincinnati; an ihn
schließt sich bei Defiance der Wabash-Eriekanal an.
Auch durch ein dichtes Bahnnetz steht der E. in Ver-
bindung mit den Kohlen-, Eisen-, Petroleum-, Ge-
treide-, Salz- und Holzregionen der begrenzenden
Staaten, deren Erzeugnisse über den E. zum St.
Lorenz und Mississippi sowie zum Meere verschifft
werden. Die Schiffahrt ist von Anfang Dezember
bis März oder April unterbrochen und wegen der
starken Strömungen und Stürme gefährlich. Wie
die übrigen canad. Seen weist auch der E. einen
Mangel an natürlichen Häfen auf; bis mif den
von Erie sind alle erst durch Kunstbauten geschaffen.
Wichtige Plätze sind: Vnffalo, Dunkirk, Erie, Cleve-
land, Sanduvty, Toledo und etwas entfernt Detroit.
Grigena, Johs. Scotus, Gelehrter in Irland
(daher E., verdorben aus Ierugena, d. h. aus Ir-
land gebürtig), geb. um 810, in einer irischen Kloster-
schule gebildet, erscheint um 840 am Hofe Karls
des Kahlen. Er wurde Lehrer und Vorsteher der
Hofschulc, die damals schon in Paris war, und
wirkte hier mehrere Jahrzehnte als Lehrer der Theo-
logie. Sein Ende ist ungewiß; entweder ist er um