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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Espe - Espinhaço
fasern durch die Reinheit der Cellulose, verbunden
mit größter mechan. Leistungskraft, auszeichnet.
Im mittlern Algerien, eingeschlossen zwischen deu
beiden Ketten des Atlas, liegt eine Steppenregion,
welche nach dem dort Alfa oder Halfa genannten
E. den Namen Alfaregion führt. Algerien erntet
jährlich gegen 200 Mill. k^ und führt davon
75 Mill. k^ nach England aus; ebenfo geht die Pro-
duktion von Tripolis (30 Mill. kß) und die von
Spanien (Ausfuhr 1891: 32 Mill. KZ) und Tunis
(Ausfuhr 1890: 18 Mill. KZ) ausfchließlich nach
England. Deutschlands Einfuhr betrug 1891 nur
274000 K3. Wert durchschnittlich 10 M.'für 100 KZ.
Espe, s. Pappel.
Nspsoo (frz., spr. espähß), Gattung, Art, Sorte,
besonders Geldsorte; 6n 68i)6e68 (spr. annespähß),
in klingender Münze.
Esper, Futterpflanze, s. Esparsette.
Gsper, EugenJoh. Christoph, Naturforscher, geb.
2. Juni 1742 in Wunsiedel, wurde 1782 auherord.,
1799 ord. Professor der Naturgeschichte, 1805 Di-
rektor des Naturalienkabinetts in Erlangen und starb
daselbst 27. Juli 1810. E. veröffentlichte: "Natur-
geschichte im Auszuge des Linkischen Systems"
(Nürnb. 1784), "Die europ. Schmetterlinge" (5 Tle.
in 7 Bon. und 1 Supplementband, Erlangen 1775
-1805; neue Ausg. 1829-39), "Die ausländischen
Schmetterlinge" (16 Hefte, neue Ausg., ebd. 1830),
"Die Pflanzentiere" (3 Tle., beendet von Hammer,
und Fortsetzung, 2 Tle., Nürnb. 1788 - 1830),
"Ic0Q63 tucorum" (7 Hefte, ebd. 1797-1802), "Nach-
richt von den neuentdeckten Zoolithen" (ebd. 1774).
Hsperanoo (frz., fpr. -rängß), Hoffnung; espe-
rieren, hoffen.
Gsperanza, Ackerbaukolonie in der argentin.
Provinz Sta. Fe, 25 km nordwestlich von Sta. Fs,
an der Eisenbahn von Sta. Fe nach Pilar, hat
(1889) 2652 E., Ackerbau und bedeutende An-
pflanzungen von Fruchtbäumcn. E. war die erste,
1856 gegründete Kolonie ihrer Art in den La Plata-
Staaten und hat sich rasch entwickelt.
Gfperto (ital.), ein Erfahrener, Kundiger; na-
mentlich ein in einen polit. Bund Eingeweihter.
NspisFis (frz., fpr. espiähgl, vom deutfchcn
"Eulenfpiegel"), Schelm, Schalk; N8piö^i6li6,
Schelmerei, Eulenspiegelei.
Gspiel, Minenstadt im Bezirk Fuente Ovejuna
der span. Provinz Cordoba, 52 km nordwestlich
von Cordoba, links von dem in den Guadalquivir
gehenden Guadiato, hat (1887) 3702 E., und
ansehnliche Steinkohlengruben, die dem Pariser
Hause Rochschild gehören.
Gspinales, mit Dorngestrüpp bewachsene Ge-
genden Argentiniens (s. d., Bd. 1, S. 854 d).
Gspinasfe (spr. -näß), Esprit Charles Marie,
franz. General, geb. 2. April 1815 zu Saissac (De-
part. Aude), erhielt seine militär. Vorbildung in
der Militärschule zu St. Cyr, trat 1837 als Lieute-
nant in die Fremdenlegion in Algier, zeichnete sich
1845 als Vataillonschef des Zuavenregiments im
Feldzug gegen die Kabylen aus und wurde 1851
Oberst. Als solcher sprengte er auf Befehl des Prinz-
Präsidenten Ludwig Napoleon beim Staatsstreiche
vom 2. Dez. 1851 die Nationalversammlung und
unterdrückte dann mehrere Aufstandsversuche. Hier-
für im Mai 1852 zum Brigadegeneral und Adju-
tanten Ludwig Napoleons ernannt, befehligte er
beim Beginn des Orientkrieges im Aug. 1854 die
mißlungene Expedition nach der Dobrudscha, wurde,
da ihm die öffentliche Meinung die Schuld an dem
Mißerfolge beimaß, zunächst nach Frankreich zurück-
berufen, aber 1855 nach der Krim nachgesendet,
zeichnete sich 16. Aug. 1855 in der Schlacht an der
Tschernaja aus, wurde dafür 29. Aug. zum Divi-
sionsgeneral befördert und focht als solcher mit
großer Tapferkeit 8. Sept. beim Sturm auf den
Malakow. Als Napoleon III. nach dem Orsinischen
Attentat (14. Jan. 1858) die Negierung Frankreichs
militärisch Zu organisieren versuchte, übertrug er
8. Febr. E. das Portefeuille des Innern, womit
das neugebildete Ministerium der öffentlichen Sicher-
heit vereinigt wurde. In dieser Stellung führte E.
jedoch das Schreckenssystem des sog. Sicherheits-
gesetzes mit so drakonischer strenge und Rücksichts-
losigkeit durch, daß er die allgemeine Unzufrieden-
heit erregte und schon 15. Juni zurücktreten mußte.
Napoleon III. ernannte ihn hieraus zum. Senator.
Beim Beginn des Italienischen Krieges von 1859
erhielt E. das Kommando über eine Division des
1. Armeekorps unter Mac-Mahon, überschritt
3. Juni bei Turbigo den Ticino und siel 4. Juni
beim Sturme auf Magenta.
Gspinasse (spr. -n'äß), Julie Ieanne Eleonore
de l', s. L'Espinasse.
Gspinel, Vicente, span. Dichter und Musiker,
geb. Ende Dez. 1550 zu Ronda, nahm statt des
Namens seines Vaters Francisco Gomez den seiner
mütterlichen Großmutter an. Die üblichen Stndicn
in Salamanca (1570-74, nicht ohneNnterbrechung)
ermöglichten seine Ernennung zu einer von Ver-
wandten gestifteten Kaplanei in der Heimatstadt
1587, trotz eines etwas stürmischen soldatischen Zwi-
schenlebcns, das ihn 1578 bis gegen 1584 nach
Flandern und Italien führte. Doch ließ er sich durch
die Pfründe ebensowenig dauernd an Ronda fesseln
als durch die ihm 1591 gewonnene Kaplanei des
Spitals. Die Gunst der Vornehmen und Dichter
verdankte er neben seinen Versen, der von ihm auf-
gebrachten Kunstforin der Efpinelas, einer leich-
ten Variante der Dczima, und ganz besonders einer
ansehnlichen musikalischen Begabung, welche der
Guitarre die fünfte Saite gab. 1599 erhielt er eine
reichlich dotierte Stellung als geistlicher Kapellmei-
ster des Bischofs von Plasencia (in Madrid), die er
bis zu seinem Ende 4. Febr. 1624 einnahm. Den
Schriftstellernamen sichert ihm seine "Vicla äsi Ngcu-
äei'0 NareoL 66 Odi'KZon", ein Schelmenroman,
der trotz moralischer Weitläufigkeiten lebendig und
charakteristisch ist, bekannt zumal durch den Streit
über die Originalität von Le Sages Gil Blas, der
sich an die Anlehen aus E. knüpfte. Seine "Kiinkg"
erfchienen in Madrid 1591, der Roman ebd. 1618,
dann unter andern in Bd. 18 der "Vidlioteca. äs
antoi-68 68MÜ0I68", und mit wertvoller Einleitung
von Juan Perez de Guzman (Barcel. 1881; deutsch
von Tieck, 2 Bde., Bresl. 1827).
Gspinelas, s. Espinel.
Esping, kleines schwed. Fahrzeug.
Gfpiltgole. (frz., spr. espä'nggöll), eine (jetzt
veraltete) Muskete mit erweiterter Mündung, zum
Schießen von Streugeschossen; dann auch eine ge-
schützartige Vorrichtung, mittels deren, ärmlich wie
bei den Orgelgeschützen, eine größere Zahl von
Kugeln gleichzeitig vor den Feind gebracht werden
sollte. - Vgl. Wille, über Kartätschengeschütze
(Berl. 1871).
Gspinhafo (spr.-pinjahßu), Serra do ("Rück-
gratsgebirge"), Gebirge im brasil. Staate Minas